Fr., 29.12.2017

Aaron Ziercke freut sich über vier, fünf Tage mit der Familie Erholen und bewegen

Für Kenji Hövels gab es gegen die Kieler »Wand« kaum einmal ein Durchkommen.

Für Kenji Hövels gab es gegen die Kieler »Wand« kaum einmal ein Durchkommen. Foto: Eibner

Von Volker Krusche

Lübbecke/Kiel (WB). Für Aaron Ziercke standen am Donnerstag noch diverse Dinge an, die es zu erledigen galt. Entsprechend war der Coach von Bundesligist TuS N-Lübbecke trotz nächtlicher Ankunft aus Kiel wieder früh auf den Beinen. Ab 12.30 Uhr galt aber auch für ihn: »Jetzt ist frei!«

»Ich freue mich riesig auf ein paar Tage ohne Handball, in denen ich selbst intensiver sportlich aktiv sein zu kann und einfach mal Zeit für die Familien habe«, so der Lübbecker Übungsleiter. Vier, fünf Tage sollen es schon sein, immerhin haben Tochter Mia am Silvestertag und Ehefrau Annika am 2. Januar Geburtstag. Aber schon in Richtung Ende nächster Woche beginnt Aaron Ziercke mit seiner Nachbetrachtung, mit der Aufarbeitung der Hinrunde, aus der seine Jungs nicht das »Erlebnis Kiel«, sondern das »Gefühl des Derbysieges« mit in die am 10. Januar startende Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte mitnehmen sollen.

Kiel reichen fünf, sechs Minuten

Mit Blick auf den jüngsten Auftritt an der Förde, wo Ziercke in den Jahren 1989 bis 1993 selbst das Zebra-Trikot trug, bescheinigte er dem Rekordmeister einmal mehr »seine unglaubliche Effektivität«. Das 6:6 sei nach 15:32 Minuten gefallen. »Nach 21:45 Minuten stand ein 12:6 für den THW an der Anzeigentafel. Den Kielern reichen, wie kaum einem anderen Team, eben diese fünf, sechs Minuten, um einem Spiel eine ganz andere Wende zu geben, das Ergebnis standesgemäßer zu gestalten. Die folgenden 38 Minuten haben wir dann nur mit minus Vier verloren«, sah er auch etwas Positives. Doch auch der Phase, in der die Partie kippte, konnte Ziercke etwas Gutes abgewinnen. »Wir haben dabei allein vier Minuten in Unterzahl gespielt. Und dennoch hatten wir unsere Chancen von Links- und Rechtsaußen sowie vom Kreis, traf Kenji Hövels aus dem Rückraum noch den Pfosten.«

Auf die 3:2:1-Abwehr vorbereitet

Die Deckungsumstellung der Kieler von 6:0 auf 3:2:1 sei nichts Unerwartetes gewesen. »Darauf haben wir uns im Training sogar intensiv vorbereitet.« Nur entsprechend umgesetzt wurde die Vorgaben im Ernstfall dann nicht. »Da hat uns der THW einige Passfallen gestellt – und wir sind darauf reingefallen!« Das Resultat waren ein ums andere Mal erfolgreiche Gegenstöße, durch die die Hausherren ins Lübbecker Herz trafen. In der Folge habe man das dann besser gemacht. »Doch als sich uns die Chance auftat, die Differenz auf acht Tore zu verkürzen, wirft Ante Kaleb aus dem Kontakt heraus. Kiel läuft einen Konter. Und schon sind es wieder Zehn. Manchmal agieren wir da noch zu naiv. Da macht sich die fehlende Erfahrung bemerkbar.« Natürlich hätte der TuS-Coach gern einstellig verloren, »man muss Kiel aber auch attestieren, dass das Team einfach diese zehn Tore besser ist!«

Die Vorbereitung im Januar wird bestimmt von Kraft- und Ausdauertraining. »Da müssen wir nachlegen, weil wir in letzter Zeit dem taktischen Bereich Vorrang gegeben haben«, sagt Aaron Ziercke. »Eigentlich wollte ich nicht von meinem Plan abrücken. Aber es ging nicht anders. Daher müssen wir mit Blick auf die vor uns stehenden schweren Spiele im athletischen Bereich nachlegen.« Und welche Hausaufgaben haben seinen Mannen mitbekommen? Ziercke: »Erholen und bewegen!«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5385667?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F