Do., 08.03.2018

Badminton: Steinheimer Jens Köster leitet weltweit Spiele Im Dienst der Stars

Der Steinheimer Jens Köster ist als Badminton-Schiedsrichter weltweit unterwegs. Bei den US-Open war er ebenso schon im Einsatz wie bei den Korea Open und der EM in Dänemark. Diese Woche ist er bei den German Juniors in Berlin.

Der Steinheimer Jens Köster ist als Badminton-Schiedsrichter weltweit unterwegs. Bei den US-Open war er ebenso schon im Einsatz wie bei den Korea Open und der EM in Dänemark. Diese Woche ist er bei den German Juniors in Berlin. Foto: dpa, Montage: Kathrin Fischer

Von Sylvia Rasche

Steinheim (WB). Jens Köster ist weltweit im Einsatz. Der Steinheimer Badminton-Schiedsrichter hat schon Spiele in Korea und in den USA geleitet. Aktuell ist er bei den German Juniors in Berlin aktiv.

Allerdings nicht als Schiedsrichter, sondern als Stellvertreter des Referees, als sogenannter »Deputy«. Das sind im Badminton zwei unterschiedliche Aufgabenbereiche. »Der Schiedsrichter leitet die Spiele. Der Referee ist für die gesamte sportfachliche Abwicklung des Turniers verantwortlich, also auch Ansprechpartner für Spieler, Trainer, Medien oder auch die Dopingkontrollen«, berichtet Jens Köster. Als Deutscher darf er bei den German Juniors nicht als Hauptreferee fungieren, sondern »nur« als Stellvertreter. Im September dieses Jahr wird er bei den Belgium Internationals als Referee aktiv sein.

2003 hat Köster als aktiver Badmintonspieler des BC 64 Steinheim seinen Schiedsrichterschein gemacht. Den ersten Einsatz hatte er bei einem Turnier in Hövelhof, lernte dort andere Schiedsrichter kennen, bekam Tipps von erfahrenen Kollegen und schnell das Angebot, die Prüfung zum nationalen Schiedsrichter abzulegen. So durfte er kurz darauf Bundesligaspiele leiten und bei Deutschen Meisterschaften als Schiedsrichter aktiv dabei sein. »So nahm das Unheil seinen Lauf«, lacht Jens Köster, der nur drei Jahre nach seiner Schiri-Premiere die internationale Prüfung ablegte und seit März 2013 zu den so genannten »zertifizierten BEC-Schiris« in Europa gehört. Davon gibt es derzeit in Deutschland neben dem Steinheimer nur noch drei weitere Unparteiische.

Sein bisheriges Highlight als Schiedsrichter erlebte Jens Köster vor zwei Jahren, als er bei den Korea Open, einem Turnier der Super Series, dabei sein durfte. »Das war ein tolles Erlebnis. Badminton hat in Asien einen sehr hohen Stellenwert. Die Asiaten sind im besten Sinne badmintonverrückt. Die Arena war mit 15000 Menschen ausverkauft. Viele andere haben keine Tickets mehr bekommen. Die Spiele wurden live im Fernsehen übertragen«, berichtet der 41-Jährige.

Dabei wusste er während der ersten Tage in Korea noch nicht, dass es noch besser kommen sollte: Jens Köster hatte sich mit guten Leistungen für das Finale im Herren-Doppel, der Königsdisziplin im Badminton, empfohlen. »Das war gleichzeitig das letzte Spiel des koreanischen Superstars Lee Yong Dae und damit noch mal etwas ganz Besonders«, berichtet der Elektrotechnik-Ingenieur.

Besonders habe ihm in Asien auch der sehr respektvolle Umgang und die Wertschätzung untereinander gefallen, so der Steinheimer.

Im vergangenen Jahr war er zudem bei den Europameisterschaften in der Badminton-Nation Dänemark und vor drei Jahren bei den US-Open in Los Angeles im Einsatz. »Wenn man auf so vielen Turnieren unterwegs ist, entwickeln sich unter den Schiedsrichtern auch Freundschaften. So habe ich in den USA einen Kollegen wieder getroffen, den ich schon von den German Open kannte. Er hat sich Zeit genommen und mir Ecken in Beverly Hills gezeigt, die ich sonst vermutlich nie zu sehen bekommen hätte«, berichtet Jens Köster.

Als internationaler Schiedsrichter muss er mindestens 40 internationale Partien pro Jahr leiten. »Dazu muss man an zwei großen Turnieren teilnehmen. Dann bekommt man das hin«, weiß der Steinheimer aus Erfahrung. Und vielleicht klettert er ja auch noch eine Stufe auf der Karriereleiter nach oben. »Natürlich wäre es mal ein Traum, bei einer Weltmeisterschaft im Einsatz zu sein. Aber dazu reicht meine Qualifikation noch nicht. Da gehen bestimmt noch vier, fünf Jahr ins Land«, schätzt Jens Köster.

Selbst ist er übrigens auch noch aktiv und hält sich einmal in der Woche in der Badminton-Betriebssportgruppe seines Arbeitgebers Phoenix Contact in Blomberg fit.

Die Trainingsstunde mit den Kollegen musste er gestern Abend allerdings ausfallen lassen. Da war Jens Köster nämlich schon in Berlin, wo an diesem Donnerstag die Yonex German Juniors, das wichtigste internationale Jugendturnier Deutschlands, beginnen. Bis Sonntag steht er dort als stellvertretender Referee in der Verantwortung für die Stars von morgen.

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