Sa., 11.08.2018

FC Preußen Espelkamp: Lang redet nach seinem Rücktritt Klartext Das Vertrauen fehlt

Kopfzerbrechen bei Alexander Lang: Der Trainer hat keine Lösung gefunden und ist beim FC Preußen zurückgetreten.

Kopfzerbrechen bei Alexander Lang: Der Trainer hat keine Lösung gefunden und ist beim FC Preußen zurückgetreten. Foto: Pollex

Von Marc Schmedtlevin

Espelkamp (WB). Die Nachricht ist eingeschlagen wie ein Blitz: Der Rücktritt von Alexander Lang beim Fußball-Landesligisten FC Preußen Espelkamp (wir berichteten exklusiv) interessierte am Freitag auch über die Grenzen des Fußballkreises Lübbecke hinaus. Am Tag danach hat der Trainer Klartext geredet.

Sportliche Gründe konnte der Abgang von Alexander Lang nicht haben. Zu rund lief es mit seiner vor einem Jahr neu formierten Preußen-Mannschaft und dem zu dieser Saison geschafften Aufstieg in die Landesliga. Es musste also andere Gründe geben. »Es war ein Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr kann und will. Das Vertrauensverhältnis zum Vorstand ist dermaßen zerrüttet, dass ich diesen Schritt gehen musste«, sagt Lang. Er habe sich vom Hof gejagt gefühlt. »Über Monate hat man mir Knüppel zwischen die Beine geworfen und meine Arbeit massiv erschwert. Irgendwann ist dann das Maß voll«, fügt Lang hinzu.

Lang hat bei Preußen Tradition

Eine Entwicklung, die der Erfolgstrainer – zumindest nach außen hin – gut versteckt gehalten hatte. Wohl vor allem, weil der Klub und er in der Wahrnehmung nicht voneinander zu trennen waren. Nachdem schon Opa Otto als Gründungsmitglied und Vater Hermann als Ehrenpräsident den FC Preußen entscheidend mitgeprägt hatten, gehörte auch Alexander Lang dem Verein schon über 33 Jahre an, fungierte 23 Jahre lang als Trainer. »Dieser Verein ist ein großer Teil meines Lebens gewesen. Ich habe an 365 Tagen im Jahr, wenn es erforderlich war auch 24 Stunden am Tag, alles für ihn gegeben. Es war für mich eine Herzenssache«, sagt der 46-Jährige. Das Kapitel FC Preußen ist aber erst einmal beendet. Zusammen mit dem Rücktritt vom Trainerposten hat Lang auch seine Vereinsmitgliedschaft gekündigt.

Kurzzeitig schien Mitte der Woche noch die Möglichkeit zu bestehen, Lang doch von einem Verbleib zu überzeugen. Die Mannschaft habe es nach Aussage des Trainers jedenfalls versucht. Weitere Gespräche mit dem Vorstand seien aber ausgeblieben. »Es hat überhaupt keine Kontaktaufnahme mehr gegeben. Da war für mich klar, nicht mehr erwünscht zu sein«, sagt Lang.

Lob an das Team

In der Nachbetrachtung sei für ihn auch nicht seine Person wichtig, sondern die Mannschaft und damit verbunden der sportliche Erfolg des Vereins: »Für die Jungs tut es mir unendlich leid. Es handelt sich wohl um eine der homogensten und charakterlich stärksten Mannschaften, die der Verein je hatte. Alle arbeiten sehr erfolgsorientiert. Daher ist die aktuelle Entwicklung umso bedauerlicher.«

Abzuwarten bleibt, wie sich Langs Rückzug auf die Mannschaft auswirken wird. Der Trainer war bei der Zusammenstellung des aktuellen Kaders für die Landesligasaison ein entscheidender Faktor. Seine Kontakte aus früheren Preußen-Tagen in Kombination mit der sportlichen Perspektive zogen einige Spieler wieder nach Espelkamp. »Viele der Jungs haben früher schon einmal für den FC Preußen gespielt – auch unter mir. Die seitdem bestehenden Kontakte haben bei dem einen oder anderen Transfer sicherlich geholfen«, sagt Lang.

Vorstand äußert sich nicht

Der Vorstand des FC Preußen Espelkamp wollte zu Langs Vorwürfen keine Stellung beziehen. »Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden wir nicht mehr dazu sagen, da die interne Aufarbeitung noch läuft«, sagt Präsident Dr. Oliver Vogt. Interimsweise werden Eugen Fritz und Kapitän Maxim Dyck die Mannschaft betreuen. An einer dauerhaften Lösung will der Verein laut Pressemitteilung arbeiten. Erste Kandidaten als Nachfolger auf der Preußen-Bank werden im Vereinsumfeld bereits gehandelt. Dabei taucht zum Beispiel der Name Kilian Rolfs, der bis zum Sommer 2017 die Espelkamper B-Jugend trainierte, auf.

Mit der Trainersuche bei den Preußen muss und wird sich Alexander Lang nicht mehr beschäftigen. »Ich werde jetzt erst mal eine Pause einlegen, um Abstand von der Situation zu bekommen«, sagt der abgetretene Trainer.

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