So., 04.03.2018

Am 18. März startet in Werste die 28. Mühlenkreisserie – Über 300 Voranmeldungen 2020 ist für Neidiger Schluss

Erstmals wird die Mühlenkreisserie in diesem Jahr acht Läufe umfassen. Neu hinzu kommt der Mühlenlauf in Friedewalde.

Erstmals wird die Mühlenkreisserie in diesem Jahr acht Läufe umfassen. Neu hinzu kommt der Mühlenlauf in Friedewalde. Foto: Volker Krusche

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Die klirrende Kälte, der scharfe Wind, vereiste oder mit Schnee bedeckte Straßen und Wege – Outdooreinsätze sind sicherlich nicht das, was Sportler derzeit favorisieren. Kein Wunder also, dass Oliver Neidiger, Organisator der fest im Terminkalender der großen Lauffamilien verankerten Mühlenkreisserie, mit Blick auf den bevorstehenden Saisonauftakt am 18. März bei der TG Werste hofft, dass das Wetter rechtzeitig zum nahen Frühlingsanfang umschlägt.

»Selbst wenn es noch kalt sein sollte, so wünsche ich mir zum Serienstart wenig Wind, Sonne und Trockenheit«, sagt Neidiger. »Dann dürfte es keine Probleme geben.« Doch auch er weiß, dass der Weser-Werre-Lauf in Bad Oeynhausen für Teile der Serienstarter einfach zu früh kommt. »Für die geht es wohl erst im Mai mit dem Lauf in Friedewalde so richtig los. Ich würde mir wünschen, dass Wetter und Bodenverhältnisse zumindest im April wieder normal sind und ein paar schöne Tage schon mal Feuer für das Laufen entfachen.«

Irgendwann muss ein Wechsel kommen

Neidiger selbst wird als Titelverteidiger der Serie 1 über die zehn Kilometer in der Badestadt nicht an den Start gehen können. »Ich habe mir einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Da geht gar nichts.« Das heißt aber nicht, dass er am 18. März nicht dabei ist. »Ich laufe halt nur nicht. Aber natürlich bin ich als Verantwortlicher der Serie vor Ort.«

Allerdings müssen sich die acht Veranstalter und die zahlreichen Läuferinnen und Läufer schon mal darauf einstellen, dass der »Chef« in absehbarer Zeit das Staffelholz als Organisator weiterreichen möchte. »Ich habe die Verantwortlichen der Vereine bereits darüber informiert, dass ich bis zur 30. Auflage der Mühlenkreisserie weitermachen werde, nach Abschluss aber ein Nachfolger die Arbeit übernimmt.« Heißt: Im Spätherbst 2020 ist Schluss!

»Ich bin dann 15 Jahre dabei. Irgendwann muss ein Wechsel mal kommen, schließlich kann man nicht leugnen, dass man sich im Laufe der Zeit nicht irgendwann mal daran abnutzt. Der Aufwand wird ja nicht gerade geringer.«

Auch privat viel um die Ohren

Neidigers Entscheidung steht fest. »Ich bin jetzt 51, wäre 55 Jahre alt, wenn ich aufhöre. Ich hoffe nur, dass bis dahin entsprechender Ersatz gefunden wird. Deshalb habe ich auch bewusst einen längeren Vorlauf gewählt.« Das Problem sei, dass er durch fehlende Unterstützung als Verantwortlicher immer fest gebunden sei. »Bislang muss ich private Dinge stets um die Serientermine planen. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, da hat man auch privat mal viel um die Ohren und möchte dem nachkommen.« Bislang sei der Ablauf halt in erster Linie durch Beruf und Mühlenkreisserie festgelegt. »Das heißt ja nicht, dass ich einem Nachfolger nicht mit Rat zur Seite stehe. Und als Läufer werde ich ohnehin weiter Freude an der Serie haben.«

Oliver Neidiger geht davon aus, dass die Teilnehmerzahl des Vorjahres in 2018 nicht ganz erreicht wird. »Derzeit liegen mir knapp über 300 Meldungen vor. Mal sehen, wo es hingeht.« Gut möglich, dass die Aufstockung des beliebten Laufevents im Mühlenkreis dazu beitragen würde, denn statt der bislang sieben Läufen wird es durch den dazu gekommenen Mühlenlauf in Friedewalde nun acht geben. Und um in die Wertung zu kommen, müssten fünf statt bislang nur vier Starts erfolgen. Durch die Erweiterung hat sich zudem die Teilnahmegebühr leicht erhöht. »Wir nehmen jetzt zehn Euro mehr, nachdem wir 15 Jahre konservativ geplant und die Kosten nicht erhöht haben.«

Interesse an Serie 2 geht zurück

Ob es dauerhaft bei acht Läufen bleiben werde, müssten die Erfahrungen zeigen. »Die Lübbecker Berglöwen hatten schon beanstandet, dass man jetzt fünf Teilnahmen vorweisen muss, um gewertet zu werden. Wir versuchen es in diesem Jahr. Aber es ist natürlich nichts in Stein gemeißelt«, macht Oliver Neidiger deutlich. Er sei aber zuversichtlich, dass der neue Lauf sehr gut angenommen würde. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass Organisation und Zeitnahme in Friedewalde jedenfalls problemlos funktionieren würden.

Mit Blick auf die Meldezahlen sei festzustellen, dass das Interesse an der Serie 2, der Langstrecke mit dem Halbmarathon, etwas sinken würde. »Bei den Frauen war das schon in den letzten Jahren so. Inzwischen ist jede Frau, die sich für diese Strecke entscheidet und die geforderte Zahl an Läufen absolviert, ja schon fast sichere Altersklassensiegerin«, so Neidiger. Aber auch im männlichen Bereich seien die Zahlen rückläufig. »Dabei ist der Halbmarathon eigentlich gefragt. Gut möglich aber, dass fünf erforderliche Läufe mit jeweils rund 20 Kilometern dem einen oder anderen zuviel sind.« Auf den Titelverteidiger wird man beim Saisonauftakt in Werste auf dieser Distanz verzichten müssen: Stephan Bretthauer vom SV 1860 Minden plagte sich mit einer beidseitgen Lungenembolie herum und muss wohl erst die körperliche Fitness erlangen, um hier vorn mitlaufen zu können. Neidiger: »Aber vielleicht nutzt er Werste ja als Trainingslauf.« Sicher bei der Serie dabei sein wird Alexander Schröder, der auf der Bahn zwar für den FC Schalke 04 startet, bei den »Mühlis« aber für seinen Heimatverein ATSV Espelkamp laufen wird. Erstmals als Serienstarter ist Jan Isendahl dabei, der sich bei einigen Läufen schon in die Siegerlisten hatte eintragen können.

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