Mo., 08.01.2018

Eishockey: Toptorjäger spielt ab sofort in Schweden Reed verlässt Herforder EV

Abschied aus Herford: Torjäger Ross John Reed (rechts) spielt nicht mehr für die Ice Dragons.

Abschied aus Herford: Torjäger Ross John Reed (rechts) spielt nicht mehr für die Ice Dragons. Foto: Lars Sundermann

Von Lars Krückemeyer

Herford  (WB). Das ist ein sportlich schwerer Rückschlag für den Herforder EV: Der ambitionierte Eishockey-Regionalligist muss ab sofort auf Torjäger Ross John Reed verzichten. Der 25-jährige Kanadier ist zum unterklassigen schwedischen Verein Olofströms IK gewechselt, sein Vertrag wurde gestern aufgelöst.

»Schwierige Situation für uns«

Noch am Sonntagabend stand der Stürmer beim 6:1 (2:0/1:1/3:0)-Erfolg des Tabellenzweiten beim Neusser EV auf dem Eis und erzielte – passenderweise – das letzte Tor des Abends. »Er hat ein Angebot bekommen und uns um die Vertragsauflösung gebeten. Dem haben wir entsprochen. Menschlich hat er sich hier vielleicht etwas schwergetan, aber er ist sein super Eishockeyspieler. Das ist jetzt eine schwierige Situation für uns«, sagte HEV-Vorsitzender Uwe Johann.

Zeit bis zum 31. Januar

Bis zum 31. Januar haben die Ice Dragons Zeit, einen Ersatz zu verpflichten. In der Vorrunde stehen noch neun Spiele an, danach folgen die Play-Offs. »Zu diesem Zeitpunkt sind natürlich nicht mehr viele Spieler auf dem Markt. Und der Herford schwimmt nicht wie andere im Geld«, weiß Johann.

Drei Spiele gesperrt

Ross John Reed war im Sommer aus der 3. schwedischen Liga auf Empfehlung seines Sturmpartners Killian Hutt gekommen, erzielte 41 Tore und gab 20 Vorlagen. Dennoch war der 25-Jährige nicht unumstritten. Mit 65 Strafminuten avancierte er mit Abstand zum Strafbankkönig. Negativer Höhepunkt war seine Attacke auf einen Gegenspieler gegen Dinslaken am 10. November. Dafür wurde Reed für drei Spiele (plus eines auf Bewährung) gesperrt.

Kommentare

Reed verläßt Herforder EV

Sehr geehrter Herr Kranz,

ich denke Ihnen ist doch klar, das der Herforder EV in der Regionalliga West am Ende einer derzeitigen Entwicklung angekommen ist. Die höchste, per Aufstieg zu erreichende, Spielklasse ist die Oberliga Nord mit Teams aus Leipzig, Halle an das Saale, Rostock, Duisburg, Tilburg, ... . Allein die Nutzung der Eishalle, welche keine Spiele unter der Woche und regelmäßig am Sonntag zuläßt, sowie Budgetkosten machen einen Aufstieg sinnlos und quasi nicht umzusetzen. Es besteht von vielen Vereinen auch gar nicht der Wunsch und Wille aufzusteigen, sondern in der finanzierbaren Spielklasse mitzuhalten oder möglichst vorne mitzuspielen. Über die EU-Regelung läßt sich streiten, natürlich, aber Sie fahren hier einen persönlichen Kleinkrieg ohne damit im Interesse einer breiten Masse zu dienen, sondern eigene Interessen zu verfolgen. Gute Spieler setzen sich durch, gute Spieler bekommen ihre Eiszeiten, gute Spieler landen in ambitionierten Teams, gute Spieler müßen sich nicht auf EU-Regelungen stützen oder umgehen, gute Spieler spielen, egal welche Staatsbürgerschaft sie haben. Das es Bedarf gibt, in den Landesverbänden sowie auf DEB-Ebene, ist unbestritten um eine möglichst einheitliche Regelung zu finden, wie viele Spieler ohne deutschen Pass eingesetzt werden dürfen. Solange das nicht der Fall ist, geht man als Verein kein Risiko ein um Punktabzüge zu verhindern, vollkommen richtig und im Sinne der Mannschaft. Am Ende überlegen sie mal, wenn sie schon so lange beim Eishockey dran sind, was am meisten Bestand im deutschen Eishockey hat, richtig, der Wandel.

Reed verlässt Herforder EV

Schade das man sich nicht mit ganzen Namen nennt.
Zur Klarstellung :
Niedersachsen setzt das EU - Recht voll um.
Hier handelt es sich auch nicht um ein Strohfeuer. Hier handelt es sich um ein EU - Gesetz !
Beim Fussball, Handball, Basketball etc wird es seit Jahren umgesetz. Warum nicht im Eishockey. Das muß hinterfragt werden dürfen. Ich habe auch keine persönlichen Interessen. Ich wurde darauf erst aufmerksam, weil im familiären Umfeld dieser Sachverhalt auftrat. Ich sehe es als meine Pflicht hier zu handeln. Wir leben in Europa, falls Sie es noch nicht gemerkt haben.
Die Aussage, dass in großen Mengen EU-Spieler kommen ist lächerlich. Die Vereine haben doch gar nicht das Geld dafür. Das Problem ist in Deutschland, das die Spielerdecke an jungen Spielern, die auch qualitativ Regionalliga - Niveeau haben zu dünn ist, siehe Herford. In Herford kommen seit 30 Jahren im Schnitt 2 - 3 Spieler aus der eigenen Jugend die Regionalliga / Oberliga Niveau haben. Wenn ein zwanzigjähriger in diesem Alter nicht Regionalliga spielt, wird es schwer für den jungen Spieler in dieser Liga sich zu behaupten. Wir brauchen diese EU Spieler. Dadurch wird das deutsche Niveau im Eishockey steigen.
Ich unterstütze den Verein seit 1983, als Spieler und dann als Sponsor. Aber ich sehe es nicht ein das ein Verband sich über EU Gesetze arrogant hinwegsetzt !!!!!!!! Und der Verein hier nicht handelt.

Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der ehrenamlichen Mitgliedern. Aber wenn hier Gesetzt nicht eingehalten werden, muß man darauf aufmerksam machen. Hier verlange ich vom Vorstand mehr Mut gegenüber dem Verband. Was soll denn passieren ? Punkteabzug wird es nicht geben. Also was soll passieren.
Hier wurde mir von Vorstand im Vorfeld auch etwas anderes suggeriert.
Peinlich sind Sie, weil Sie, genau wie so viele andere, so etwas einfach ignorieren.

Erik Kranz

Mal hinterfragen

Die Thematik EU Ausländer ist seit Jahren eine bekannte Thematik.
In Eishockey NRW und auch Niedersachsen wird seit Jahren mit 2 Ausländern gespielt. Warum sollte der Verein das jetzt ändern? Ob es ein "Nicht EU Ausländer" oder ein "EU Ausländer" ist, spielt doch vollkommen keine Rolle.
Es gibt genug Probleme mit dem Verband bzgl. Bereitstellung von Spielterminen etc. Warum sollte man noch ein weiteres Strohfeuer entfachen und riskieren irgendwann mit dem Verband so verkracht zu sein, dass man den Spielbetrieb auch eigentlich einstellen könnte?

Sollte der Herforder EV damit jetzt anfangen, dann spielt jede Mannschaft in der Regionalliga bald mit 10 Tschechen, 3 Slowaken und 2 Deutschen. Ist das der Sinn der Sache?

Siehe den EHC Netphen, welcher vor ein paar Jahren 2 Tschechen jedesmal zum Wochenende "eingeflogen" hat, damit Sie mal kurz für ein Spiel die gegnerische Mannschaft kaputtschiessen.

Soll das die Zukunft des Eishockeys in NRW sein?

Mir kommt es so vor, als würde einfach ein rein persönlicher Nutzen dahinter stehen.



Sollte es nicht eigentlich so sein, dass ein Sponsor den lokalen Verein unterstützt anstatt gegen Ihn zu schießen?

Durch Ihre ständigen Provokationen und Verläumdungen in sozialen Netzwerken als auch mittlerweile unter einem Zeitungsartikel ist absolut unprofessionell und durchaus peinlich.
Sie stellen Privatpersonen (welche teilweise mehr als 40 Stunden ehrenamtlich für den Verein ableisten) an den Pranger und geben alles dafür, dass mehr und mehr ein schlechter Ruf verbreitet wird.

Sind Sie sich über die Folgen eigentlich im Klaren? Ist Ihnen bewusst, dass Sie den EHRENAMTLICHEN in der Öffentlichkeit und auch in deren Berufsleben einen ganz schweren Rucksack aufsetzen?
Und dann wundern wir uns alle, dass es immer weniger Ehrenamtler in Deutschland gibt?

Wenn Sie doch alles besser und anders machen können. Bitteschön, übernehmen Sie!



Reed verlässt Herforder EV

Eine Mannschaft muß breit aufgestellt sein. Der Erfolg hängt nicht von einem Spieler ab.
Der Satz von Uwe Johann, dass andere Vereine in Geld schwimmen und Herford nicht, verwundert.
Andere Vereine schwimmen nicht im Geld, evtl. geht es Dietz - Limburg besser als andere Vereine in der Regionalliga, dass mag ich nicht zu beurteilen. Aber Herford ist hier durch das Unvermögen des Vorstand selber Schuld ! Gründe sind : nach wie vor wird die EU - Bürger Klausel im EHV NRW - Verband nicht eingehalten, andere Verbände haben es 2017 rechtskonform umgesetzt. Diese nichteinhaltung des EU Gesetz bedeutet für Herford, dass Kranzoil das Sponsoring gekündigt hat und das gute EU - Spieler nicht in der Regionalliga spielen dürfen. Die Regionalliga benötigt aber diese Spieler ! Darunter wird der Nachwuchs im Eishockey nicht leiden.
Hier eine schriftliche Aussage von Uwe Johann an den Verband : " Ich meine: Wir können das Problem nicht länger als einziger Mannschaftssport in Deutschland ignorieren. 9 Ausländer pro Team und Spiel in der DEL, und nur 2 in den Amateurligen – da stimmen die Proportionen nicht, und es sind keine sportlichen oder finanziellen, sondern menschliche Konsequenzen, die das hat" .
Und um was spielt man eigentlich in dieser Liga ? Kein Aufstieg möglich, warum soll man mit allen mitteln auf Platz 1,2,3 sein ?

4 Kommentare

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