Mi., 07.03.2018

Wenn’s terminlich passt: Star will bei 20. Isselhorster Nacht mitlaufen Joey Kelly predigt in der Kirche: »Bewegung ist die Basis«

In seiner Rolle als Extremsportler hat Musiker Joey Kelly (Mitte) anlässlich der 20. Isselhorster Nacht am 30. Juni einen Vortrag in Isselhorst gehalten. Damit hat er auch die Organisatoren Thomas Krell (links) und Felix Krull in seinen Bann gezogen.

In seiner Rolle als Extremsportler hat Musiker Joey Kelly (Mitte) anlässlich der 20. Isselhorster Nacht am 30. Juni einen Vortrag in Isselhorst gehalten. Damit hat er auch die Organisatoren Thomas Krell (links) und Felix Krull in seinen Bann gezogen. Foto: Robert Becker

Von Robert Becker

Gütersloh-Isselhorst  (WB). Als Musiker füllt Joey Kelly ganze Stadien und große Hallen. Gerade ist er mit der Kelly-Family auf Tour in Chemnitz, Berlin und Bremen gewesen. Am Montag hat der 45-Jährige hingegen in seiner Rolle als Ausdauersportler mehr als 600 Besucher in die evangelische Kirche Isselhorst gelockt.

Fast alle Bänke sind besetzt: Der irische Showstar referiert und predigt im Hinblick auf die 20. Auflage der traditionsreichen Isselhorster Nacht gute anderthalb Stunden. Er gibt Einblicke in seiner musikalische und sportliche Karriere, haut Anekdoten raus und sagt über seine Leidenschaft Extrem-Sport: »Ultrasport ist über Grenze gehen und nicht gesund – mir macht das Spaß. Es reichen aber auch 9,2 Kilometer!«

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Gehen Sie heute ins Netz und melden sich an. Der Rest geht von allein.

Joey Kelly

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Der letzte Satz dürfte vor allem die »Nacht«-Organisatoren Thomas Krell und Felix Krull gefreut haben, denn das ist die Distanz des Hauptlaufs am 30. Juni. Wenn es terminlich passt, erklärt Joey Kelly am Montagabend in der Kirche, dann will auch er bei der Isselhorster Nacht 2018 mitlaufen. Er möchte aber auch andere zur sportlichen Herausforderung motivieren. Sein Tipp: »Gehen Sie heute ins Netz und melden sich an. Der Rest geht von allein.«

Im Video klammert sich Kelly entkräftet an die erste Boje

Joey Kelly zeigt dem Publikum, dass sein Weg im Sport genauso angefangen hat wie in der Musik – ganz unten. Ein alter Videoausschnitt zeigt ihn beim ersten Triathlon im Rothsee, wie er im Delphin-Stil los schwimmt und sich nach 200 Metern entkräftet an eine Boje klammert. Genauso schwierig sei es zu den Anfängen der Kelly-Family in den 80er-Jahren gewesen, als die zwölf Kinder mit Vater und Mutter in Italien auf der Straße mit ihrer Musik begannen. »Wir haben 18 Jahre lang um unsere Existenz gekämpft«, sagt Kelly.

Er erzählt davon, wie der Erfolg kam (20 Millionen verkaufte Platten), wie sie eine Million D-Mark unter Deck im alten Hausboot bunkerten und dass er von Vater Dan das Motto »Frei und ohne Angst« zu leben übernommen hat. Sein Vater, der nach seinem dritten Schlaganfall 2002 mit 72 Jahren verstorben sei, habe zu wenig in seine Fitness investiert, sagt Kelly und zieht den Schluss: »Bewegung ist die Basis für Lebensqualität im Alter«.

Anekdote: Erst Ironman absolviert, dann Opening Act für Michael Jackson

Seine erste Begegnung mit dem Laufen? Ein Besuch beim Essen-Marathon: »Alles Tiere hier« hätte er damals gerufen. Kurz darauf ist er selbst eines: Den Ironman Roth läuft er nach einem Radsturz mit Schlüsselbeinbruch zu Ende. Einmal hetzt er vom Ironman direkt zum Kelly-Family-Konzert als Vorgruppe von Michael Jackson im Olympia-Stadion München. 30 Sekunden vorm Auftritt schwebt er ein, Bruder Patrick hätte ihn zuvor telefonisch zur Aufgabe bewegen wollen, um pünktlich zu sein. Aber vier Kilometer vorm Ziel gibt ein Joey Kelly nicht auf.

Mit Hackl-Schorsch bei der Wok-WM und mit Markus Lanz zum Südpol

Der prominente Gast plaudert darüber, wie er bei der Wok-WM »den Hackl-Schorsch« bezwungen hat, wie er mit Markus Lanz zum Südpol gelaufen ist (»Mit vier Mann in einem vier Quadratmeterzelt, da gibt es kein Verstecken«) und wie er bei 50 Grad durch die Sonne des Death Valley gerannt ist. Er streut die Anekdote ein, wie er Fußballmanager-Ikone Rainer Callmund (»Besser fett und fit, als schlank und schlaff«) vor einigen Jahren zum Halbmarathon-Debüt angeleitet hätte. »Raus aus der Komfortzone«, lautet sein Motto des Vortrags.

Nächster Plan: Mit Sohn Luke ohne Geld von Berlin nach Peking laufen

Demnächst will er mit seinem Sohn Luke (17), ebenfalls ein Langstreckler, ohne Geld von Berlin nach Peking laufen. Und: Wenn’s terminlich passt, dann kehrt er im Sommer nach Isselhorst zurück. Auch dafür erntet Joey Kelly in der Kirche jede Menge Applaus.

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