Fr., 09.02.2018

Der Warburger nach dem Pokalspiel des SC Paderborn gegen Bayern München im Interview Schonlau: »Jetzt kommt das Wichtige für uns«

Im Zweikampf mit Bayern-Star David Alaba: Sebastian Schonlau, Warburger im SCP-Dress, lässt den Linksfüßler nicht vorbei. Für Schonlau war das Viertelfinale des DFB-Pokals das bisherige Glanzlicht seiner Profilaufbahn.

Im Zweikampf mit Bayern-Star David Alaba: Sebastian Schonlau, Warburger im SCP-Dress, lässt den Linksfüßler nicht vorbei. Für Schonlau war das Viertelfinale des DFB-Pokals das bisherige Glanzlicht seiner Profilaufbahn. Foto: Thomas F. Starke

Warburg/Paderborn (WB). Dieses Spiel wird er nie vergessen: Sebastian Schonlau (23) hat als erster Warburger im Viertelfinale des DFB-Pokals gestanden und gegen den FC Bayern München, dessen Fan er seit der Kindheit ist, eine gute Leistung  beim 0:6 gezeigt. Sogar ein Tor hat er erzielt, das allerdings zurecht nicht anerkannt wurde. »Wenn es gezählt hätte, wären die Fans im Stadion wohl ausgeflippt«, sagt der Innenverteidiger des SC Paderborn 07 im Gespräch mit WESTFALEN-BLATT-Redakteur Günter Sarrazin.

»Gegen den FC Bayern zu spielen, wäre Wahnsinn«, haben Sie vor der Auslosung des DFB-Pokal-Viertelfinales im WESTFALEN-BLATT gesagt. Jetzt haben Sie den Wahnsinn erlebt. Wie ist es mit zwei, drei Tagen Abstand?

Sebastian Schonlau (lacht): Der Wahnsinn bleibt Wahnsinn. Es ist einfach beeindruckend, wie die Jungs Fußball spielen. Allein die Athletik und Technik, die die Bayern auf den Platz bringen, ist klasse. Ebenso die Vororientierung, dass sie immer wissen, wo ihr Mitspieler in der nächsten Situation steht und wohin sie den Ball spielen können. Wenn sie das Tempo anziehen, ist es schon schwer – gerade wenn sie ihre Räume bekommen. Der FCB ist durchweg stark besetzt. Da fällt auch kein eingewechselter Spieler von der Qualität her ab.

Sie konnten das Tempo mitgehen und haben ein gutes Spiel gemacht, sagen Fachleute. Wie war es aus Ihrer Sicht im Vergleich zur 3. Liga?

Schonlau: Im Vergleich dazu war es ein komplett anderes Spiel, in dem es natürlich schön ist, wenn man einen Zweikampf gegen einen der großen Bayern gewinnt. Wir standen aber auch nicht umsonst im Viertelfinale, haben den Einzug nicht im Lotto gewonnen. Deshalb war es auch unser Anspruch, zu zeigen, was wir können. Gefreut hat es uns, dass die Bayern uns Respekt gezollt haben. Sie sind bei allem sehr professionell aufgetreten.

Wie war es für Sie vom Gefühl her, gegen die Stars des FCB, gegen Weltmeister und WM-Teilnehmer zu spielen? Und wie haben Sie den Medienrummel empfunden?

Schonlau: Weil man um die Extraklasse der Gegner weiß, denkt man im Vorfeld schon >Was kommt da auf einen zu?<. Auf dem Platz ist es aber nicht so, dass man denkt, ich darf jetzt nicht gegen Lewandowski in den Zweikampf gehen. Was rund um die Partie los war, war schon riesig. Dass die Bayern-Spieler immer noch interviewt wurden, als wir vom Duschen kamen, war für viele von uns eine neue Erfahrung. Für die Münchener ist es Alltag.

Sie haben sogar ein Tor gegen den Rekordmeister erzielt. Was wäre wohl in der Benteler-Arena losgewesen, wenn es gezählt hätte?

Schonlau: Ich glaube, die Fans im Stadion wären ausgeflippt. Für uns als Mannschaft wäre es ein riesiges Ding gewesen, wenn wir in Führung gegangen wären. Trotzdem muss man sagen, dass es Abseits war und der Schiri mit seiner Entscheidung, das Tor nicht zu geben, richtig gelegen hat. Für mich bleibt es eine schöne Erinnerung, es wäre aber dennoch etwas anderes, wenn ich wirklich ein Tor erzielt hätte.

Welche Szenen oder Momente bleiben noch besonders im Gedächtnis?

Schonlau: Zuerst einmal das 2:0 von Robert Lewandowski, bei dem Kingsley Coman vorher einen nicht so guten Ball auf ihn gespielt hat. Wie Lewandowski ihn angenommen und verwertet hat, hat gezeigt, warum er einer der besten Stürmer der Welt ist. Er war extrem stark. Klasse war auch der Pass von Mats Hummels, der zum 3:0 geführt hat. Die Besten der Bayern spielen ihre Pässe in solcher Geschwindigkeit und mit solcher Präzision, wie es viele andere auch gern machen würden.

Für Sie und Ihre Teamkollegen heißt es jetzt, ganz schnell wieder umschalten und voll auf die 3. Liga und den anvisierten Aufstieg konzentrieren.

Schonlau: Ja, so ist es. So schön das Highlight, gegen die Bayern spielen zu dürfen, auch war, kommt jetzt das eigentlich Wichtige für uns, das absolute Priorität besitzt. Wichtig sind an diesem Freitag drei Punkte gegen Erfurt.

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