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Do., 17.08.2017

TuS N-Lübbecke: Marko Bagaric erzählt von Katar, Olympia und großer Vorfreude Ein Mann mit Größe

Für den TuS N-Lübbecke will Zugang Marko Bagaric einige Bälle in den gegnerischen Toren versenken.

Für den TuS N-Lübbecke will Zugang Marko Bagaric einige Bälle in den gegnerischen Toren versenken. Foto: Marc Schmedtlevin

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Genau dieser Spielertyp hat im Portfolio noch gefehlt. Mit Marko Bagaric hat Handball-Erstligist TuS N-Lübbecke einen neuen Riesen an den Wartturm geholt. Die Vorfreude beim gebürtigen Kroaten ist groß – auf Deutschland, Lübbecke und die Bundesliga.

Marko Bagaric hat in seiner Handballer-Karriere schon viel erlebt. Kroatien, Ungarn und Katar hießen seine bisherigen Stationen, auch eine Teilnahme an den Olympischen Spielen kann der 31-Jährige vorweisen. Lübbecke ist nun das nächste Kapitel eines abwechselungsreichen Lebenslaufes. Die Entscheidung für einen Wechsel zum TuS hat Bagaric zu keinem Zeitpunkt bereut: »Die Stadt ist schön, das Team und der Klub haben mich sehr gut aufgenommen. Ich habe großen Spaß.«

Familie lebt in Hamburg

Ganz zufällig kommt der Wechsel nach Deutschland nicht. Bagarics Familie lebt in Hamburg, dort hatte sich der 2,02-Meter-Mann zuletzt auch fit gehalten. Seit dem Trainingsauftakt beim TuS wohnt Bagaric in Hüllhorst, es soll aber nur eine Zwischenstation sein. »Meine Frau und mein einjähriger Sohn werden auch nach Lübbecke kommen. Derzeit suche ich noch die passende Wohnung«, erklärt Bagaric, der seinen Anhang derzeit sehr vermisst: »Es wird Zeit, dass die beiden nachkommen. Mit einigen Telefonaten, den Trainingseinheiten und Deutsch lernen gehen die Tage aber auch so schnell herum.«

Die Familie ist das eine, der Sport das andere. Den Sprung in die 1. Bundesliga sieht Bagaric als große Herausforderung an – auf höchstem Niveau. »Ich darf Teil der stärksten Liga der Welt sein. In Deutschland spielen viele Traditionsklubs, die Fans machen die Hallen voll. Auf die Atmosphäre freue ich mich sehr«, sagt Bagaric, der auch ganz andere Verhältnisse gewöhnt ist. Jahrelang spielte er für den Klub Al Rayyan in Katar. Dort kamen manchmal nur 200 Zuschauer in die Halle. Auch die spielerische Stärke der Mannschaften des Emirats sei mit der in Deutschland keinesfalls zu vergleichen. »Zwei, drei Teams von dort könnten hier mithalten«, berichtet Bagaric.

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Physisch und taktisch ist es jetzt deutlich anspruchsvoller.

Marko Bagaric

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Der Wechsel nach Lübbecke bringt daher auch für den Rechtshänder einige Umstellungen mit sich. All zu große Probleme, sich den nun höheren Anforderungen anzupassen, habe er aber nicht. Um etwas Eingewöhnungszeit bittet Bagaric aber schon: »Physisch und taktisch ist es jetzt deutlich anspruchsvoller. Daran werde ich mich aber schnell gewöhnen, Angst davor habe ich nicht.«

Dass Bagaric mit einer gewissen Portion Mut ausgestattet ist, stellte er auch mit einer speziellen Entscheidung unter Beweis. Seit 2015 besitzt der Rückraumspieler auch die katarische Staatsangehörigkeit, gehörte von da an auch der dortigen Nationalmannschaft an. So ergab sich nur ein Jahr später die Möglichkeit, an den Olympischen Spielen in Rio teilzunehmen. »Ein Traum ist wahr geworden«, sagt Bagaric, dem besonders die Eröffnungsfeier in Erinnerung geblieben ist: »So viele Sportler, so viele verschiedene Nationen, so viele Eindrücke – ein unbeschreiblicher Tag.«

Duell mit dem Heimatland

Im Viertelfinale war das Turnier für Katar beendet, nach einem 22:34 gegen Deutschland. Ein ganz besonderes Spiel hatte Bagaric allerdings gleich zum Auftakt des Turniers erlebt. Im ersten Gruppenspiel hieß der Gegner Kroatien – sein Heimatland, für das er ebenfalls Nationalmannschaft gespielt hatte. »Vor allem das Erklingen der Nationalhymne war ein schwieriger Moment für mich, während des Spiels blendet man das aus. Danach waren die Gefühle auch gemischt. Ich habe mich über den Sieg mit Katar gefreut. Schade war aber, dass dieser ausgerechnet gegen Kroatien gelungen war«, erinnert sich Bagaric an einen Höhepunkt der Karriere.

Weitere Höhepunkte werden nun mit dem TuS N-Lübbecke angestrebt. Ein möglicher wäre der Klassenverbleib. »Das ist unser Ziel. Das Team ist jung, hat Potenzial. Wir müssen nur immer hundert Prozent geben. Dann können wir mithalten«, sagt Bagaric. Er soll im Gebilde von Trainer Aaron Ziercke die Position im linken Rückraum besetzen und von dort aus für leichte Tore aus der Distanz sorgen. »Hochspringen und werfen habe ich schon immer gemacht. Das zählt auch in Lübbecke zu meinen Aufgaben. Oder ich schaffe mehr Raum für die Kollegen«, beschreibt Bagaric, der das TuS-Portfolio gezielt erweitert hat. Er ist der gewünschte Riese.

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