Mi., 27.12.2017

Nach guten ersten 15 Minuten liegt Lübbecke zur Pause 8:16 hinten 19:29 beim THW-Gnadenlos

Egal wer beim TuS N-Lübbecke zum Tor kommen wollte, wie hier Nils Torbrügge, war in der Kieler Abwehr gut aufgehoben.

Egal wer beim TuS N-Lübbecke zum Tor kommen wollte, wie hier Nils Torbrügge, war in der Kieler Abwehr gut aufgehoben. Foto: Eibner

Von Volker Krusche

Kiel/Lübbecke (WB). Rekordmeister THW Kiel hat – wie berichtet – am Mittwochabend ein Jubiläum gefeiert. Zum 25. Mal in Folge gelang den »Zebras« in der 1. Handball-Bundesliga ein Sieg über den TuS N-Lübbecke. Vor mit 10.285 Zuschauern einmal mehr ausverkauften Rängen im Handball-Tempel an der Förde gewann der Favorit im Schongang mit 29:19 (16:8).

Es war am 6. Mai 1978, also vor fast 40 Jahren, als die Lübbecker erst- und letztmalig beim »torreichen« 14:14 einen Punkt aus der damaligen Ostseehalle haben entführen können. Danach gab es für sie im hohen Norden ausnahmslos Niederlagen – insgesamt in Kiel bis zum Jahresabschluss 2017 25 an der Zahl und zum Teil, wie beim 46:27 in 2008, häufig sogar äußerst deftig.

»Das Erwachen der Macht«

Genau das versuchten Aaron Ziercke und seine Mannen diesmal zu verhindern, galt es doch vor allen Dingen das eigene Torverhältnis, das beim 21:33 im Hinspiel Ende August schon massiv gelitten hatte, mit Blick auf die Kellerkonkurrenten zu schonen. Ein lohnendes Ziel, das beim 19:29 wohl auch knapp erreicht wurde.

»Das Erwachen der Macht« heißt der neueste Streifen der Star-Wars-Saga. Das Erwachen der Macht scheint auch der aktuelle Titel zu sein, den man über den saisonalen Werdegang der Kieler setzen muss. Und das unterstrichen die Norddeutschen auch gegen den Underdog aus Ostwestfalen. Im Duell zeigte der Goliath dem David nach 15-minütiger Anlaufzeit seine Grenzen auf.

Kieler 7:0-Lauf nach dem 5:6

In der ersten Viertelstunde agierte der Aufsteiger aber noch einigermaßen auf Augenhöhe. Zwar lag er zunächst hinten, seine langen Angriffe, die bis zum Passivzeichen der Unparteiischen ausgereizt und sogar mit zwei Zeitspielpfiffen bedacht wurden, wirkten auf die Hausherren wie eine Einschläferungstaktik, die nach anfänglichen Rückständen bei der einzigen Führung sogar Wirkung zeigte. Aus dem 4:5 machte der TuS ein 6:5, stellte dann aber das Torewerfen für zehn Minuten ein. Auch, weil Kiels Trainer Alfred Gislason eine Abwehrumstellung von 6:0 auf 3:2:1 vornahm. Eigentlich sollte die ja dem nicht gerade wurfstarken Rückraum der Lübbecker entgegenkommen. Die aber kamen gar nicht mehr zurecht, produzierten Fehler über Fehler oder fanden in Nationaltorhüter Andi Wolff ihren Meister. Mit einem 7:0-Lauf wurde der Rekordmeister binnen sieben Minuten einmal mehr seinem Ruf als THW-Gnadenlos gerecht und drehte die Partie entscheidend mit viel mehr Tempo in seinen Angriffsaktionen zum 12:6 und schraubte die Führung bis zur Pause gegen im Angriff einfaltslosen Lübbecker beim 16:8 auf acht Tore.

Die Hausherren wirkten trotz des relativ späten Erwachens in diesem Duell hinten stets unaufgeregt und warteten wie üblich nur auf die Fehler des Gegners. Und die kamen...

»Kiel hat kurz mal den Turbo gezündet«

Aus Acht macht Zehn. Schnell war die Kieler Führung zweistellig – schon beim 18:8. Für den TuS gab es kaum ein Durchkommen in der THW-Defensive. Die Hausherren waren einfach eine andere Kragenweite. Gut, dass es die Kieler zwischenzeitlich ruhiger angehen ließen und kräftig durchwechselten. Dadurch vergrößerte sich der Rückstand zumindest in den folgenden sieben torlosen THW-Minuten nicht. Auch, weil Lübbecke es hinten nun verstand, die Räume enger zu machen. Erst die zweite Zeitstrafe von Kapitän Nils Torbrügge beendete die Torflaute der Zebras. Den Gästen fehlte vorn aber weiter die nötige Torgefahr. Einfachste Ballverluste präsentierten dem Favoriten die Kontertore auf dem Silbertablett. In der Folge versuchten die Kieler allerdings verstärkt für die Galerie zu spielen, die Gäste waren indes mit aller Macht um ein gutes Resultat bemüht, was ihnen am Ende dann wohl auch gelang. Der Einsatz wurde belohnt.

Kiel verbesserte seine Ausbeute gegen den TuS durch den Erfolg auf 45 Siege in mittlerweile 54 Duellen. Eine stolze Bilanz. Für die Lübbecker aber kein Beinbruch.

Das sah auch Aaron Ziercke nicht anders. »Kiel hat beim 6:5 für uns und in der Folge einigen einfachen Fehlern unsererseits kurz mal den Turbo gezündet und war dann weg. Wenn man zur Halbzeit mit acht Toren hinten liegt, muss man in Kiel am Ende mit einer Zehn-Tore-Niederlage wohl zufrieden sein. Wir waren einfach nicht bereit, vom Rückstand noch mehr abzuknabbern.«

Das TuS-Telegramm

THW Kiel : Landin (n.e.), Wolff (13 Paraden); Duvnjak (3), Toft Hansen, Weinhold (3), Wiencek (5), Ekberg (5/2), Zeitz (n.e.), Frend-Ofors (1), Rahmel, Dahmke (1), Zarabec, Vujin (3), Bilyk (5), Nilsson (3)

TuS N-Lübbecke : Tatai (ab 27. – 5 Paraden), Birlehm (3 Paraden); Genz (3), Kaleb (1), Bechtloff (3), Gierak (2), Gruszka (2), Rakovic, Torbrügge (2), Schade, Zetterman (2), Hövels, Remer (4/1)

Schiedsrichter : Christian und Fabian vom Dorff (Erkelenz/Mettmann)

Zuschauer : 10.285 (ausverkauft)

Torfolge : 1:0 (5.), 1:1, 2:1, 2:2, 4:2 (10.), 4:4 (14.), 5:4, 5:6 (15.), 12:6 (22.), 12:7 (25.), 14:7, 14:8, 16:8 – 18:8, 18:10, 21:10 (44.), 21:11, 22:11, 22:12, 23:12, 23:13, 24:13, 24:14, 25:14, 25:15, 26:15, 26:17 , 27:17, 27:18, 28:18, 28:19, 29:19

Siebenmeter : 2/2 : 3/3

Strafminuten: 0 : 6 (keine – Torbrügge 16./41., Zetterman 20.)

So geht’s weiter : TuS N-Lübbecke - TVB 1899 Stuttgart (Sonntag, 11. Februar, 12.30 Uhr, Merkur-Arena)

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5384155?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F