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Di., 05.12.2017

KSV Güterslohs Ringer Philipp Lübking (32) beendet seine erfolgreiche Karriere Schon als Zweijähriger Griffe geübt

Abschied: Pasquale Cariglia (links) , Trainer des KSV 02 Gütersloh, muss künftig auf seinen Routinier Philipp Lübking verzichten.

Abschied: Pasquale Cariglia (links) , Trainer des KSV 02 Gütersloh, muss künftig auf seinen Routinier Philipp Lübking verzichten. Foto: Uwe Caspar

Von Uwe Caspar

Gütersloh (WB). Zu seinem Abschied beim KSV Gütersloh wäre Ringer-Routinier Philipp Lübking nur allzu gern noch einmal auf die Matte gegangen. Doch da der KSV 08 Oberhausen wie berichtet nur mit einer Rumpfmannschaft zum letzten Meisterschaftsduell erscheint und auch Philipps Gewichtsklasse nicht besetzen kann, hat Lübking zu seinem Bedauern keinen Gegner.

Der 32-Jährige wird zwar vom Referee auf die Matte gebeten – aber nur, um zum kampflosen Sieger erklärt zu werden. Offiziell hat der in seiner Abschluss-Saison ungeschlagen gebliebene Philipp Lübking sein Karriereende verkündet. »Ich will nicht ausschließen, dass ich irgendwann vielleicht doch zurückkomme. Vorläufig jedoch stehe ich nicht mehr zur Verfügung«, bekräftigt der Maschinenbau-Mechaniker.

Aus privaten und beruflichen Gründen nimmt sich der Blondschopf erst mal eine Auszeit. »Familie, Job und Haus nehmen einfach zu viel Zeit in Anspruch«, erklärt der zweifache Familienvater, der sich intensiver um seine Töchterchen Mila (3) und Enie (2) kümmern möchte. Ihr Papa Philipp kann auf eine erfolgreiche Laufbahn zurückschauen: Drei Jahre stand er auch für Herdecke auf der Matte, davon eine Saison sogar in der 2. Bundesliga.

»Einmal haben wir gegeneinander gerungen. Nicht direkt, aber mit der Mannschaft«, erinnert sich Pasquale Cariglia, seinerzeit für Bonn-Duisdorf im Einsatz. Der heutige KSV-Trainer wechselte häufig den Klub, fand aber immer wieder zu seinen sportlichen Wurzeln zurück. Auch Philipp Lübking: Seit 2009 ist der einstige DM-Fünfte (Junioren) wieder bei seinem Heimatverein, der künftig auf ihn verzichten muss. Leicht fiel ihm die Entscheidung nicht. »Bereits als Zweijähriger habe ich Griffe geübt – nur vier Jahre später wurde es dann richtig ernst«, begeisterte sich Philipp schon früh fürs Ringen.

Seine Leidenschaft für das ambitionierte Raufen kommt nicht von ungefähr, denn Philipp stammt aus einer Ringer-Familie. Vater Ingo (58) zählte einst zu den Leistungsträgern des KSV 02. Auch seine beiden anderen Söhne, Moriz (27) und Fabian (30), sind für den Traditionsverein aktiv – Moriz regelmäßig, Fabian nur noch sporadisch. »Vor 13 Jahren haben wir für ein Novum gesorgt: Bei einem Kampf standen alle vier Lübkings auf der Matte. Ich war damals schon 45«, erinnert sich der Senior gern an den einmaligen gemeinsamen Familien-Auftritt. Ingo Lübking steht dem KSV heute noch zur Seite – als Ordner bei den Heimkämpfen.

Sein Sohnemann verabschiedet sich guten Gewissens vom Team. »Denn wir haben genügend junge Leute, die meine Lücke schließen können«, sagt der bisher nach Gregor Gurov (35) zweitälteste Akteur. Auch Michael Winkel sieht den KSV prima aufgestellt für die nächste Landesliga-Saison, wenngleich Mostafa Nuor Asharafeddin (Kreuzbandriss) vorerst ausfällt. »Nach langer Zeit können wir endlich auch für die NRW-Meisterschaften wieder Kämpfer melden«, freut’s den Co-Trainer. Und ein Lübking bleibt ihm ja erhalten: Moriz macht auf jeden Fall weiter.

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