Fr., 13.07.2018

Pilotprojekt: Walking-Fußball kommt beim SC Herstelle gut an Im Schritttempo am Ball

Heinz-Josef Daniel passt den Ball, Ludger Haneke steht schon bereit. Beim SC Herstelle (im Hintergrund von links: Thomas Hoffmann, Hubertus Wrede und Meinolf Suermann) ist die Trainingseinheit im Walking-Fußball gut angekommen.

Heinz-Josef Daniel passt den Ball, Ludger Haneke steht schon bereit. Beim SC Herstelle (im Hintergrund von links: Thomas Hoffmann, Hubertus Wrede und Meinolf Suermann) ist die Trainingseinheit im Walking-Fußball gut angekommen. Foto: Sylvia Rasche

Von Sylvia Rasche

Herstelle (WB). »Das sieht sehr gut aus.« Uli Clemens steht an der Seitenlinie des Sportplatzes in Herstelle und lobt die Männer auf dem Platz. Sie sind allesamt erfahrene Fußballer und doch Neulinge. Beim SC Herstelle findet die erste Trainingseinheit im Walking-Fußball im Kreis Höxter statt.

Uli Clemens und Manfred Jäger sind im Ausschuss für Freizeit- und Gesundheitssport des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen für den neuen Sport verantwortlich und besuchen Vereine im gesamten Verbandsgebiet. »Walking-Fußball ist die ideale Sportart für Fußballer, die ihr Hobby auch im Alter weiter ausüben möchten und trotzdem am anderen Morgen ohne Schmerzen aufstehen möchten«, sagt Manfred Jäger.

Beim Walking-Fußball, also Fußball im Gehen, sind Laufen und Grätschen verboten. Der Ball wird nur hüfthoch gespielt. »Außerdem spielen wir am liebsten ohne Torwart, damit sich alle Spieler bewegen«, betont Uli Clemens.

Der SC Herstelle und der 1. FC Bühne sind im Kreis Höxter die Pilotvereine der neuen Sportart. In Herstelle hat jetzt die erste Trainingseinheit stattgefunden – und die Fußball-Oldies sind begeistert. »Ich habe 30 Jahre nicht mehr Fußball gespielt. Das ist genau das richtige für mich. Ich komme ganz sicher wieder«, sagt Klaus Rehmet (63), der früher beim SC Lauenförde in der Bezirksliga gekickt hat.

Wenn der Ball mal über Hüfthöhe verspringt oder ein Akteur aus alter Gewohnheit doch mal ein paar Laufschritte einlegt, drückt Uli Clemens in der Anfangsphase gerne ein Auge zu. »Die Pfeife habe ich noch im Auto. Wir wollen doch erst mal in den Spielfluss kommen«, geht es in erster Linie um Spaß am Fußball und nicht so sehr darum, alle Regeln genau einzuhalten.

In England und Holland ist Walking-Fußball schon weit verbreitet. »Und auch bei uns erkennen wir das Potential.. Wir bekommen immer mehr Anfragen von Vereinen. Wir wenden uns an Ü55-Spieler und sehen Fußball als Fitnessfaktor an«, berichtet Clemens.

Mitten im Geschehen befindet sich auch Herstelles Vereinsvorsitzender Ludger Haneke. »Das macht richtig Spaß und ist eine schöne Alternative. Wir werden den Walking Fußall fest ins Vereinsprogramm aufnehmen«, ist der 62-Jährige schon nach dem Start überzeugt. Die Vorzüge der neuen Sportart hat auch A-Lizenz-Trainer Hubertus Wrede (57) bereits erkannt. »Wenn ich richtig Fußball spielen würde, hätte ich am Folgetag Schmerzen im Knie. Das ist hier nicht der Fall und man tut trotzdem etwas für seine Fitness.«

90 Minuten inklusive einer Aufwärmphase und Koordinationsübungen haben die Fußball-Oldies hinter sich gebracht. Die nächsten fünf Einheiten werden sie noch unter Anleitung des FLVW-Duos an der Seitenlinie absolvieren. Dann geht es alleine weiter – und der Kreis Höxter ist um eine Sportart reicher.

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