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Mi., 30.08.2017

1. Handball-Bundesliga: TuS trifft auf den Rekordmeister THW Kiel Lübbecke erwartet zweiten Riesen

Diese Spieler waren auch schon beim letzten Aufeinandertreffen dabei: Lübbeckes Tim Remer und Kiels Rune Dahmke.

Diese Spieler waren auch schon beim letzten Aufeinandertreffen dabei: Lübbeckes Tim Remer und Kiels Rune Dahmke. Foto: Schwabe

Von Marc Schmedtlevin

Lübbecke (WB). Der Saisonstart hat es in sich. Nur drei Tage nach der Partie bei der SG Flensburg-Handewitt kommt auf den TuS N-Lübbecke der nächste Riese des deutschen Handballs zu. Der Rekordmeister THW Kiel wird heute Abend (Anwurf 19 Uhr) beim Erstliga-Aufsteiger zu Gast sein.

Was auf den ersten Blick nach einem schlechten Scherz aussieht, ist für den TuS N-Lübbecke die Realität. Nach der ersten deutlichen Klatsche in Flensburg (23:37) ist am zweiten Spieltag gleich die nächste klare Niederlage zu erwarten – zumindest anhand der reinen Spielpaarung. Schließlich kann Kiel genauso wie Flensburg getrost in die Kategorie der Meisterschaftsanwärter einsortiert werden. Das sieht auch TuS-Trainer Aaron Ziercke so und macht den Spielausgang deswegen teilweise vom Auftritt der Gäste abhängig: »Wir werden sehen, was Kiel zulässt.«

Dass es allerdings nicht vollkommen ausgeschlossen ist, im Duell zwischen David und Goliath zu punkten, macht ein Blick in die jüngeren Geschichtsbücher deutlich. Den letzten Heimsieg gegen Kiel bejubelten die Lübbecker vor etwa 15 Jahren. Am 7. September 2002 gelang ein 24:22. Die kuriose Randnotiz: Auch damals war es die Heimpremiere der Saison. Die Vergangenheit kann den Lübbeckern also ein wenig Mut machen, die Statistiken machen es dagegen nicht. Seit 2002 fuhr der THW 23 Erfolge gegen den TuS in der ersten Liga ein.

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Wir sollten eher über die Halben zum Erfolg kommen.

Aaron Ziercke

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Damit die Gastgeber heute überhaupt für eine Überraschung infrage kommen, müssen sie sich im Vergleich zum Sonntagsspiel in Flensburg steigern. Dort hatte sich die Mannschaft einige Abschlussfehler zu viel geleistet und somit immer wieder Gegenstöße der SG eingeleitet. »Wir müssen es vorne besser und einfacher lösen«, sagt Ziercke und spielt damit auf die zahlreichen Wurf- und Anspielversuche über das Angriffszentrum an. Da auch Kiel über einen starken Abwehrinnenblock verfügt, dürften die Chancen auf anderen Positionen gesucht werden. »Wir sollten eher über die Halben zum Erfolg kommen. Es geht darum, den Mittelblock zu beschäftigen und so Räume zu schaffen«, erklärt der Coach. Sollten dann doch einmal Bälle verloren gehen, benötigen die Lübbecker auch ein verbessertes Rückzugsverhalten. »Da müssen wir mehr Struktur reinbekommen«, sagt Ziercke, der in diesem Bereich eine klare Schwäche ausgemacht hatte. Daher werde seiner Meinung nach auch Kiel aufs Tempo drücken. »Alfred Gislason wird sich sicherlich auch das Video von unserem Spiel angeschaut haben.«

Belohnung für die Vorsaison

Neben dem Heimvorteil soll auch die Vorfreude und Motivation den Lübbeckern zu einem guten Ergebnis verhelfen. Schließlich seien Partien wie gegen Kiel die Belohnung der Spieler für eine hervorragende vergangenen Spielzeit. »Wir sollten darauf brennen, gegen Kiel spielen und uns mit den Besten messen zu dürfen. Da kommt ein Gegner auf uns zu, der in den vergangenen Jahren zu den erfolgreichsten Mannschaften weltweit gehört hat«, sagt Ziercke.

Allerdings belegten die erfolgsverwöhnten »Zebras« in den beiden vergangenen Bundesliga-Saisons jeweils nur den dritten Platz. Eine Serie, die beendet werden soll. »Wir wollen um die Meisterschaft mitspielen«, gibt Kiels Trainer Gislason das Ziel aus. Verzichten müssen wird er beim ersten Auftritt des THW auf Domagoj Duvnjak, Rene Toft Hansen und Raul Santos. »Die sind dennoch auf allen Positionen bestens besetzt«, sagt Ziercke, der noch auf seinen Abwehrspezialisten Piotr Grabarczyk verzichten muss. Der Pole hat in dieser Woche aber wieder mit leichtem Training begonnen. Nun soll die Reaktion auf eine höhere Belastung abgewartet werden.

»Graba« wird also zusehen müssen, wie sich seine Kollegen schlagen. Läuft alles nach Wunsch, dürfte ein Resultat wie im September 2002 auf der Anzeigetafel stehen.

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