Sa., 14.07.2018

TV-Moderator Lennert Brinkhoff blickt auf Russland-Abenteuer zurück Nach dem Finale zum Bäcker

Der Sportschau-Pulli war sein Erkennungsmerkmal: Lennert Brinkhoff (links) entlockt im Fischt-Stadion ARD-Kommentator Tom Bartels spannende Antworten. Der TV-Moderator aus Spenge war fünf ­Wochen bei der Fußball-WM im Einsatz, produzierte etliche Beiträge.

Der Sportschau-Pulli war sein Erkennungsmerkmal: Lennert Brinkhoff (links) entlockt im Fischt-Stadion ARD-Kommentator Tom Bartels spannende Antworten. Der TV-Moderator aus Spenge war fünf ­Wochen bei der Fußball-WM im Einsatz, produzierte etliche Beiträge. Foto: WB

Von Alexander Grohmann

Moskau (WB). Wenn an diesem Sonntag Frankreich und Kroatien den neuen Fußball-Weltmeister ausspielen, ist die Arbeit von Lennert Brinkhoff getan. Der TV-Moderator aus Spenge hat fünf Wochen lang für die ARD aus Russland berichtet. »Das Finale werde ich mir entspannt als Zuschauer im Stadion anschauen. Das ZDF überträgt«, sagt der 33-Jährige.

Beinahe täglich war Brinkhoff, der die Sendung »Sport im Dritten« beim SWR moderiert , bei der WM auf den sozialen Kanälen zu sehen. In etlichen Sportschau-Beiträgen ermöglicht der Außenreporter einen Blick hinter die Kulissen des Großereignisses.

Zwei Liter Bier sorgen für Vertrauen

So führt Brinkhoff vor Spielen Interviews mit ARD-Kommentatoren wie Tom Bartels und Steffen ­Simon oder begleitet englische Fans vom FC Blackpool einen Tag lang bis zum Anpfiff im Stadion. Für die Instagram-Reportage sind Nehmerqualitäten gefragt. »Nach der ersten halben Stunde hatte ich schon zwei Liter Bier getrunken. Danach hatten die Jungs Vertrauen gefasst und wir durften filmen«, schmunzelt der Ostwestfale, der in Stuttgart lebt.

Während für viele deutsche Journalisten das Abenteuer Russland nach dem Vorrunden-Aus der DFB-Elf endet, darf Brinkhoff bis zum Ende bleiben. »Das frühe deutsche Scheitern war für mich eher positiv, weil ich dadurch thematisch noch mehr ausprobieren konnte«, so Brinkhoff, der in den ersten Wochen regelmäßig live vom Trainingsplatz der Nationalmannschaft berichtet.

Schlechter Umgang vom DFB mit den Medien

Allerdings sind die Berichte aus dem DFB-Quartier wenig ergiebig. Nach 15 Minuten Aufwärmen gehen die Türen zu. Ohnehin sieht Brinkhoff den Umgang des Verbandes mit den Medien als höchst problematisch an. »Wie vor allem die Printmedien bei der WM behandelt wurden, ist ein Unding«, kritisiert Brinkhoff das abgehobene Gebaren der Funktionäre, die im Interview-Boykott von Mesut Özil im Zuge der »Erdogan-Affäre« gipfelt.

»Das war ein Riesenflop. Der Verband muss aufpassen, dass das Raumschiff Nationalmannschaft nicht irgendwann davon schwebt von den Fans«, lautet seine Erkenntnis.

135 Nachrichten nach Grindel-Interview

Einen Höhepunkt erlebt Brinkhoff, als er nach dem deutschen 2:1-Sieg gegen Schweden DFB-Boss Reinhard Grindel für die ARD vor einem Millionenpublikum am Mikro hat. »Das Gespräch dauerte nur 2:40 Minuten, aber direkt danach hatte ich 135 Nachrichten auf dem Handy von Leuten, die es gesehen hatten.«

Die Zeit in Russland ist für den TV-Mann nicht nur beruflich eine gute Schule. Immer wieder packt Brinkhoff die Koffer, lernt neben Moskau auch Städte wie Sotschi, ­Nischni Nowgorod oder St. Petersburg kennen: »Russland ist ein spannendes Land. Ich kann nur jedem empfehlen, sich ein eigenes Bild zu machen.«

Guter Freund Kevin Kuranyi

Interessant sind auch immer die Treffen mit Kevin Kuranyi. Der Ex-Stürmer von Dinamo Moskau kann in Russland Türen öffnen. »Er ist ein super Netzwerker«, sagt Brinkhoff über seinen Kumpel, der ihm in Moskau einmal auf der Straße ein Privat-Taxi organisiert.

Am Final-Wochenende kann sich Brinkhoff zurücklehnen. Am Montag geht es dann zurück nach Stuttgart. »Neben meiner Wohnung freue ich mich schon auf den ­Bäcker nebenan. Ein gutes Brötchen ist das, was ich hier am meisten vermisst habe.«

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