Di., 07.08.2018

Frauenhandball: HSG Blomberg-Lippe kommt Mittwoch in den Heeper Dom Aus Altenhagen in die Bundesliga

TSG-Trainer Simon Dreier möchte, dass seine Mannschaft Emotionen zeigt und an sich glaubt.

TSG-Trainer Simon Dreier möchte, dass seine Mannschaft Emotionen zeigt und an sich glaubt.

Bielefeld (WB/jm). »Das wird ganz cool. Ich freue mich«, sagt Nele Franz. Die 18-Jährige kommt am Mittwochabend mit dem Frauenhandball-Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe zu einem Freundschaftsspiel in ihre frühere Wirkungsstätte, den Heeper Dom.

Ein übermächtiger Gegner für die TSG Altenhagen-Heepen (Landesliga). Neu-Trainer Simon Dreier, der Michaela Viererbe abgelöst hat, zum sportlichen Ungleichgewicht: »Es ist super, mal gegen eine Bundesligamannschaft zu spielen, und für jede Spielerin mit Sicherheit ein echtes Highlight. Vielleicht können wir uns ja das ein oder andere abgucken. Aber wir brauchen uns nichts vorzumachen. Das ist eine andere Welt. Wenn die 100 Prozent geben, wird’s verheerend.« Dreiers Vorgaben für seine TSG: »Ich möchte Einstellung sehen. Ein Team, das Emotionen zeigt, das versucht, an seine Leistungsgrenze zu gehen, das an sich selbst glaubt.« Egal, wie’s ausgeht: Die TSG-Frauen sollen diese Stunde »aufsaugen wie einen Schwamm und einfach genießen.«

2016 das erste Mal Deutsche Meisterin

Nele Franz erlernte das Handball-ABC bei der TSG. Ihr erster Trainer bei den Minis war »Hucky« Starck.

Nele Franz (HSG Blomberg-Lippe) hat bei der TSG Handball-ABC erlernt.

2013 entschloss sie sich zu einem Wechsel ins Lipperland, bekam dort einen Platz im Internat. Eine Entscheidung, die sie nie bereut hat. »Ich würde es immer wieder genauso machen.« Mit der B-Jugend Blomberg-Lippes wurde sie 2014 Deutsche Vizemeisterin, 2016 Deutsche Meisterin. Mit der A-Jugend holte sie 2017 und 2018 DM-Platz zwei und drei. Ihren ersten Einsatz in der Frauen-Bundesliga hatte sie schon 2016. Seit dieser Saison gehört sie fest zum Kader. Von Montag bis Freitag wird achtmal trainiert.

Nur Platz 13 bei der U20-WM

Nele Franz kann trotz ihrer Jugend auf beachtliche internationale Erfahrungen zurückblicken: Teilnahme am Europäischen Olympischen Jugendfestival (2015), U18-Weltmeisterschaft (2016) und jüngst an der U20-Weltmeisterschaft. Deutschland schied nach einer 24:25-Niederlage gegen Dänemark zwar im Achtelfinale aus wurde nach einem 23:22 gegen Japan letztlich 13., doch meinte Nele Franz: »Wir hätten gewinnen können. Die Platzierung hat nicht unser wahres Können widergespiegelt. Wir waren alle ein bisschen enttäuscht.« Gleichwohl seien diese Titelkämpfe für sie eine tolle Erfahrung gewesen. »Nach der Jugendzeit war das zum Rantasten in Ordnung. Im Juniorinnenbereich sind die Anforderungen in punkto Schnelligkeit und Technik nochmal ein Stück weit stärker.«

Birkner hat Fuhr abgelöst

Die HSG Blomberg-Lippe blickt auf ihre stärkste Saison zurück. In der Rückserie der Vorsaison gingen nur zwei Spiele verloren. Inzwischen hat es einen großen umbruch gegeben. Trainer André Fuhr (Franz: »Er hat mich geformt«) ist nach 16 Jahren im Lippischen zum TuS Metzingen gewechselt. Seine Nachfolge hat Steffen Birkner angetreten, zuletzt Trainer der Herren-Drittligamannschaft des VfL Fredenbeck und dort auch Jugendkoordinator. »Unser Minimalziel ist, nicht abzusteigen. Ich denke aber, wir haben das Potenzial für einen Platz im Mittelfeld«, sagt die junge Spielmacherin. Aus Altenhagen in die Bundesliga: Nele Franz lebt ihren Traum. »Mit dem Hobby, das ich am liebsten mache, Geld zu verdienen, ist einfach sensationell«, schwärmt sie. »Mitunter kann ich’s kaum glauben.«

»Eine tolle Sache«

Bundesliga gegen Landesliga: »Das ist eine tolle Sache für den Verein und den Frauenhandball in Bielefeld«, schwärmt TSG-Frauenwartin Astrid Seiger. Und auch Christian Sprdlik, der als ehemaliger Geschäftsführer der HSG Blomberg-Lippe den Kontakt hergestellt hatte, reibt sich vergnügt die Hände. »Wir freuen uns sehr, dass die HSG zu uns kommt und wir dadurch eine tolle Möglichkeit bekommen, auch unseren weiblichen Bereich zu präsentieren. Wir haben immer betont, dass wir bei der Entwicklung der TSG nicht nur die 1. Herrenmannschaft im Fokus sehen, sondern den gesamten Verein.« Anwurf ist am Mittwoch um 19.30 Uhr. Nele Franz, die nach ihrem Abitur das Internat verlassen musste und eine eigene kleine Bude bezogen hat, freut sich auf viele gute Bekannte. »Ich hoffe, es wird richtig voll.«

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