Di., 13.03.2018

Handball-Verbandsligist TSG Harsewinkel nach 24:23-Krimi auf Aufstiegskurs Bruchhagen sieht finalen Bröskamp-Böller

Mannschaftskapitän Sven Bröskamp erzielt gestern Abend zehn Sekunden vor Schluss den Siegtreffer zum 24:23-Erfolg seiner TSG im Topspiel gegen Oberaden.

Mannschaftskapitän Sven Bröskamp erzielt gestern Abend zehn Sekunden vor Schluss den Siegtreffer zum 24:23-Erfolg seiner TSG im Topspiel gegen Oberaden. Foto: Wolfgang Wotke

Von Dirk Heidemann

Harsewinkel (WB). Dieser Topspiel-Krimi ist wahrlich nichts für schwache Nerven: Zehn Sekunden vor Schluss wirft Mannschaftskapitän Sven Bröskamp am Dienstagabend die TSG Harsewinkel zum 24:23 (15:13)-Heimsieg über den SuS Oberaden und somit auf Aufstiegsplatz zwei.

Anschließend unterbindet Sebastian Dreiszis auf Kosten einer Zeitstrafe die schnelle Mitte, die Uhr tickt runter – und der Rest ist Jubel unter einem Großteil der 450 Zuschauer auf der prall gefüllten Tribüne in der Harsewinkeler Dreifach-Sporthalle. Dabei hätten es die Hausherren gar nicht so spannend machen müssen.

Beim 23:21 (56.) sehen sie wie der sichere Sieger aus, zumal jetzt Jonas Kalter über das komplette Spielfeld in Richtung leeres Oberadener Tor wirft. Doch er trifft nur die Querlatte, angetrieben vom erst ab der 52. Minute auf der Platte stehenden Oberadener Spielmacher Alexandros Katsigiannis steht es postwendend 23:23 (57.) Dann trifft Florian Bröskamp zweimal die Latte, doch Pascal Pelkmann bietet sich per Siebenmeter die nächste Chance zur erneuten TSG-Führung. Aber Pelkmann scheitert an SuS-Keeper Börge Klepping, der auch noch Pelkmanns Nachwurf hält.

»Normalerweise geht das Ding dann komplett in die andere Richtung«, hat der starke TSG-Rückhalt Johnny Dähne schon schlimmste Befürchtungen. Aber Sven Bröskamp erzwingt mit seinem finalen Böller das Glück! »Die zweite Halbzeit war nervlich schon harte Kost. Jetzt ab in die Eistonne«, sagt Dähne, denn am Freitagabend steht ja bereits das Derby gegen Steinhagen (19.30 Uhr) auf dem Programm.

Schon zu Beginn des zweiten Durchgangs hätte die TSG unter den Augen des beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV entlassenen Vorstandschefs Heribert Bruchhagen eine Vorentscheidung herbeiführen müssen. Klepping pariert zwei Siebenmeter von Jonas Kalter, der zudem nur den Pfosten trifft – statt 17:14 muss es nach 35 Minuten 20:14 stehen. Stattdessen kommt Oberaden nicht nur zum 17:17 (42.), sondern geht gar mit 18:17 (47.) in Führung. Quälend lange 13 Minuten bleibt die TSG ohne eigenen Treffer, ehe Pascal Pelkmann per Siebenmeter zum 18:18 trifft und anschließend in Überzahl zwei weitere Tore zum 20:18 nachlegt.

In der ersten Halbzeit ist es die Rückraum-Achse um Kalter und die beiden Bröskamp-Brüder (zusammen 13 der 15 Tore), die das Spiel diktiert, gleichwohl sind die Harsewinkeler hier schon deutlich hektischer als die abgezockten Gäste. Als der TSG dann auch noch die Leichtigkeit im Abschluss abhanden geht und die Angriffe immer verkrampfter werden, droht die Partie zu kippen. »Es ist enorm wichtig, dass wir das Spiel wieder herumgerissen haben. Oberaden ist eben eine Top-Mannschaft, da muss man bis zum Ende konzentriert bleiben«, sagt der gesundheitlich angeschlagene TSG-Trainer Manuel Mühlbrandt, dessen Stimme nach diesem Handball-Drama fast vollständig weg ist.

TSG Harsewinkel: Dähne - Honerkamp, S. Bröskamp (5), Aperdannier, Hilla, Kalter (6/1), St. Claire, F. Bröskamp (6), M. Pelkmann (1), P. Pelkmann (5/1), Dreiszis (1).

SuS Oberaden: Makus/Klepping (ab 27.) - Hajduk (2), Noe, Herold, Fehring (6/3), P. Stennei (6), Roth, B. Stennei (6), Holtmann (1), Rossfeldt (2), Katsigiannis.

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