Sa., 23.12.2017

Für den Lübbecker Trainer ist die Mannschaft der Derby-Held Ziercke freut sich für Gierak

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). »Wir haben getanzt – und natürlich haben wir uns auch ein, zwei Bierchen genehmigt!« Ante Kaleb stand auch am Tag danach, wie übrigens der gesamte Tross von Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke, unter dem Eindruck des grandiosen Derby-Sieges . Ein Erfolg, der einer Befreiung gleichkam.

Auch wenn Trainer Aaron Ziercke Joel Birlehm als riesigen Rückhalt zwischen den Pfosten, Lukasz Gierak als dynamischen Haupttorschützen und Moritz Schade als unermüdlichen Kämpfer in der Abwehr feierte, so ging sein Heldenstatus nicht an einen einzelnen Spieler, sondern das gesamte Team. »Für mich ist die Mannschaft der Derby-Held!«

Aber natürlich ging der TuS-Coach auf den einen oder anderen mitentscheidenden Faktor ein. »Ich habe zum Beispiel zu Lukasz gesagt, dass er einfach spielen und seine Wild-West-Aktionen sein lassen soll. Er soll mit Vollgas für Dynamik auf der Platte sorgen. Das hat er verstanden und umgesetzt. Vielleicht hat ihm dabei mein ziemlich unsanfter Schlag auf den Rücken wach gerüttelt. Seine Leistung freut mich jedenfalls ungemein.«

Nur sieben technische Fehler

Das gilt auch für ein anderes Sorgenkind der zurückliegenden Wochen. Nach seinen vergebenen Trickwürfen in entscheidenden Phase hat Ziercke Rechtsaußen Luka Rakovic dessen Pendant René Gruszka zwischenzeitlich vor die Nase gesetzt. Doch der ließ zu viel liegen, so dass der Sommertransfer aus Lissabon im Derby wieder den Vorzug bekam – und vollauf überzeugte. »Das waren nicht immer leichte Winkel, aus denen er zum Abschluss kam. Aber er hat sie reingemacht, hat verinnerlicht, diese komischen Kunstwürfe sein zu lassen.«

Mitentscheidend neben dem größeren Willen zum Sieg, der Leidenschaft und dem Kampf, der von den Rängen durch enthusiastische Unterstützung honoriert wurde, war auch die geringe Zahl an Fehlern. »Wir haben uns ganze sieben technische Fehler erlaubt«, freute sich Aaron Ziercke. »Endlich einmal hatten wir auch über die gesamten 60 Minuten Konstanz in unserem Spiel. Die hatte uns zuvor so oft gefehlt.«

Acht Punkte hatte der Lübbecker Coach bis zum Jahreswechsel auf der Habenseite ausgegeben. Acht Punkte stehen in der Bilanz. Also alles im Lot. »Ich hatte mir die Punkte allerdings anders ausgerechnet, hätte heute sogar lieber verloren, wenn wir dafür in Hüttenberg gewonnen hätten. Der Sieg wäre in unserer Situation sicherlich noch wichtiger gewesen.«

Stichelei am Telefon

Einen weiteren freien Tag haben Zierckes Schützlinge von ihm nicht bekommen. »Das war unmöglich. Wir mussten am Freitag eine lockere Laufeinheit und Radfahren einschieben, um den Stoffwechsel anzuregen. Aber danach durften die Jungs dann in die kurze Weihnachtspause gehen.« Die dauert aber nur bis Montag, denn am zweiten Weihnachtstag startet die Vorbereitung auf das Gastspiel am Mittwoch in Kiel.

»Wenn wir mit 22:29 verloren hätten, wäre Weihnachten nicht so schön«, bekannte Youngster Joel Birlehm. »Der Sieg war nach den schlechten Erlebnissen der letzten Wochen enorm wichtig.«

Auch der zweite Ex-Mindener im TuS-Team, Kapitän Nils Torbrügge, freute sich diebisch. »Wir haben gezeigt, welches Potenzial wir haben, wenn wir kämpfen und mit Tempo agieren. Leider habe ich nach dem Schlusspfiff keinen Mindener mehr angetroffen. Die waren sofort in der Kabine. Na ja, dann rufe ich sie eben an – und stichele ein wenig...«

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