Do., 08.02.2018

Handball-Verbandsliga: HSG kämpft gegen den Abstieg, bleibt sich aber treu Hüllhorsts Lage bedrohlicher denn je

Ein derzeit häufiges Bild: Die HSG Hüllhorst um Christopher Kreft ist auf der Suche nach Erfolgserlebnissen.

Ein derzeit häufiges Bild: Die HSG Hüllhorst um Christopher Kreft ist auf der Suche nach Erfolgserlebnissen. Foto: Marc Schmedtlevin

Von Marc Schmedtlevin

Hüllhorst (WB). Herren-Handball in Hüllhorst und die Verbandsliga – das gehört eigentlich zusammen. Mittlerweile im zehnten Jahr spielt die HSG in dieser Klasse. Doch die Jubiläumssaison droht nach aktuellem Stand die vorerst letzte zu sein.

Die Zeiten des steilen Aufstiegs sind in Hüllhorst noch nicht vergessen. Mit Trainer Max Rittersberger gelang in der Saison 2007/08 der Sprung von der Landes- in die Verbandsliga. Seitdem hat sich der Klub auf diesem Niveau etabliert, zählt zu den festen Größen. »Einige unserer heutigen Spieler haben damals schon die ersten Jahre in der Verbandsliga mitgemacht«, sagt Männerspielwart Marco Stremming.

Abstiegskampf nicht neu

So bedrohlich wie derzeit ist die Lage für die langjährigen HSG-Akteure aber noch nicht gewesen. Schon in den vergangenen Serien mussten die Hüllhorster häufig gegen den Abstieg kämpfen, doch spätestens im zweiten Saisonabschnitt schaffte man den Sprung heraus aus den Tiefen des Tabellenkellers. Dieses Mal ist es anders: Mit gerade einmal sechs Pluspunkten sind die Hüllhorster das Schlusslicht, der letzte der drei Saisonsiege gelang am 4. November 2017. »Die Situation ist neu, sie ist eine Belastung für den Kopf. Das hat man bei den vergangenen Spielen gesehen. Die Jungs können und wollen, doch die Verunsicherung ist einfach da«, sagt Stremming. Diesen Eindruck bestätigt auch Trainer Lars Halstenberg: »Auch wenn man es nicht möchte, man hat die Tabelle im Hinterkopf. Der eine oder andere Spieler denkt sicherlich auch manchmal über langfristige Konsequenzen nach. Wer will schon gerne absteigen.«

Beste Belege für die Verunsicherung lieferte die 23:27-Niederlage am vergangenen Samstag gegen Altenbeken/Buke. Die Hüllhorster machten in einigen Phasen deutlich, dass sie gut mithalten können. Doch die Konstanz fehlte, es schlichen sich zwischenzeitlich immer wieder unerklärliche Fehler ein. »Das betrifft auch die etablierten Spieler, die beispielsweise einen letzten freien Pass nicht zum Mitspieler bekommen«, sagt Stremming.

Breite im Kader fehlt

Auf der Suche nach weiteren Ursachen neben dem angekratzten Selbstvertrauen ist der HSG-Männerspielwart fündig geworden. Ein entscheidenden Faktor sei in dieser Saison die Breite des Kaders. Deutlich sei dies geworden, als sich Spielmacher Tim Blomenkamp schwer am Knie verletzte. Hinzu kamen langfristige Ausfälle von Lucas Heidenreich und Niklas Röthemeier. »Deswegen sind wir irgendwann an unsere Grenzen gestoßen. Als wir zu Beginn der Serie noch komplett waren, lief es sehr gut«, erinnert sich Stremming, der danach gerne mehr Alternativen gesehen hätte. Doch einige Anfragen bei potenziellen Zugängen führten nicht zum Erfolg. Der Grund dafür liegt für Stremming auf der Hand: »Unsere finanziellen Möglichkeiten gehen gegen Null. Junge Perspektivspieler zu holen, gelingt nicht mehr.« Der eigene Nachwuchs habe außerdem nicht das Niveau für die Verbandsliga.

Talente spielen höherklassig

Genau deswegen trauert man manchen Talenten, die Hüllhorst in Richtung klassenhöherer und finanzstärkerer Klubs verlassen haben, manchmal noch nach. Die Liste ist lang: Dennis Specht, Arne Halstenberg, Nils van Zütphen, Arne Kämper. »Mit solchen Jungs habe ich vor vier, fünf Jahren sogar das Potenzial für die Oberliga gesehen«, sagt Stremming. Die heutige Realität sieht ganz anders aus und lautet: Verbandsliga-Abstiegskampf.

Immerhin: Ein Fünkchen Hoffnung bleibt der HSG noch. Mit Verl und Porta haben zwei Konkurrenten nur drei Pluspunkte mehr auf dem Konto. Mit zwei Siegen wäre die HSG also wieder im Geschäft. »Voraussetzung für eine Wende ist eine starke Gemeinschaft. Die hatten wir in Hüllhorst immer – auch wenn aktuell vielleicht der letzte Glaube fehlt«, sagt Stremming, der die mögliche Zukunft nicht zu schwarz malen möchte: »Wir machen es so gut wie möglich. Wenn es so kommen sollte, auch in der Landesliga.« Wichtig sei vor allem, dass die HSG Hüllhorst ihrer Philosophie treu bleibt.

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