Mi., 14.03.2018

Sandra Auffarth, Bettina Hoy sowie Julia Krajewski beim »Late-Entry« in Vehlage Olympiasieger und Weltmeister zu Gast

Sandra Auffarth wird seit mehr als einem Jahrzehnt von Marcus Döring trainiert. Sie wird beim »Late Entry« dabei sein.

Sandra Auffarth wird seit mehr als einem Jahrzehnt von Marcus Döring trainiert. Sie wird beim »Late Entry« dabei sein. Foto: Friso Gentsch

Von Volker Krusche

Espelkamp (WB). Marcus Döring lächelt, zeigt auf seinen Springplatz. »Keine zwei Tage, nachdem wir wieder Plusgrade verzeichnen konnten, war bereits Training möglich.« Und da ihm auch die Langzeitwettervorhersage in die Karten spielt, steht einem erfolgreichen »Late Entry« nichts im Wege. Am 20. und 21. März steht die Reitanlage Döring in Vehlage ganz im Zeichen des ersten nationalen Freiland-Reitturniers des Jahres.

Nach der Hallensaison sehnen Reiterinnen und Reiter den Moment herbei, an dem sie endlich wieder unter freiem Himmel ihrem Sport nachgehen konnten. Angesichts der Witterungsbedingungen mit Schnee und Eis war nirgendwo auch nur ansatzweise daran zu denken, draußen erste Gehversuche wagen zu können. »Wir sind aber äußerst zuversichtlich, dass wir bei unserem »Late Entry« beste Voraussetzungen für Reiter und Pferd bieten können. Unser Springplatz ist bekanntermaßen von besonderer Qualität, was auch die Aktiven weit über unsere Grenzen hinaus wissen«, macht sich Marcus Döring keinen Kopf, was das Wetter angeht. »Klar, bei gefrorenem Boden kann auch bei uns nicht geritten werden. Aber das ist hoffentlich nicht der Fall sein.«

Das »Late Entry« im Espelkamper Ortsteil Vehlage ist inzwischen eine feste Größe im Terminkalender gerade auch der nationalen Reitergarde. Immerhin liegt es auch diesmal nur drei Wochen vor dem ersten großen Highlight der Saison, dem vom 12. bis 15. April in Bad Oeynhausen bevorstehenden Championat der Berufsreiter.

Viele Vielseitigkeitsreiter kommen

Entsprechend hochwertig liest sich auch die Teilnehmerliste in Vehlage: Olympiasieger und -Medaillengewinner, Welt- und Europameister – speziell aus dem Bereich der Vielseitigkeitsreiter nehmen zahlreiche Asse das Döring-Angebot wahr. Und das gleich aus mehreren Gründen. Da ist in erster Linie die Möglichkeit, so früh im Jahr den ersten Freiluftstart zu absolvieren. Zum anderen sorgt der 52 x 75 Meter große Turnierplatz durch seinen Stremmer Sand selbst bei starken Regenfällen für optimale und faire Bodenverhältnisse. Und wäre da noch die Person Marcus Döring, unter der viele der deutschen Topreiter des Olympiakaders als Disziplintrainer »Springen« zweimal pro Woche in Warendorf trainieren.

Medaillensammlerin Sandra Auffarth nutzt Dörings Dienste sogar schon seit mehr als einem Jahrzehnt. Und auch Bettina Hoy bediente sich bereits der Döringschen Trainingsarbeit. Beide werden an beiden Tagen des »Late Entrys« in Vehlage satteln.

Lange Sieger-Liste bei Auffarth

Auffarth kann ihre Erfolge kaum noch aufzählen – alle erritten auf ihrem 15-jährigen französischen Fuchswallach »Opgun Louvo«, den sie Fünfjährig übernommen hatte. Die 31-jährige aus Ganderkesee holte Gold und Bronze bei Olympia in London, Silber in Rio de Janeiro, wurde 2014 Einzel- und Mannschafts-Weltmeisterin im französischen Caen, sicherte sich vier Medaillen bei den Europameisterschaften 2011 und 2015 und wurde Deutsche Meisterin 2016 im Mekka der »Buschreiter«, in Luhmühlen.

Bettina Hoy ist indes die erste deutsche Frau, die bei einer Weltmeisterschaft und Olympischen Spielen am Start war und auch noch eine Olympia-Medaille für Deutschland gewinnen konnte. 1984 gewann sie bei der damals noch Military genannten Vielseitigkeit in Los Angeles Team-Bronze. Medaillen bei WM und EM machten sie in der Reitsportszene früh zu einer Legende. So beeindruckend ihre Erfolge im Einzel und der Mannschaft aber sind, so ungewöhnlich ist auch die Konstanz der heute 55-Jährigen in über 30 Jahren Höchstleistungssport.

Ostholt feiert Geburtstag

Ein weiteres Mitglied des Olympiakaders, der in Vehlage dabei sein wird, ist Andreas Ostholt. Der Diplomtrainer, der beim »Late Entry« seinen 40. Geburtstag feiern wird, verpasste die Spiele in Rio nur äußerst unglücklich. Sein Westfalen-Wallach »So is et« hatte die Verfassungsprüfung bereits bestanden, ehe plötzlich Julia Krajewski, die ebenfalls ihre Visitenkarte im Mühlenkreis abgeben wird, überraschend nachrückte. »So ist et« sei aufgrund eines zuvor verlorenen Hufeisens zeitweilig unregelmäßig gegangen. Bitter für Ostholt.

Dessen Bruder Frank hat ebenfalls für Vehlage genannt. Der 42-Jährige blickt auf Gold bei den Weltreiterspielen 2006 und den Olympischen Spielen 2008 in Peking mit dem Team. Neben seiner eigenen Reiterei ist der Warendorfer auch Bundestrainer für die Jungen Reiter, während Krajewski mit den Junioren arbeitet. Daneben werden weitere Top-Reiter den Weg nach Espelkamp finden, wo an den »Late-Entry«-Tagen »nur« neun Prüfungen stattfinden. Die aber sind bis auf die am zweiten Turniertag anstehenden S-Springen (ohne Beschränkung) alle komplett besetzt. Döring: »Bereits eine Woche nach Veröffentlichung der Ausschreibung waren alle Startplätze weg.« Das spricht für das Late-Entry in Vehlage.

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