Mo., 05.03.2018

Fußball: Steinhagen dreht an Stellschrauben Kämpfen allein reicht nicht

Robuster und zweikampfstärker: Thomas Winder rückte überraschend für den spielstarken Robin Bürmann auf die Doppelsechs neben Dennis Kipp.

Robuster und zweikampfstärker: Thomas Winder rückte überraschend für den spielstarken Robin Bürmann auf die Doppelsechs neben Dennis Kipp. Foto: Sören Voss

Steinhagen (WB/star). Spvg. Steinhagen hat nach fünf Niederlagen in Folge beim 1:1 im Kellerduell gegen VfB Schloß Holte seit dem 5. November (5:3 gegen Rietberg) den ersten Punkt geholt. Doch obwohl der Gegner dem Siegtreffer näher war, machte sich am Cronsbach nach dem Schlusspfiff Enttäuschung breit. Der Befreiungsschlag blieb aus, die Spvg. bleibt in der Fußball-Landesliga auf einem Abstiegsplatz.

Trainer Daniel Keller hatte erneut an einigen Stellschrauben gedreht. So spielte Thomas Winder nach langer Pause überraschend neben Dennis Kipp auf der Doppelsechs. Dabei hatte Keller noch am Freitag erklärt: »Hakan Erdem und Thomas Winder sind noch nicht fit für Sonntag.« Aber in der bedrohlichen sportlichen Situation waren Robustheit und Zweikampfstärke gefragt. Der spielstärkere, aber körperlich schwächere Robin Bürmann, bisher immer auf der Sechs aufgeboten, rückte eine Position vor.

Ebenfalls neu: Co-Trainer Daniel Eikelmann gab auf der gegenüberliegenden Seite der Bank so lange lautstark Anweisungen, bis er vom Schiedsrichter auf seinen eigentlichen Platz zurückgeschickt wurde. Auch auf dem Rasen ging es lauter als sonst zu. Und Steinhagens Spieler machten nicht nur verbal von Beginn an klar, dass sie den Abstiegskampf annehmen, sie kämpften und grätschten. »Die Einstellung hat absolut gepasst. Doch wir müssen zielgerichteter nach vorne spielen«, sprach Keller das große Manko seiner Schützlinge an. »Nur« kämpfen und verteidigen reicht in der Landesliga auch nach einem frühen Führungstreffer nicht aus. Vor allem in Halbzeit zwei gerieten die Gastgeber mächtig unter Druck, weil es keine Entlastung gab. Vielversprechende Kontersituationen wurden nicht konsequent zu Ende gespielt, weil offensichtlich Überzeugung und Selbstvertrauen fehlten. Ohne diese beiden Tugenden wird es ganz schwer, die schwierigste sportliche Situation seit vielen Jahren zu meistern.

Schloß Holte, in der Tabelle nur drei Zähler vor der Spvg. platziert und ebenfalls abstiegsgefährdet, wirkte wesentlich freier, ließ in vielen Situationen Ball und Gegner laufen. »Steinhagen war deshalb am Ende platt. Unsere Ruhe im Spielaufbau und dass wir fußballerisch überzeugt haben, sind gute Zeichen«, lobte Holtes Trainerduo André Koslowski und Daniel Bartke die richtige Mischung aus Kampf und spielerischen Elementen.

Die Köpfe frei bekommen

Da SC Verl II im neuen Jahr fleißig punktet und sich vom Tabellenkeller absetzt, kommen neben Steinhagen (15 Zähler) wohl nur noch Mastholte (11), Bad Lippspringe (13), SC Vlotho (17) und eben Schloß Holte (18) für die drei Abstiegsplätze in Frage. Die Spvg.-Spieler brauchen dringend ein Erfolgserlebnis – vor allem, um die Köpfe frei zu bekommen. Allerdings warten nun die schwierigen Aufgaben gegen die Topteams Bad Westernkotten (auswärts) und Theesen (zuhause).

Steinhagens Sportlicher Leiter Carsten Lochmüller setzt trotz der Negativserie zumindest kommenden Sonntag auf Trainer Daniel Keller: »Gegen Schloß Holte hat man gesehen, dass Daniel die Mannschaft erreicht. Doch wir müssen von Spieltag zu Spieltag schauen.« Keller selbst glaubt noch daran, zusammen mit seinem Team die Wende zu schaffen und äußerte nach dem Holte-Spiel keine Rücktrittsgedanken: »Nicht solange ich das Gefühl habe, dass ich die Mannschaft noch erreiche und die Spieler hinter mir stehen.«

Die ausgefallene Nachholpartie der Spvg. in Brakel ist für Donnerstag, 12. April, angesetzt worden. SC Peckeloh holt seine Begegnung in Rietberg am Donnerstag, 10. Mai, nach.

Auch Herford muss zittern

In welcher Spielklasse Steinhagens scheidender Trainer Daniel Keller in der kommenden Saison mit seinem neuen Verein SC Herford unterwegs sein wird, das steht ebenfalls noch in den Sternen. Der SC verpasste es beim 1:1 im Kellerduell gegen VfB Fichte, sich von den Abstiegsplätzen abzusetzen. Dabei vergab der Wer­theraner Aytürk Gecim nach seinem Ausgleichstreffer beste Chancen und wurde zum tragischen Helden im OWL-Derby.

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