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Mo., 13.11.2017

1. Bundesliga: TuS N-Lübbecke erreicht beim HC Erlangen ein 22:22 Lübbecke holt hochverdienten Punkt

Von Volker Krusche

Nürnberg/Lübbecke (WB). Zum dritten Mal in Folge fragten sich Trainer und Spieler nach den 60 Minuten: War es ein gewonnener oder verlorener Punkt? Beim 22:22 (11:9) im Kellerduell der Handball-Bundesliga beim HC Erlangen verspielte Schlusslicht TuS N-Lübbecke zwar eine Vier-Tore-Führung, kam aber nach dem 19:21-Rückstand wieder zurück.

»Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wenn man so früh im Spiel klar führt und die Chance hat, auf fünf Tore wegzuziehen, heißt das nicht, dass das die Vorentscheidung gewesen wäre. Wenn man aber kurz vor Schluss mit zwei Treffern hinten liegt und nicht verliert, spricht das für den Charakter und die Moral der Mannschaft«, zog Trainer Aaron Ziercke aus dem dritten Unentschieden in einem Auswärtsspiel hintereinander fast ausnahmslos positive Dinge. Durfte er zu Beginn der Wochen der Wahrheit auch, denn trotz der bisherigen Saisonbilanz ohne Sieg war von fehlendem Selbstvertrauen nichts zu spüren.

Hövels erneut verletzt

Das erhielt auch keinen Knick dadurch, dass Kenji Hövels nach einem Bruch gerade auskurierte Wurfhand nach einem Zweikampf im Donnerstagtraining wieder so stark angeschwollen war, »dass er sich nicht mal schmerzfrei die Zähne putzen konnte« (Ziercke). An einen Einsatz in Nürnberg war nicht zu denken und auch sein Mitwirken im so eminent wichtigen Heimspiel am kommenden Sonntag gegen den VfL Gummersbach ist äußerst fraglich. Und auch die schwache Leistung von Lukasz Gierak, der die taktischen Vorgaben des Trainers nicht umsetzen konnte und auf der Mittelposition von Ante Kaleb ersetzt wurde, fiel nicht gravierend ins Gewicht. Später dann auch nicht die einseitige Entscheidung der einen Heimbonus verteilenden Schiedsrichter Dinges/Kirsch. Sie zeigten TuS-Abwehrchef Piotr Grabarczyk nach einem Gerangel mit Nikolai Link die rote Karte und ließen den Erlanger ungeschoren davonkommen. Auch dies warf die Lübbecker nicht um.

Abwehrreihen stehen gut

Schnell wurde deutlich, dass dieses Kellerduell zum erwarteten Abnutzungskampf werden würde. Die Hausherren versuchten es mit einer sehr offensiv agierenden 6:0-Abwehr, aus der als Überraschungsmoment kurz eine 3:2:1-, 5:1- oder 4:2-Deckung wurde. Der TuS baute indes auf seine gewohnte 6:0-Variante in der Defensive, in der er förmlich Beton anrührte. Jedenfalls gelangen den Hausherren, bei denen zu spüren war, dass es derzeit an Selbstvertrauen mangelt, neben zwei Kontertoren und drei Schlagwürfen aus dem aufgebauten Angriff bis zur Pause sonst nur vier Tore. Lübbecke kam zu Beginn durch Eins-gegen-Eins-Aktionen von Pontus Zetterman oder die Schnelle Mitte zum Erfolg, hatte ansonsten mit Erlangens Defensive aber auch seine Probleme. »Schade nur, dass wir zum Ende der ersten Halbzeit die Chance auf eine höhere Pausenführung als das 11:9 haben liegen lassen. Da war mehr drin«, sagte Ziercke.

TuS setzt sich nach der Pause ab

Mehr wurde es relativ schnell nach Wiederbeginn. Die TuS-Abwehr stand gegen überfordert wirkende Hausherren gut – und Ballgewinne wurden genutzt, um nach dem 15:11 durch Jens Bechtloff vielleicht davonzuziehen. Doch Marko Bagaric, der ein ordentliches Spiel machte, scheiterte an »Katze« Katsigiannis und schon war Erlangen wieder da. Zwischen der 37. und 54. Minute produzierte ein sich befreiender HCE einen 10:4-Lauf und schien den Gegner beim 21:19 niedergerungen zu haben. Schien! Doch acht Strafminuten binnen elf Minuten hatten den TuS zwar die Führung gekostet, nicht aber die Moral. Torbrügge und Zetterman glichen aus und nach dem 21:22 war es Peter Tatai, dessen wichtigste Tat es nicht war, einen Ball zu halten, sondern beim folgenden Konter abzufangen. Das nutzte Luka Rakovic vom Punkt zum 22:22. In den verbleibenden 2:10 Minuten erlaubten es die Unparteiischen dem HCE ohne Zeitspielpfiff in Ballbesitz zu bleiben – das Siegtor gelang ihm aber nicht. Er wäre auch zu viel des Guten gewesen...

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