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Mi., 06.12.2017

Heimische Handballer sind bei der WM mittendrin statt nur dabei Union trifft deutsches Top-Talent Bölk

Das Haller Team mit Nationalspielerin Emily Bölk.

Das Haller Team mit Nationalspielerin Emily Bölk.

 Halle/Steinhagen (WB/star/hw). 5794 Fans haben den 23:18-Erfolg der deutschen Handballerinnen gegen Südkorea bei der Heim-WM gefeiert. Darunter auch einige Spielerinnen von Union Halle. Zusammen mit den Trainern Maik Hahn und Fabian Reinsberger haben sie ihr spielfreies Wochenende zu einem Abstecher nach Leipzig genutzt.

Mit Union Plakat, Deutschland-Fahne und schwarz-rot-goldenem Emblem auf der Wange machte die Haller Reisegruppe auf der Tribüne Stimmung und lernte am Rande der Partie Nationalspielerin Emily Bölk kennen, die gegen Südkorea pausieren musste. Das deutsche Ausnahme-Talent eifert seinen Eltern nach. Mutter Andrea war 1993 Weltmeisterin, Vater Matthias hat sich in der heimischen Handball-Szene als Versmolder Regionalliga-Spieler einen Namen gemacht.

Spielpause genutzt

Dass der Spielbetrieb aufgrund der WM auch in Ostwestfalen ruhte, darüber waren nicht wenige Aktive ärgerlich. Halles Handballerinnen nutzten indes die Pause, um das WM-Feeling vor Ort zu erleben, sie kehrten in der Nacht zu Montag mit vielen Eindrücken zurück in die Lindenstadt. Auch Spvg. Steinhagens Verbandsliga-Trainer Olaf Grintz ist bei der Weltmeisterschaft als sogenannter »Scout« mittendrin statt nur dabei.

Nach unentdeckten Talenten hält er am Gruppenphasen-Spielort Bietigheim allerdings nicht Ausschau. Ein wachsames Auge ist dennoch gefragt. »Meine Aufgabe ist es, die Aktionen auf dem Feld in Echtzeit zu erfassen. Das geht von Toren über Fehlwürfe bis zu Freiwürfen oder technischen Fehlern«, erklärt Grintz. Für jedes WM-Spiel steht dafür ein fünfköpfiges Scoutteam und eine eigens entwickelte Software bereit. Grintz’ Arbeit wird dann beispielsweise in Spielunterbrechungen für Einblendungen im Fernsehbild genutzt. Die Internet-Plattform Handball-Deutschland.TV überträgt sämtliche WM-Spiele, der Sender Sport1 die der deutschen Mannschaft.

Dreieinhalb Jahrzehnte Erfahrung als Trainer

Olaf Grintz hofft auch für seine Arbeit als Trainer der Steinhagener Frauen und als Lehrwart des Handballkreises so manchen Kniff mitnehmen zu können: »Vielleicht kann ich mir von meinen Trainerkollegen etwas abschauen, wie sie etwa in engen Spielen coachen.« Vorbereitet auf seine Arbeit als Scout hat Grintz in erster Linie seine Erfahrung. Kein Detail des Spiels verpassen zu dürfen, ist für ihn kein Problem. »Ich bin seit 35 Jahren als Trainer dabei. Da entwickelt man eine Routine, Szenen schnell zu erfassen und zu verstehen«, sagt Grintz, der mit seinen Steinhagener Frauen auch auf Videoanalyse setzt.

Die Weltmeisterschaft nutzt Grintz an seinem Einsatzort Bietigheim auch für soziale Kontakte. »Ich habe vier Jahre in Süddeutschland gelebt«, erzählt der 50-Jährige, der alte Weggefährten treffen will. Für Grintz geht die Arbeit im Auftrag des Handballs allerdings auch nach seinem letzten Spiel in Bietigheim und nach dem Finale am 17. Dezember in Hamburg in der Heimat weiter. »Die Weltmeisterschaft kann für unseren Sport ein Erfolg werden. Aber nur, wenn der auch an der Basis bei den Kreisen und Vereinen ankommt und genutzt wird«, sagt er.

 

 

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