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Fr., 12.05.2017

Basketball-Pleiteklub Westfalen Mustangs nahm Ratschläge des Ex-Sponsors nicht an Pflüger packt aus: »Alles verbrannt«

Horst Pflüger, Ex-Sponsor der Westfalen Mustangs, bedauert: »Die Vereinsführung wollte sich leider nicht helfen lassen.«

Horst Pflüger, Ex-Sponsor der Westfalen Mustangs, bedauert: »Die Vereinsführung wollte sich leider nicht helfen lassen.« Foto: Uwe Caspar

Von Uwe Caspar

Rheda-Wiedenbrück (WB). Als die Liaison zwischen Horst Pflüger und den Westfalen Mustangs begann, zeigte sich der Unternehmer anfangs noch begeistert. »Die Idee der Vereinsverantwortlichen, an die Schulen zu gehen, fand ich grandios. Außerdem ist Basketball ein toller Sport«, sagt der Ex-Sponsor. Doch inzwischen zeigt sich Pflüger froh, den Pleiteklub finanziell nicht mehr unterstützen zu müssen.

»Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende«, bekräftigt der 68-Jährige. Wie berichtet, hat er den Kontrakt mit den Mustangs Anfang April gekündigt: Noch bevor der Gullideckel hochging und eine Flut von offenen Rechnungen an die Öffentlichkeit gespült wurde. Einen mittleren fünfstelligen Betrag pro Jahr hatte die Firma seit ihrem Engagement (ab 2015) an die »Wildpferde« brav gezahlt. Das Geld hätte er besser in einen Fußball-Stürmer investieren sollen, seufzt Horst Pflüger, der schon seit vielen Jahren dem Regionalligisten SC Wiedenbrück treu zur Seite steht, im Nachhinein.

Die dauerklammen und von Gläubigern gejagten Mustangs wären schon längst pleite gewesen, wenn nicht ein anderer Sponsor säumige Beitragszahlungen an die AOK übernommen hätte. Es lag bereits ein Insolvenzantrag der Krankenkasse vor. Auch hatte der Klub seine Gemeinnützigkeit verloren – Spenden konnten also steuerlich nicht mehr abgesetzt werden. Wegen der schiefen Finanzlage kam Horst Pflüger Anfang 2017 dem Wunsch des von einer Familie geführten Basketball-Vereins nach (Pflüger schmunzelnd: »Eine kuriose Mutter/Sohn-Beziehung«), Gehälter im voraus zu überweisen. In den ersten Monaten zahlte Pflüger somit doppelt. Wo das Geld geblieben sei, das wüsste keiner.

Vergeblich hatte der Ex-Sponsor vor seinem Ausstieg die Offiziellen gebeten, Einblick in die Satzungen zu bekommen, einen geordneten Spielbetrieb mit sichergestellter Finanzierung zu gewährleisten und in den Vorstand einen kaufmännisch geschulten Mitarbeiter zu installieren. Doch nichts passierte. Kam es mal zu einem Treffen, habe laut Pflüger der Klubchef »das Gespräch verweigert und teilnahmslos am Tisch gesessen«. Dieser weigerte sich auch, die ihm per E-mail zugeschickte Vertragskündigung zu unterschreiben, woraufhin Pflüger dessen Mutter wutschnaubend zur Rede stellte. Kurzum: Die Mustangs-Macher zeigten sich ihm gegenüber beratungsresistent. »Dabei habe ich alles versucht, ihnen zu helfen. Sie wollten sich aber nicht helfen lassen«, bedauert der vielleicht zu gutgläubige Unternehmer. Dem Klub räume er keine Zukunft mehr ein: »Alles verbrannt, das war leider nur eine sportliche Episode.«

Trotz der schlechten Erfahrungen will Pflüger einigen Spielern helfen, damit sie wenigstens ihre Rückreise bezahlen können. »Sie sind schuldlos an der Misere. Anscheinend wurden ihre Verträge nicht eingehalten«, vermutet der Mann mit dem Zwirbelbart.

Kommentare

Nicht zu fassen.

Es ist einfach unfassbar, wie ein gestandener Unternehmer wie Herr Pflüger,
eine solche Naivität an den Tag legen konnte.
Das besagte "Vorstandsduo", bestehend lediglich aus Mutter und Sohn, ist seit
Jahren für unfassbare kriminelle Eskapaden bekannt.
Ihr halbes Leben besteht aus Lug und Betrug.
Bedenkt man ferner, dass sogar die hiesige (genossenschaftliche) Volksbank
jahrelang Gelder in diesen Betrüger-Verein gepumpt hat, fehlen einem die Worte.
Mein eindringlicher Appell: KEIN GELD MEHR FÜR DIE WIEDENBRÜCKER MUSTANGS.

1 Kommentare

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