Mi., 03.01.2018

Handball-Verbandsliga: Steinhagens bisherige Auswärtsschwäche hat viele Gründe Die Summe der Kleinigkeiten

Bisher Steinhagens Pechvogel der Saison: Kreisläufer Kevin Kasper fällt mit einem Fingerbruch erneut aus.

Bisher Steinhagens Pechvogel der Saison: Kreisläufer Kevin Kasper fällt mit einem Fingerbruch erneut aus. Foto: Sören Voss

Von Gunnar Feicht

Steinhagen (WB). »Höhen und Tiefen«, »Ausgewogene Mischung« und »Zugänge brauchen Zeit«: Die Zwischentitel des WESTFALEN-BLATT-Saisonausblicks von Anfang September können durchaus dazu dienen, die ersten zehn Saisonspiele der Spvg. Steinhagen zu charakterisieren. Mit 11:9 Punkten hat der Handball-Verbandsligist sein Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft.

Das Nachholspiel gegen HSG Hüllhorst (wegen Wintereinbruchs abgesagt) hat die Spvg. mit Heimvorteil noch in der Hinterhand und sieht sich in einer kuriosen Situation: Weil der überlegene Spitzenreiter LIT II wegen der ersten Mannschaft in der Oberliga nicht aufstiegsberechtigt ist, beträgt der Abstand zum Aufstiegsplatz nur drei Punkte.

Das soll die Mannschaft motivieren, kann aber Trainer Torben Gottsleben nicht blenden: »Wir dürfen jetzt nicht arrogant sein und nur nach oben blicken. Der vorletzte Platz ist ganze fünf Punkte entfernt.«

Mit der Ausbeute unzufrieden

Vor diesem Hintergrund ist der ehrgeizige Coach mit der Ausbeute denn auch ganz und gar nicht zufrieden. Stichwort »Höhen und Tiefen«: »Als positiven Aspekt kann man unsere Heimbilanz ohne Verlustpunkt hervorheben, zumal wir uns in diesen Spielen auch offensiv stärker als im Frühjahr gezeigt haben. Aber auswärts sind wir fast nie unseren Ansprüchen gerecht geworden«, fasst der Trainer kritisch zusammen.

In der Fremde harmlos

Mehr Konstanz ins eigene Spiel zu bringen, hieß eines der Saisonziele. Doch abgesehen vom ersten Auswärtsauftritt (32:25 beim derzeitigen Schlusslicht Porta) hat das in fremder Halle wochenlang überhaupt nicht funktioniert – trotz intensiver Vorbereitung auf den jeweiligen Gegner. »Die Heimmannschaften waren in den entscheidenden Phasen deutlich präsentier und besser als wir«, sagt Gottsleben mit Blick auf die Niederlagen in Oberaden, Rödinghausen und Nordhemmern.

In Verl blieben die Punkte nach schlechtem Start bei einem insgesamt harmlosen Gegner ebenfalls liegen, in Bergkamen wurde nach 11:14-Rückstand und einem Zwischenhoch bis zur 23:20-Führung am Ende wenigstens ein Punkt erkämpft.

Fokus liegt auf 3-2-1-Deckung

Dass der Motor noch nicht mit gleichmäßiger Drehzahl läuft, führt der Trainer auf viele missliche Details zurück, die sich summiert haben. »Wir können und müssen unsere 3-2-1-Deckung besser hinbekommen. Aber die ist eben für neue Spieler schwierig umzusetzen, wenn sie es nicht gewöhnt sind.« Beispiel Thoren Höner, der bei seinem Stammverein in Jöllenbeck auf andere Deckungsvarianten geeicht war.

Zudem fielen immer wieder »Spezialisten« aus: zum Beispiel Kreisläufer Kevin Kasper, den nun schon zum zweiten Mal im Saisonverlauf ein Knochenbruch an der Hand auf Eis legt, und sein Bruder Robin, der einzige klassische Shooter aus dem Rückraum. Weil auch Christoph Lewanzik und Joachim Vogel oft angeschlagen waren und etliche Spieler nicht zu 100 Prozent trainieren konnten, gerät schnell Sand ins Getriebe. Die eingangs zitierte »ausgewogene Mischung« konnte sich bisher in Bestbesetzung noch nicht einspielen.

Restliche Hinrunden-Partien wichtig

»Was möglich ist, haben die ersten 45 Minuten gegen Harsewinkel gezeigt. Dieses Niveau wollen wir im neuen Jahr öfter auf die Platte bringen«, sagt Torben Gottsleben mit Blick auf den Start nach der Weihnachtspause und ergänzt: »Die drei Partien, die noch zur Hinrunde zählen, sind für den weiteren Verlauf sehr wichtig.«

Im Nachholspiel gegen Hüllhorst (noch nicht fest terminiert), im Heimspiel gegen Nettelstedt II und auswärts bei der HSG Spradow wollen die Steinhagener das Hinserienkonto kräftig aufpolieren, damit es in der zweiten Hälfte mit Blick nach oben richtig spannend wird.

Neuzugänge müssen sich steigern

Dann können hoffentlich auch die Neuen (Stichwort »Zugänge brauchen Zeit«) noch einige Prozent draufpacken. Kreisläufer Höner ist auf dem besten Weg, sich an die höheren körperlichen Anforderungen der Verbandsliga zu gewöhnen. Rechtsaußen Mo­ritz Lünstroth darf sich angesichts seiner handballerischen Möglichkeiten ruhig mehr zutrauen. Torwart Hannes Köhne hat schon Akzente gesetzt und will künftig öfter zum Faktor werden, braucht dabei aber noch mehr Unterstützung der Deckungsreihe. Martin Damm und Raimund Barton mussten bisher zumeist die in Not geratene Reserve verstärken.

Auch diese Tatsache hat möglicherweise den ein oder anderen Verbandsliga-Punkt gekostet. Für Spvg. Steinhagens Saisonabschnitt 2018 bleibt jedenfalls noch viel Luft nach oben.

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