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Mo., 02.10.2017

14. Böckstiegel-Lauf: neue Sieger bei denkwürdiger Schlammschlacht Pohle rennt dem Regen davon

Seine bisher längste Wettkampfdistanz – und gleich ein souveräner Sieg: Hendrik Pohle lässt der Freude im Ziel freien Lauf.

Seine bisher längste Wettkampfdistanz – und gleich ein souveräner Sieg: Hendrik Pohle lässt der Freude im Ziel freien Lauf. Foto: Sören Voss

Von Gunnar Feicht

Werther (WB). Respekt allen 1178 Läuferinnen und Läufern, die das Ziel erreicht haben: Der 14. Böckstiegel-Lauf war nichts für Warmduscher und wird als Regenschlacht in die Annalen eingehen. Sieger und Siegerin war’s egal: Hen­drik Pohle und Mareike Walkenhorst haben erstmals über die klassischen 18 km triumphiert.

Während die Triathletin vom TSVE Bielefeld im Ziel froh war, den Kampf mit den Elementen bestanden zu haben, ließ Pohle seiner Begeisterung freien Lauf. Der 28-Jährige von der SV Brackwede gilt seit dem Schüler-Alter als starker Bahnläufer, hat in der Männerklasse auch als Straßenläufer über 5 und 10 km viele Siege eingefahren. Aber ein Landschaftslauf über 18 km mutete für ihn wie ein Marathon an: »Die längste Strecke, die ich im Wettkampf je gelaufen bin. Das war ein erster Test, weil ich 2018 endlich mal beim ›Hermann‹ starten will.«

Das Experiment ist zu 100 Prozent geglückt, denn Pohle setzte sich vom Start weg ab, hielt auch in der langen Steigung zwischen Kilometer 6,5 und 8 sein Plus auf den zweitplatzierten Jan Kerkmann (TSVE Bielefeld) und lief auf der asphaltierten zweiten Streckenhälfte mit einem Schnitt von 3:10 Minuten pro Kilometer am Ende 69 Sekunden Vorsprung heraus. »Dabei bin ich im Training überhaupt erst einmal eine richtig lange Distanz von 30 km gelaufen und war bis zum vergangenen Wochenende noch erkältet«, berichtete Pohle. Trotz des Hundewetters war seine Siegerzeit acht Sekunden besser als die seines Vorgängers Elias Sansar 2016. Der hatte nach den schlechten Wetterprognosen diesmal wegen des für den 8. Oktober geplanten Starts beim Essen-Marathon verzichtet.

»Zeitweise hat es so gegossen, das man fast nichts mehr gesehen hat«

Einen Berlin-Marathon in persönlicher Bestzeit von 2:32 Stunden hatte Jan Kerkmann in den Beinen, als er Samstag am Start stand. Deshalb grämte sich der 26-Jährige vom TSVE Bielefeld auch nicht, dass es nach Platz zwei im Vorjahr wieder nicht zu seinem ersten Sieg in Werther reichte: »Hendrik hat eine absolute Topleistung gebracht. Ich hatte allerdings nicht erwartet, dass ich überhaupt keine Chance mehr haben würde, noch mal näher ranzulaufen. Denn die letzten zwei Trainingstage waren trotz Berlin schon wieder positiv gewesen.«

Kerkmann hat in Sansars Abwesenheit wichtige Punkte für den Active Trail-and-Road-Cup gesammelt und wollte das Erlebnis nicht missen, den sonst meist sonnenverwöhnten Böckstiegel-Lauf mal im Regen gerannt zu sein. Das Wetter hatte Siegerin Mareike Walkenhorst ganz schön zu schaffen gemacht: »Das war die totale Schlammschlacht. Zeitweise hat es so gegossen, das man fast nichts mehr gesehen hat. Aber irgendwann ist einem dann alles egal.« Die Triathletin, die nach einer längeren gesundheitlich bedingten Pause seit Mai wieder im Training ist, hatte die Abwesenheit der Vorjahressiegerinnen Silke Pfenningschmidt-Gläsker und Melanie Genrich genutzt: Mit gut zwei Minuten Vorsprung auf Maria Lübbert-Horn (W50) und Anja Bitter (W45) holte sich die Polizeibeamtin den Sieg.

Sehr zufrieden waren auch die schnellsten heimischen Läufer: Dirk Strothmann, Klassensieger M45 und eine Minute schneller als im Vorjahr, holte sich hinter Kerkmann Rang drei, Lokalmatador Raoul Kempmann (1. M50) setzte sich auf den letzten 1,5 km aus einer Vierer-Gruppe ab und wurde als schnellster Wertheraner Fünfter. Sabine Engels (7. und 2. der W45) befindet sich nach mehrmonatiger Zwangspause im Frühjahr noch im Aufbau und musste Nässe und Kälte Tribut zollen.

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