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Fr., 18.08.2017

TuS N-Lübbecke sucht nach einem neuen Spieler für Rechtsaußen Trennung von Tauabo

Leerer Blick: Ramon Tauabo darf nicht weiter für den Handball-Erstligisten TuS N-Lübbecke auflaufen.

Leerer Blick: Ramon Tauabo darf nicht weiter für den Handball-Erstligisten TuS N-Lübbecke auflaufen. Foto: Eibner

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Im Endspurt der Saisonvorbereitung kommt plötzlich noch einmal Bewegung in den Kader des TuS N-Lübbecke. Der Handball-Erstligist hat sich überraschend von Rechtsaußen Ramon Tauabo getrennt.

Die Begründung für diesen Schritt liefert der TuS N-Lübbecke in einer knappen Pressemitteilung. Es handele sich um »grundlegend unterschiedliche Ansichten von Verein und Spieler, was Leistungsbereitschaft und Leistungserbringung betrifft«. Ein vernichtenderes Urteil kann einem Profisportler wohl kaum ausgestellt werden. »Wir haben Ramon davon befreit, für uns tätig zu sein«, sagte TuS-Geschäftsführer Torsten Appel. Ein Satz mit mehreren Bedeutungen. Klingt aber geradezu, als ob der Verein den Spieler von einer großen Belastung befreit hat.

Torsten Appel: »Es gab gute Gründe«

Weiter ins Detail wollten die Verantwortlichen des TuS N-Lübbecke auf Nachfrage nicht gehen. Geschäftsführer Appel legte nur noch einmal nach: »Grundlage für eine Tätigkeit in einem Profisportverein ist ein dem Vertrag entsprechendes Entgegenkommen. Wenn das nicht da ist, passt etwas nicht. Es gab gute Gründe, die uns zu diesem Schritt veranlasst haben. Ein Schritt, den wir gehen mussten.«

Das letzte Spiel im Trikot des TuS N-Lübbecke absolvierte Tauabo Ende Juli beim Test gegen Eintracht Hagen. Danach zog er sich im Training eine Schulterverletzung zu, war krank geschrieben und konnte während des Trainingslagers in Rotenburg an der Fulda nicht mitwirken. Vermutungen, Tauabo habe wegen der Unstimmigkeiten aussetzen müssen, räumte Appel aus: »Den gelben Schein gab es. Es gab andere Punkte, die zur Trennung geführt haben.«

Einsicht zum Ende der letzten Saison

Tauabo kam zur Saison 2013/14 nach Lübbecke. Somit hätte er im aktuellen Kader zu den wenigen Spielern gezählt, die schon über Erfahrung aus der 1. Bundesliga verfügen. Nur gute Erfahrungen machte der 24-Jährige allerdings nicht. Die Abstiegssaison 2016/17 konnte auch aus Tauabos Sicht als Rückschlag und schwierige Phase gewertet werden.

Der gebürtige Berliner zeigte selbst nicht die besten Leistungen und durfte häufig nur zuschauen. »So ist der Sport, so etwas passiert. Dann sollte man daraus seine Lehren ziehen. Mich hat die Situation weitergebracht, weil ich erkannt habe, dass man mit Wille und Arbeit auch wieder zurückkommen kann«, sagte Tauabo im Endspurt der vergangenen Saison, in der er auf seiner Position im Vergleich zu Rene Gruszka häufig die Nase vorn hatte. Genau die Aspekte Wille und Arbeit scheinen dem Außenspieler nun aber doch zum Verhängnis geworden zu sein.

Eine unerwünschte Situation

Die Lübbecker Verantwortlichen sind nun noch einmal zum Handeln gezwungen, um die entstandene Lücke auf Rechtsaußen zu schließen. »Das ist natürlich eine unerwünschte Situation – vor allem zehn Tage vor dem ersten Ligaspiel und zwei Tage vor dem ersten Pflichtspiel im Pokal«, sagt Teammanager Zlatko Feric. Die intensive Suche sei in Zusammenarbeit mit Trainer Aaron Ziercke angelaufen. Sie gestalte sich aber als äußerst schwierig. »Der Markt gibt nicht so viel her. Es gibt nur wenige Vereine, die diese Position mit drei Spielern besetzt haben. Fest steht aber, dass wir den Kader auffüllen müssen«, fügt Feric hinzu. Zu große Sorgen kommen bei Ziercke aufgrund des Verlusts nicht auf. Er wolle lieber nach vorne auf die kommenden Aufgaben schauen: »Wenn Ramon noch länger verletzt gewesen wäre, hätte er uns auch nicht zur Verfügung gestanden.«

Teammanager Feric hatte auch die Aufgabe, die Mannschaft über die Trennung von Tauabo zu informieren. Da es kein passendes Training zum persönlichen Gespräch gab, musste ein anderes Kommunikationsmittel herhalten – eine Nachricht per WhatsApp.

Kommentare

Es ist schade, dass es soweit gekommen ist mit der sofortigen Freistellung von Ramon. Es wird nicht erst seit kurzem diese personalie in Frage gestellt worden sein, dass geht nicht über Nacht. Man muss und sollte diese Entscheidung akzeptieren und kann nur hoffen, dass nicht der Kader darunter zu leiden hat. Ich hingegen denke etwas gespalten über diese Entlassung. Man sieht als Fan und Zuschauer nicht immer hinter die Kulissen.

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