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Do., 16.11.2017

Luka Rakovic hat sich zur Nummer eins auf Rechtsaußen entwickelt Handball versteht eine Sprache

Luka Rakovic brennt förmlich darauf, gegen Gummersbach in die Erfolgsspur einzubiegen,

Luka Rakovic brennt förmlich darauf, gegen Gummersbach in die Erfolgsspur einzubiegen, Foto: Schwabe

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Keine Frage: Neues Land, neue Sprache, keine Freunde – die Situation war nach seinem Wechsel an den Wiehen alles andere als leicht für Luka Rakovic. Inzwischen sind die ersten Monate ins Land gezogen und der Rechtsaußen des TuS N-Lübbecke kommt immer besser zurecht – zumindest sportlich.

Mit der Sprache hapert es immer noch gewaltig. »I am allein« war dann auch seine Antwort auf eine persönliche Frage in der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag in der TuS-Geschäftsstelle. »Allein«, das war das erste (und einzige Wort) auf Deutsch, dass der Kroate von sich gab. Er unterhält sich sonst eher auf Englisch. Genau, die Sprache. Sie war es auch, die ihm zunächst den sportlichen Einstieg in der Bundesliga erschwerte. Ob im Training oder im Spiel, wenn sich die Kollegen etwas zuriefen oder es eine Ansage des Trainers gab, wusste der 29-Jährige nicht, was gesprochen wurde. »Das war sicherlich nicht leicht für ihn«, beschreibt Aarion Ziercke die anfängliche Situation des in Zagreb geborenen Linkshänders. Der schon für Lissabon und Skopje aufgelaufene Flügelflitzer kniete sich aber rein und schaffte es durch Leistung, den nach dem »Aus« für Ramon Tauabo gesetzten René Gruszka als Stamm-Rechtsaußen zu verdrängen. »In Friesenheim hat er richtig stark gespielt. Seitdem hat er gegenüber René die Nase vorn«, nennt Ziercke den Grund für den Rollentausch.

Ziercke schimpft nach erfolglosem Heber

Allerdings ist der Coach auch schon mal nicht einverstanden mit dem, was Luka Rakovic auf der Platte macht. So wie beim Heber in der entscheidenden Phase in Erlangen, der von »Katze« Katsigiannis entschärft wurde. »Ist er drin, brechen wir Erlangens Moral. Er war aber nicht drin und so haben wir den Gegner unnötig aufgebaut . Das habe ich Luka auch klar zu verstehen gegeben.«

Der macht immer wieder deutlich, dass er auf seinen Coach hört. Auch vor dem so eminent wichtigen Heimspiel am Sonntag gegen Gummersbach. »Ich habe noch nie gegen den VfL gespielt, weiß auch nicht, wie er spielt. Aber dafür haben wir ja unseren Trainer. Der sagt uns das, zeigt uns die Stärken und Schwächen anhand von Videos und stellt uns optimal auf den Gegner ein.«

»Müssen jetzt auf dem Feld Antworten geben«

Der nur 1,79 Meter große Junggeselle weiß aber genau um die Schwere und die Bedeutung der Partie. »Es ist die Zeit gekommen, wo wir auf dem Feld die Antworten auf unsere Situation geben müssen. Wir brauchen unbedingt das Erfolgserlebnis. Das Gefühl, ständig zu verlieren, macht einen wahnsinnig und wütend zugleich. Die daraus resultierende positive Aggressivität müssen wir nun mit aller Macht auf die Platte bringen«, so Rakovic, der betont, dass nicht nur er, sondern all seine Mitspieler genauso denken und fühlen würden. »Wir wissen genau, wie die Situation ist und was man jetzt von uns erwartet.«

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