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Do., 07.12.2017

Der 2006 gestorbene Karl-Heinz Nonnenbruch sogar im DFB-Datencenter noch existent Toter DJK-Profi »lebt« im Internet weiter

Historisches

Historisches Foto: privat

Von Uwe Caspar

Gütersloh (WB). Wer im Internet seinen Namen googelt, wird wahrscheinlich verdutzt sein. Denn laut Wikipedia und anderen Quellen lebt noch der bereits 2006 verstorbene Karl-Heinz Nonnenbruch. »Kalla«, sein früherer Spitzname, war gefürchtet als beinharter Verteidiger des einstigen Zweitligisten DJK Gütersloh.

Nirgendwo ist zu lesen, dass der Ex-Profi (61 Spiele für DJK in der damals zweigleisigen 2. Liga) nicht mehr unter den Lebenden weilt. Sogar in der eigentlich zuverlässigen Datenbank des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geistert Karl-Heinz Nonnenbruch, der nur 55 Jahre alt wurde, noch als Lebender umher.

Und auch bei dem in der Regel bestens informierten »Transfermarkt« erfreut sich der Rekordmann der »Blauen« (seit 1969 insgesamt 157 Einsätze für die DJK) bester Gesundheit: Sein Alter wird hier mit 76 angegeben.

Bei Torjägern gefürchtet

Dabei wurde dem früheren DJK-Kapitän anlässlich seines Todes ein ausführlicher Nachruf in der Vereins-Postille gewidmet. Der inzwischen ebenfalls verstorbene Ernst Mareczek, in der Saison 1972/73 im Heidewald auf der Trainerbank, damals über Nonnenbruch: »Kalla war enorm schnell und zweikampfstark. Er wollte immer gewinnen und hat dafür alles gegeben.«

Den älteren Fans bleiben vor allem seine Duelle in den Regionalliga-Ortsderbys gegen Günter (»Schauti«) Srowig unvergessen. An die denkt der Stürmer der SVA sicherlich nicht so gern zurück, denn meistens setzte sich Nonnenbruch durch.

Aber auch ein anderer Günter kam an dem DJK-Abwehrspieler nur schwer vorbei: Günter Pröpper, Fußball-Legende des Wuppertaler SV, fürchtete den hart, aber fair zu Werke gehenden Gütersloher ebenso wie die Torjäger Manfred Burgsmüller, Willi »Ente« Lippens und Hans Walitza. Trotzdem hatte Karl-Heinz Nonnenbruch einen starken Konkurrenten auf seiner Position, nämlich Michael Piwowarski.

Späte Freundschaft mit Heribert Bruchhagen

Da fiel Rudi Schlott, seinerzeit Coach im Heidewald, die Entscheidung, wen er von den beiden für eine bevorstehende Partie aufstellen sollte, nicht ganz leicht. »Manchmal mussten wir im Training ein Sprintduell austragen. Der Sieger durfte dann spielen«, erinnert sich Piowarski, heute Scout im Nachwuchsbereich von Bayern München, mit einem Schmunzeln.

Einer von Karl-Heinz Nonnenbruchs Mitstreitern war auch Heribert Bruchhagen, aktuell Vorstandsvorsitzender beim Hamburger SV. In dem erwähnten Nachruf bekennt der »Heri«, dass er als junger Spieler einige Probleme mit dem Verteidiger hatte. »Später aber sind wir gute Freunde geworden.«

Stimmungskanone in den kürzesten Hosen

Schließlich galt Nonnenbruch als Stimmungskanone der DJK-Truppe und überdies als lebenslustiger Geselle. Zudem legte er stets Wert auf sein Äußeres – auch auf dem Rasen: Um seine durchtrainierten Oberschenkel noch besser zur Geltung kommen zu lassen, suchte er sich immer die kürzesten Hosen aus.

Seinen letzten Kampf verlor Nonnenbruch, der zuletzt in Recklinghausen wohnte: Der 55-Jährige erlag einem Krebsleiden. Im Internet indes »lebt« er weiter.

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