Di., 17.04.2018

Abstiegsbedrohter Fußball-Westfalenligist trennt sich von Trainer Sascha Cosentino Tim Daseking soll den SC Herford retten

Tim Daseking (rechts), neuer Trainer des Fußball-Westfalenligisten SC Herford, bespricht bei seiner ersten Einheit am Dienstagabend mit Defensivspieler Joschka Matys, worauf es in den letzten sechs Spielen ankommt.

Tim Daseking (rechts), neuer Trainer des Fußball-Westfalenligisten SC Herford, bespricht bei seiner ersten Einheit am Dienstagabend mit Defensivspieler Joschka Matys, worauf es in den letzten sechs Spielen ankommt. Foto: Klaus Münstermann

Von Klaus Münstermann und Lars Krückemeyer

Herford (WB). Es hatte sich nach dem blamablen 1:5 gegen den TuS Hiltrup abgezeichnet: Der abstiegsbedrohte Fußball-Westfalenligist hat sich von Trainer Sascha Cosentino getrennt. In den letzten sechs Spielen soll Tim Daseking, zuletzt Sportlicher Leiter des SV Rödinghausen, die Mannschaft vor dem Abstieg retten.

Bereits gestern Abend leitete der 33-jährige A-Lizenz-Inhaber das Training des Tabellenvorletzten. Erst kurz zuvor hatte sich Daseking mit dem SV Rödinghausen auf eine Vertragsauflösung geeinigt, nachdem er wie berichtet im Oktober 2017 von seinen Aufgaben freigestellt worden war.

Tim Daseking: »Klassenerhalt ist eine Herausforderung«

»Den Klassenerhalt zu schaffen ist natürlich eine Herausforderung«, sagte Daseking, der mit Co-Trainer Janis Kaspelherr, den er aus Rödinghauser Zeiten kennt, bis zum Saisonende zusammen arbeitet. Von einem Achillessehnenriss erst seit vier Wochen komplett genesen, betonte Daseking: »Wenn man so viele Jahre nahezu täglich auf dem Sportplatz gestanden hat, fehlt einem das.«

Wo er beim SC Herford ansetzen muss, weiß der 33-Jährige: »Es geht vor allem um die Mentalität. Im Zusammenhang mit dem SC Herford ist in dieser Serie oft von der Qualität der Spieler gesprochen worden. Nun muss ihnen klar gemacht werden, dass sich am Ende niemand fragen soll, ›Wie konnten wir mit der Mannschaft absteigen‹.«

Sascha Cosentinos Amtszeit geht damit wie von dieser Zeitung bereits am Dienstag exklusiv berichtet einige Wochen eher als geplant zu Ende. »Natürlich bin ich traurig. Dieser Verein und diese Mannschaft sind für mich eine Herzensangelegenheit«, sagte Cosentino, bevor er sich im Anschluss an das erste Training ohne ihn von den Spielern verabschiedete.

Sascha Cosentino soll dem Verein im sportlichen Beirat erhalten bleiben

»Wir müssen noch mal einen frischen Akzent setzen, um alles aus den Spielern heraus zu kitzeln«, begründete der stellvertretender Vorsitzende Hans-Dieter Menke die Entscheidung für den Trainerwechsel. »Es ist ja keine richtige Entlassung. Sascha Cosentino soll dem Verein im sportlichen Beirat erhalten bleiben.«

Ursprünglich sollte Cosentino erst nach der Saison an Daniel Keller übergeben, der am 17. März beim abstiegsbedrohten Landesligisten Spvg. Steinhagen entlassen wurde. Daniel Keller brachte Daseking, mit dem er beim VfL Theesen zusammen gearbeitet hat, nun in Herford ins Gespräch.

Der 36-jährige Cosentino hatte 2012 im Trainerstab des SC Herford als Assistent von Sven Moning begonnen. Nach dem gemeinsamen Aufstieg in die Westfalenliga führte er die Mannschaft auf die Plätze vier, acht und sechs. Nach der erschreckend schwachen Vorstellung gegen Hiltrup ist für ihn nun jedoch vorzeitig Schluss.

Sein Nachfolger Tim Daseking sprang als Trainer zuletzt 2016 nach dem Rücktritt von Mario Ermisch beim SV Rödinghausen ein und schaffte am letzten Spieltag den Klassenerhalt. Das ist seit gestern auch sein Auftrag beim SC Herford zwei Spielklassen tiefer. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer.

Kommentar

Warum sollten fünf Klassen tiefer andere Mechanismen greifen als in der ersten Bundesliga? Fußball-Westfalenligist SC Herford versucht mit einem Trainerwechsel den Klassenerhalt in der Westfalenliga zu schaffen. Die Vereinsverantwortlichen lassen somit nichts unversucht. Nun sind die Spieler in der Pflicht, dasselbe zu tun. Sie müssen ihre oft beschworen individuelle Qualität endlich als Mannschaft unter Beweis stellen. Dafür haben sie sechs Spiele Zeit. Klaus Münstermann

 

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