>

So., 13.08.2017

29. Spielothek-Cup: Lübbecke 25:26 um Platz drei gegen Minden Wertvolle Erkenntnisse

Auch sein viertes Tor reichte seinem TuS N-Lübbecke am Ende nicht zum Derbysieg: René Gruszka.

Auch sein viertes Tor reichte seinem TuS N-Lübbecke am Ende nicht zum Derbysieg: René Gruszka. Foto: Stefan Pollex

Von Volker Krusche

Lübbecke/Minden (WB). Lange Zeit am Prestigeerfolg geschnuppert, am Ende aber doch nur Vierter und somit Turnierletzter beim 29. Spielothek-Cup geworden. Der TuS N-Lübbecke verlor das Derby um Platz drei gegen Nachbar GWD Minden zwar mit 25:26 (12:12), nahm aber wertvolle Erkenntnisse aus den beiden hauchdünn verlorenen Duellen gegen Erstligisten mit.

»Es gibt genug Ansatzpunkte für die weitere Arbeit, aber ich habe auch gute Sachen meiner Mannschaft gesehen«, resümierte Trainer Aaron Ziercke nach dem doch recht emotionalen Duell mit den Grün-Weißen. »Am Ende haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben. Wir hatten Phasen, in denen wir den Nagel hätten reinhauen können, in denen wir unsere Führung hätten deutlicher ausbauen müssen. Aber da machen wir dann einfache Fehler und halten Minden dadurch am Leben. So etwas dürfen und können wir uns in der 1. Liga nicht leisten.«

Ziercke ärgert sich über Passivität

Was ihn besonders ärgerte war in der Schlussphase das Verhalten seiner »Halben« bei angezeigtem Zeitspiel für den Gegner. »Wir werden dann urplötzlich passiv, anstatt auf die Spieler zu gehen. Das stört mich ungemein.« Das erlaubte GWD in brenzliger Situationen wenige Minuten vor Spielende den Anschluss – und letztlich wohl auch den knappen Sieg.

Grün-Weiß spielte schwach, konnte kaum einmal an die Leistung vom Freitag gegen Hannover anknüpfen. Im Angriff unterliefen den Schützlingen von Frank Carstens, der mit seinem zweiten Anzug begann, viel zu viele technische Fehler, was der TuS konsequent mit Gegenstößen bestrafte. Zehn Konter liefen die ganz in Schwarz gekleideten Hausherren, acht davon netzten sie ein.

Zudem offenbarte der Kreisnachbar eklatante Abstimmungsprobleme in der 6:0-Abwehr, die nach wie vor die Klasse des Vorjahres sucht. Mit Körpertäuschungen und starkem Eins-gegen-Eins-Spiel nutzten vor allen Dingen die spielstarken Pontus Zetterman und Kenji Hövels ihre Möglichkeiten, machten aus dem 2:5 binnen nur vier Minuten über 5:5 beim 8:7 ihre erste Führung. Die Vorteile lagen durch das stark fehlerbehaftete Spiel der Gäste nun auf Lübbecker Seite, doch zur Halbzeit sprang dennoch nur ein 12:12 heraus – zu wenig.

In vielen Dinge einfacher und konsequenter werden

Mit der Einwechslung von Jens Bechtloff bekam der TuS nach kurzzeitigem 13:15-Rückstand immer mehr Oberwasser, baute GWD, das vergeblich seine Form suchte, aber immer wieder auf. »Ich werde den Jungs die Fehler per Video immer und immer wieder vor Augen führen, bis sie es kapieren«, ärgerte sich Ziercke. »Wir müssen vorn in vielen Dingen einfach genauer und konsequenter werden.«

Stark trumpfte neben Torhüter Peter Tatai – daher blieb Joel Birlehm auch draußen (Ziercke: »Ich habe ihm gesagt, dass seine Zeit noch kommen wird.«) – auch Linkshänder Zetterman auf, was den TuS-Coach dazu veranlasste, diesmal gänzlich auf Jo Gerrit Genz zu verzichten. »Jo hatte sich am Freitag aber auch nicht besonders aufgedrängt.«

Zumeist mit zwei Toren führend, ließ Lübbecke im zweiten Abschnitt den Gegner schnell wieder auf Tuchfühlung herankommen. Und der drehte das 21:23 schließlich zum 24:23 um. Der TuS antwortete zwar mit dem 25:24, doch der blass gebliebene Marian Michalczik und nach einem Gierak-Fehlwurf Charlie Sjöstrand brachten GWD doch noch auf die Siegerstraße. Auch, weil Ante Kaleb sich neun Sekunden vor Schluss einen Fehlpass auf René Gruszka leistete. Die Gastgeber hatten sich selbst um ihren verdienten Lohn gebracht.

Mit Lemgo war nicht zu rechnen

Die Überraschung ist perfekt: Der TBV Lemgo hat die 29. Auflage des Spielothek-Cups gewonnen, setzte sich im Finale am Sonntag gegen die klar favorisierte TSV Hannover-Burgdorf dank des längeren Atems mit 30:27 (14:16) durch und landeten seinen sechsten Streich. Damit hatte wohl kaum jemand nach der schwachen Pflicht am Freitag gegen Lübbecke gerechnet. Doch die Kür konnte sich dafür umso mehr zeigen.

Die gegen den TuS noch zur Wirkungslosigkeit (siehe Bericht auf der nächsten Seite) verdammten Rückraum-Hünen Valullin (6) und Guardiola (4) sorgten in der Anfangsphase dafür, dass es ein stets enges und ausgeglichenes Duell blieb, in dem der Favorit den 9:10-Rückstand in ein 15:11 wandelte und auf Kurs schien. Doch bis zur Pause war der TBV beim 14:16 wieder auf Tuchfühlung. Und es sollte noch besser werden, denn nach dem Wechsel gingen die Lipper sogar schnell mit 17:16 in Führung. Hannover drehte den Spieß beim 18:17 wieder um, geriet in den folgenden Minuten aber mit 19:22 (44.) ins Hintertreffen. Die TSV leistete sich eine Unmenge an Fehlern im Angriff, die Lemgo eiskalt ausnutzte.

TBV dreht 25:26-Rückstand

Doch die Ortega-Mannen kämpften sich zurück und eroberte in einem Spiel mit laufend wechselnden Führungen beim 24:23 und beim 26:25 den Vorteil wieder für sich. Dann scheiterte aber Torschützenkönig Lars Lehnhoff ausgerechnet mit seinem zwölften und letzten Siebenmeter, kassierte Ilija Brozovic in den letzten zwei Minuten eine Zeitstrafe, was den TBV endgültig auf die Siegerstraße brachte.

Ein Wurf ins leere Tor und der 30:27-Schlussspunkt Sekunden vor dem Abpfiff durch den ehemaligen Lübbecker Christian Klimek sorgten für finalen lippischen Jubel. Lemgo zeigte, was alles mit großem Einsatz möglich ist.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5076284?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F