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Mo., 04.12.2017

Trainer Marc Beineke steuert mit dem SV Bökendorf auf Spitzenkurs »Das ist ein Glücksfall«

Der Trainer macht talentierte Fußballerinnen stark: Marc Beineke weist hier Magdalena Stascheid den Kurs. Der 40-Jährige ist vom Männer- auf den Frauenfußball umgestiegen. Mit dem SV Bökendorf ist Beineke in der Westfalenliga Dritter.

Der Trainer macht talentierte Fußballerinnen stark: Marc Beineke weist hier Magdalena Stascheid den Kurs. Der 40-Jährige ist vom Männer- auf den Frauenfußball umgestiegen. Mit dem SV Bökendorf ist Beineke in der Westfalenliga Dritter. Foto: Michael Risse

Bökendorf (WB). Das Halbjahreszeugnis fällt durchweg positiv aus: Marc Beineke trainiert seit dem 1. Juli 2017 den Fußball-Westfalenligisten SV Bökendorf. Die Umstellung vom Männer- auf den Frauenfußball ist dem 40-Jährigen mit Bravour gelungen. WB-Redakteur Jürgen Drüke erlebt im WB-Interview einen aufgeräumten Coach.

Herr Beineke, der Wintereinbruch hat dem SV Bökendorf einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie sehr bedauern Sie den Ausfall des Spitzenspiels?

Marc Beineke: Gegen die Sportfreunde Siegen hätten wir gerne gespielt. Allerdings hat die Begehung des Bökendorfer Rasenplatzes ergeben, dass nichts geht. Zu dem Zeitpunkt war der Schnee noch gar nicht gefallen. Nachdem bereits eine Woche vorher die Westfalenpokalpartie gegen den SV Thülen ausgefallen musste, gerät meine Mannschaft gegen Ende des Jahres aus dem Rhythmus. Leider haben wir keinen Kunstrasenplatz und damit schlechtere Bedingungen als unsere Konkurrenten in der Westfalenliga. Wir sind froh, dass wir nun im Winter auf dem Kunstrasenplatz in Steinheim trainieren können.

Spielerinnen ziehen glänzend mit

 

Die Bedingungen sind verbesserungswürdig, allerdings dürften sie ansonsten rundum zufrieden sein, oder?

Beineke: Eindeutig. Das ist für mich ein Glücksfall. Die Spielerinnen ziehen glänzend mit. Sie saugen im Training alles auf. Sie wollen sich verbessern. Sie kommen aus Bielefeld, Herford und Paderborn und sind bei jedem Training dabei. Das steht bei uns dreimal in der Woche auf dem Plan. Wir trainieren komplett und intensiv. Unsere Torhüterin Larissa Kröhling hat in der Vorbereitung zu jedem Training die weite Fahrt von Düsseldorf auf sich genommen. Seit dem 1. Oktober studiert sie in Höxter und spart nun viereinhalb Stunden für An- und Abfahrt. Wir stehen als Dritter sportlich gut da. Der Vorstand leistet ausgezeichnete Arbeit. Heinz Ridder und Werner Starke sowie mein Vorgänger als Trainer, Vorstandsmitglied Sven Schmidt, setzen sich für uns ein. Georg Wichmann bereitet vor jedem Auswärtsspiel ein Frühstück für das Team vor und richtet den Rasenplatz unter der Woche her. Wichmann kommt aus Löwendorf. Er hat sich vor einigen Jahren ein Spiel der Bökendorfer Frauen-Mannschaft angeschaut, avancierte zum SVB-Fan und ist nun ehrenamtlich derartig engagiert, dass er quasi unersetzlich ist. Der Vorstand hält sich aus dem sportlichen Bereich heraus und lässt uns in Ruhe arbeiten. Auch das ist erwähnenswert.

Talente und erfahrene Spielerinnen

 

Die Mischung der Mannschaft scheint ideal. Ist das eine Ursache für das bisher so gute Abschneiden?

Beineke: Sicherlich. Yvonne Hansmeier, Tina Drewitz und Sarah Mönnekes – das sind unsere Leaderinnen im Spiel und bei den Trainingseinheiten. Auf der anderen Seite haben wir neben gut ausgebildeten Kickerinnen mit den 16- bis 19-jährigen Spielerinnen wie Sara Brecker, Ina Wilm, Jana Wilm, Annika Krömer, Laura Dammeier, Angelina Anger, Larissa Kröhling, Laura Schulte und Lea Künemund einen Talentschuppen. Die jungen Akteurinnen lernen von den älteren.

Nach mehr als einem Drittel der Saison hat der SV Bökendorf berechtigte Aufstiegschancen. Ist der Sprung in die Regionalliga ein Thema?

Beineke: Wir wollen natürlich jede Partie gewinnen und gute Leistungen abliefern. Das war das Ziel. Wenn wir drei Spieltage vor Saisonabschluss immer noch oben dabei sein sollten, dann werden wir uns mit der Aufstiegsoption befassen. Das Team hat von den bisherigen zehn Spielen acht Siege eingefahren und zwei Unentschieden geholt. Wir liegen fünf Punkte hinter Spitzenreiter Ibbenbüren, der gestern 9:0 gegen den FSV Gütersloh gewonnen hat. Arminia Ibbenbüren hat zwei Spiele mehr auf dem Konto. Wir stehen zum jetzigen Zeitpunkt glänzend da und können befreit aufspielen.

Frauen trainieren intensiv

 

 

Wie erklären Sie den Unterschied zwischen Männer- und Frauenfußball?

Beineke: Sicherlich spielen Fußballer körperbetonter und athletischer. Fußballerinnen trainieren intensiver, anspruchsvoller und agieren im Spiel sehr versiert.

 

Herr Beineke, haben Sie drei Wochen vor Weihnachten einen sportlichen Wunsch?

Beineke: Mein Wunsch geht an die Stadt Brakel und würde uns nicht nur sportlich nach vorne bringen. Die Stadt Brakel sollte sich über einen zweiten Kunstrasenplatz Gedanken machen. Davon würde sicherlich nicht nur der SV Bökendorf profitieren.

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