So., 04.03.2018

Luka Rakovic lässt Lübbecke beim 26:26 gegen Hüttenberg aufatmen Zumindest einen Punkt gerettet

Luka Rakovic, hie bei seinem Treffer zum 3:2 für den TuS N-Lübbecke, sorgte zwei Sekunden vor Schluss für das 26:26.

Luka Rakovic, hie bei seinem Treffer zum 3:2 für den TuS N-Lübbecke, sorgte zwei Sekunden vor Schluss für das 26:26. Foto: Göbel

Von Volker Krusche

Lübbecke (WB). Es sollte ein Befreiungsschlag im Tabellenkeller sein, der Sieg war fest eingeplant. Am Ende war es aber nur ein Punkt – und der war aus Sicht von Handball-Erstligist TuS N-Lübbecke nach dem 26:26 (12:14) im Kellerduell gegen Mitaufsteiger TV Hüttenberg äußerst glücklich.

Wenn sich eine Mannschaft vor 1.819 Zuschauern auf dem Parkett der Merkur-Arena als Sieger hätte feiern lassen dürfen, dann wäre es das bisherige Schlusslicht gewesen. Die Gäste spielten genau das, was sie konnten, bewegten sich 60 Minuten konsequent im Bereich ihrer Möglichkeiten. Ganz im Gegensatz zu den Lübbeckern, die einfach viel zu viel vermissen ließen. Einzig mit dem Kampf durfte Aaron Ziercke zufrieden sein. Der Rest passte kaum zu dem, was sich die Hausherren vorgenommen hatten. Selbst die sonstige Trumpfkarte einer sattelfesten Abwehr stach diesmal nicht. Weder die Torhüter Peter Tatai und Joel Birlehm noch ihre Vorderleute unterstützten den Angriff durch Ballgewinne. Das von Coach Ziercke geforderte Tempospiel über den Konter hinaus durch eine konsequente zweite und dritte Welle kam gar nicht erst zustande. »Wir sahen uns Angriff für Angriff langen Ballpassagen des Gegners ausgesetzt. Bis zum passive Warnzeichen hat es der Gegner aber auch clever gemacht. Wir sind werden zu unruhig, von Sekunde zu Sekunde immer nervöser, weil wir nicht an den Ball kommen. Und dann passieren Fehler«, führte Ziercke aus. Es war aber nur einer von vielen Punkten, die am Sonntag nicht passten.

Vier Zeitstrafen in den ersten drei Minuten

Die ersten drei Minuten ließen nichts Gutes erahnen. Zunächst »fällte« Jo-Gerrit Genz Gegenspieler Dominik Mappes und war mit seiner Zeitstrafe nach nur 43 Sekunden sehr gut bedient. Nach 98 Sekunden nahmen auch Ante Kaleb und Ragnar Johannsson auf der Sünderbank platz. Und in der dritten Minute erwischte es zudem noch Dener Jaanimaa, so dass auf dem Parkett viel Platz war.

Schnell wurde deutlich, dass das Kellerduell ein echter Abnutzungskampf werden würde. Und da Peter Tatai, der sonst von Außen eigentlich eine Bank ist, diesmal fast ausnahmslos nur zweiter Sieger war, hieß es nach nur acht Minuten bereits 6:3 für die Hessen. Hinzu kam, dass Jens Bechtloff mit insgesamt vier vergebenen Hundertprozentigen und einem Siebenmeter in den 60 Minuten neben seinen Füßen stand, Lukasz Gierak mal wieder keinerlei Akzente setzen konnte und auch Jaanimaa zunächst überhaupt nicht stattfand. Hüttenberg hatte es leicht, die Führung bis auf eine Phase zwischen dem 8:8 und 11:11 stets zu behaupten. Beim TuS lief im Angriff indes nur wenig zusammen, was allein vier verlorene Überzahlspiele ohne eigenes Tor unterstrichen. Lübbecke setzte nichts von dem um, was man gegen die 5:1-Deckung des TVH trainiert hatte. Viel zu wenig Tempo, stets in die Mitte ziehend, kaum eine Eins-Eins-Aktion mit Zug. Die Hausherren machten es den Gästen leicht, so dass sich Teammanager Zlatko Feric ärgerte: »Wir haben nur in den ersten zehn Minuten klug agiert, danach aber nur mit Willen und Herz, aber nicht mit Kopf gespielt.«

Pontus Zetterman spielt stark auf

Nach dem Wechsel rechnete jeder mit Besserung, wartete aber vergebens darauf. Erst als Aaron Ziercke eine Hüttenberger Auszeit nach 40 Minuten nutzte, um seinen Angriff neu zu justieren, war auf einmal mehr Bwegung und Zug im Spiel: Der starke Pontus Zetterman rückte in die Mitte und stellte den Gegner gemeinsam mit Ante Kaleb und Dener Jaanimaa nun vor viel größere Probleme als zuvor. Da aber weiter kaum Unterstützung aus der Defensive kam, konnte der Angriff nur reagieren, nicht aber agieren. Als TVH-Rechtsaußen Daniel Werning 67 Sekunden vor Schluss die dauerhafte Gästeführung beim 26:24 festigte, schiene Hüttenberg den gerechten Lohn einzufahren. Doch Jaanimaa antwortete nach Schneller Mitte nur vier Sekunden später mit dem Anschlusstor. Und als der bis dahin treffsichere Werning 23 Sekunden vor dem Ende frei vom Kreis an Tatais Fuß und am Pfosten scheiterte, eröffnete sich für den TuS die kaum für möglich gehaltene Chance, wenigstens noch einen Punkt zu retten. Ziercke brachte den siebten Feldspieler, sah sein Team elf Sekunden vor Ende nach einer Zeitstrafe gegen Johannsson in einer 7:5-Überzahl und feierte nach 59:58 Minuten Rechtsaußen Luka Rakovic, nach dessen 26:26 als Retter. Für ein hartes Zulangen gegen Jaanimaa sah Hüttenbergs Christian Rompf zudem »Rot«.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5567007?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2352979%2F4850251%2F