Di., 13.03.2018

Badminton: »Traditionsmannschaft« Spvg. Steinhagen III gewinnt ihr letztes Spiel Ein Abschied mit Stil

»Das Feld wird jeden Tag ein bisschen größer«. Spvg. Steinhagen III hat das letzte Spiel bestritten, das Team löst sich auf – hinten von links: Marco Werning, Reinhard Lütkemeier, Jochen Hülsmann, Dirk Meyer zu Hücker; vorne: Frauke Ruwisch und Uta Möller.

»Das Feld wird jeden Tag ein bisschen größer«. Spvg. Steinhagen III hat das letzte Spiel bestritten, das Team löst sich auf – hinten von links: Marco Werning, Reinhard Lütkemeier, Jochen Hülsmann, Dirk Meyer zu Hücker; vorne: Frauke Ruwisch und Uta Möller.

Von Stephan Arend

Steinhagen  (WB). So viele Leute haben in der Cronsbachhalle schon seit Jahren kein Badminton-Spiel mehr gesehen. Dabei geht es am Samstag lediglich um Platz drei in der Kreisklasse, der untersten Liga. Das 6:2 von Spvg. Steinhagen III gegen TV Werther IV vor 30 Zuschauern, die eine Fahne schwenken und auch sonst für Stimmung sorgen, ist dennoch eine ganz besondere Partie. Zum letzten Mal kämpft die heimische Dritte an diesem Abend um Punkte.

Marco Werning spielt noch Handball bei Steinhagen IV und wollte eigentlich schon vor der Saison den Schläger an den Nagel hängen. Frauke Ruwisch zieht nach Herford. Sie und ihre Teamkollegen Jochen Hülsmann, Reinhard Lütkemeier, Dirk Meyer zu Hücker oder Uta Möller sind an die 50 oder älter. Und Guido Frohwitter, als Jahrgang 1974 so etwas wie das »Teamküken«, ist wegen einer Verletzung die ganze Saison verletzt gewesen. So hilft gegen Werther IV unter anderem Youngster Moritz Humberg aus.

»Das Feld wird jeden Tag ein bisschen größer.« Jochen Hülsmann erklärt mit einem Augenzwinkern, warum die Zeit gekommen ist, das »Traditionsteam« der Badminton-Abteilung aufzulösen. Dass er seine Mitstreiter nun nicht mehr so regelmäßig treffen wird, findet der 54-Jährige sehr schade. Doch Wehmut aus sportlicher Sicht kommt nicht auf: »Wir sind schon so lange dabei, haben alles erlebt. Und wer wie ich noch Lust hat, kann ja in der zweiten Mannschaft als Ersatzspieler aushelfen, ohne den jungen Leuten einen Platz wegzunehmen.« Vor allem im Doppel macht es immer noch Spaß, mit guter Taktik und viel Erfahrung den Youngstern die Grenzen aufzuzeigen.

Dass Steinhagen III im Saisonfinale den dritten Platz verteidigt hat, war das letzte (kleine) sportliche Ziel. 2016/2017 beendete die Mannschaft die Saison sogar auf dem ersten Platz. Sie verzichtete zwar auf den Aufstieg, feierte aber den ersten Titel der Badminton-Abteilung seit acht Jahren. Auch daran dachten die Spvg.-Spieler bei der anschließenden Saisonabschlussfeier der Abteilung im Grillwerk in Künsebeck zurück.

In den »guten, alten Zeiten« ist die erste Mannschaft der Spvg. Steinhagen in neun Jahren sieben Mal aufgestiegen, klopfte in der Regionalliga sogar an die Tür zur 2. Bundesliga – und »leistete« sich neben dem hauptamtlichen Coach Robert Panasiewicz auch den ein oder anderen Spitzenspieler aus Polen oder Dänemark. Jochen Hülsmann hat diese Zeiten als Abteilungsvorsitzender und Sportlicher Leiter geprägt, denkt noch immer gerne zurück an packende Derbys gegen BSC Gütersloh mit viel Emotionen und vor vollen Tribünen. »Ich habe nichts bereut, und würde es unter den gleichen Voraussetzungen noch einmal so aufziehen«, sagt Hülsmann. Doch heutzutage hat der Badmintonsport in dieser Region an Popularität verloren. Es gibt weniger Aktive, weniger Vereine und nur noch ganz selten Punkte-Spiele mit 30 Zuschauern – so wie am Samstagabend beim Abschiedsspiel am Cronsbach.

 

 

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