Mi., 13.06.2018

SG Kalldorf ist nach 57 Jahren zurück in der Kreisliga A – elf Vlothoer im Kader Brill schreibt Vereinsgeschichte

Der Sekt spritz, das Bier fließt: Die SG Kalldorf feiert ausgelassen den Aufstieg in die Lemgoer Kreisliga A. Mit 72 Punkten sichert sich das Team die Meisterschaft der B-Liga.

Der Sekt spritz, das Bier fließt: Die SG Kalldorf feiert ausgelassen den Aufstieg in die Lemgoer Kreisliga A. Mit 72 Punkten sichert sich das Team die Meisterschaft der B-Liga. Foto: SG Kalldorf

Von Florian Weyand

Kalletal (VZ). Stephan Brill schreibt bei der SG Kalldorf Vereinsgeschichte. Mit dem Gewinn des Meistertitels in der Lemgoer Kreisliga B führt der Trainer die Fußballer nach 57 Jahren wieder in die A-Liga. Der Aufstiegsmannschaft gehören auch Fußballer mit Vlothoer Vergangenheit an.

Nach mehr als einem halben Jahrhundert sind die Kalldorfer zurück in der Kreisliga A. Bereits am vorletzten Spieltag steht die Meisterschaft in der Gruppe 1 der B-Liga nach dem knappen 2:1-Erfolg beim TBV Alverdissen fest – und die Kalldorfer Aufstiegsparty kann beginnen.

Am letzten Spieltag laufen die Kalldorfer trotz der langen Feierlichkeiten noch einmal zur Hochform auf, fertigen den RSV Barntrup III gleich mit 16:1 ab. Noch einmal spritzt der Sekt, fließt das Bier am Sportplatz am Herbstweg. »Dabei war der Aufstieg in dieser Saison noch gar nicht geplant. Wir wollten als Team erst zusammenwachsen«, sagt Stephan Brill. Doch seine Jungs wachsen in dieser Spielzeit über sich hinaus, stehen nach 30 Spieltagen mit sieben Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze.

Das Meistershirt weist auf den historischen Erfolg hin. Foto: SG Kalldorf

Der Coach ist nach dem Sprung in die A-Liga mächtig stolz auf seine Mannschaft. »Es gab keinen Neid, alle haben für den Meistertitel gekämpft«, sagt Brill. Aber nicht nur im Team stimmt es in Kalldorf. Auch das Umfeld lässt sich von der Euphorie anstecken, macht eine tolle Arbeit. »Vom Platzwart bis zum Obmann haben alle an einem Strang gezogen«, sagt der 40-Jährige, der die Fußballabteilung im Jahr 2013 mit dem Neustart in der C-Liga erst einmal wieder aufbauen musste.

Bereits in der ersten Saison unter Brill gelingt der Aufstieg in die Kreisliga B, vier Jahre später ist die nächste Meisterschaft perfekt und die Kalldorfer sind zurück i der A-Liga. Großen Anteil daran hat die Offensive um den früheren Landesligaspieler Paul Mattern. »Er ist gleich voll eingeschlagen. und wurde mit 44 Toren Torschützenkönig«, sagt der SG-Trainer. Zudem können mit den ehemaligen Bonnebergern Jan Körnig und Florian Degner zwei weitere Neuzugänge überzeugen. Beide steuern jeweils 15 Tore bei. »Insgesamt stehen elf Spieler aus Vlotho bei uns im Kader«, sagt Brill.

Besonders stolz ist der Trainer darauf, dass in Kalldorf keine Kohle fließt. »Niemand bekommt eine Aufwandsentschädigungen oder ähnliches. Die Jungs wollen einfach nur Fußball spielen«, sagt Brill, dessen Kicker für Training und Spiel lange Wege auf sich nehmen. »Die Jungs kommen teilweise aus Herford, Bad Oeynhausen, Vlotho und sogar aus Minden. Das zeigt doch, dass wir eine charakterlich sehr starke Truppe sind«, sagt der SG-Coach.

Der Trainer im Portrait

Stephan Brill (40) fing bei Arminia Vlotho mit dem Fußballspielen an und wechselte anschließend für elf Jahre zu BW Holtrup. Am Ende seiner aktiven Laufbahn schloss er sich noch einmal für 18 Monate dem TuS Bonneberg an. Im Borstenbachstadion trainierte er anschließend für drei Jahre die Bonneberger Reserve. »Das war eine gute Möglichkeit, um in das Trainergeschäft reinzuschnuppern«, sagt Brill, der in der Saison 2013/14 die SG Kalldorf übernahm. Innerhalb von fünf Jahren führte der Trainer das Team von der Kreisliga C in die A-Liga.

Brill ist froh, vor fünf Jahren den Schritt aus dem Fußballkreis Herford nach Lemgo gemacht zu haben. Dort werde noch richtiger Fußball gespielt, sagt der Trainer. Zudem stimme das Verhältnis mit den Liga-Konkurrenten. »Hier wird vielleicht nicht der stärkste Fußball gespielt, aber man hat kaum Probleme mit anderen Mannschaften. Wir wurden immer freundlich empfangen und man geht fast immer respektvoll miteinander um«, berichtet der Coach.

Um in der Kreisliga A zu bestehen, haben die Kalldorfer aufgerüstet. Mit Dominik Delius kommt wie berichtet der Kapitän des SC Vlotho II zur SG. Zudem wechseln Mario Sander, Christian Hauser und Corin Giesselmann vom TuS Bonneberg nach Kalldorf. Jannik Ackermann kehrt vom FC Löhne-Gohfeld zurück. Alexander Metzlaff (SV Hausberge) und Sören Wahrendorff (SV Weser Leteln) kommen aus der Mindener A-Liga. »Wir sind noch in Gesprächen mit einigen Spielern«, sagt der Trainer. Als Abgänge stehen nur Julien Granzotto (SC Vlotho II) und Kevin Walder (VfL Herford) fest. »Die Liga wird sehr stark sein. Gerade Ahmsen, Barntrup und Asemissen sind dicke Brocken«, sagt Brill. Nach dem Aufstieg wollen die Kalldorfer zwar mit Selbstvertrauen in die neue Spielzeit gehen. Ziel sei aber erst einmal nur der Klassenerhalt.

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