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Fr., 11.08.2017

Deutsche Frauenstaffel ist bei der WM in London Mitfavorit Es läuft beim Fräuleinwunder

Tatjana Pinto vom LC Paderborn (rechts) und Rebekka Haase ( LV 90 Erzgebirge) laufen am Samstag bei der WM in London gemeinsam in der 4x100-Meter-Staffel. Mit Gina Lückenkemper und Lisa Mayer soll eine Medaille her.

Tatjana Pinto vom LC Paderborn (rechts) und Rebekka Haase ( LV 90 Erzgebirge) laufen am Samstag bei der WM in London gemeinsam in der 4x100-Meter-Staffel. Mit Gina Lückenkemper und Lisa Mayer soll eine Medaille her. Foto: Matthias Wippermann

Von Matthias Wippermann

Paderborn (WB). Es sind zwar nur die inoffiziellen Staffel-Weltmeisterschaften gewesen, aber was die deutsche 4x100-Meter-Staffel im April bei den World Relays auf den Bahamas für ein Rennen auf die Bahn brannte, war ein Paukenschlag, der sogar bis zu den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London hallt.

Das neue deutsche Fräuleinwunder setzt sich mittlerweile auch international in Szene. In 42,84 Sekunden rannte das DLV-Quartett in der Reihenfolge Alexandra Burghardt (MTG Mannheim), Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar), Tatjana Pinto (LC Paderborn) und Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge) bei den World Relays zu Gold. Dabei fehlte die aktuell schnellste deutsche Sprinterin sogar. Gina Lückenkemper (LG Olympia Dortmund), die noch am 4x200-Meter-Silberlauf bei den World Relays beteiligt war, verzichtete im Thomas A. Robinson National Stadium in Nassau aufgrund einer Erkältung auf ihren zweiten Start des Wochenendes.

Bei den Weltmeisterschaften in London steht sie symbolisch für die neue Stärke der schnellen Sprinterinnen in Deutschland. Lückenkemper lief bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt im Vorlauf der 100 Meter in 11,01 Sekunden zur persönlichen Bestzeit und im Finale in 11,10 Sekunden zum Titel. Bei der WM in London blieb sie erstmals unter elf Sekunden und sprintete in 10,95 Sekunden ins Halbfinale, in dem sie aber mit 11,16 Sekunden ausschied. Die 20-Jährige ist die Strahlefrau im Team, immer gut gelaunt und unbeschwert. »Vielleicht liegt es daran, dass ich das mache, was ich liebe – Sprinten. In meiner Familie sind aber alle so locker drauf«, sagt die in Hamm geborene, in Soest wohnende, in Bochum studierende (Wirtschaftspsychologie) und für Dortmund startende Sprinterin. Ihre Fröhlichkeit sieht man ihr auf Anhieb an. »Meine Mutter sagt immer, ich würde mit meinem Gesicht reden.«

Pinto: »Konkurrenz belebt das Geschäft.«

Tatjana Pinto, die bei der WM im 100-Meter-Vorlauf wegen eines Fehlstarts disqualifiziert wurde, ist mit gerade mal 25 Jahren die erfahrenste der deutschen Sprinterinnen in London und so etwas wie der Ruhepol. »Wir sind gut eingespielt. In der Staffel kann viel passieren. Bei den World Relays hatten wir mit einer Medaille geliebäugelt; dass es Gold wurde, war der Wahnsinn«, sagt sie und fügt mit Blick auf die vielen jungen Sprinttalente, die in Deutschland nachrücken, lächelnd hinzu: »Konkurrenz belebt das Geschäft.«

Haase: »Alle machen ihr Ding.«

So sieht es auch Rebekka Haase, die bei der WM über 200 Meter ihren Vorlauf in 22,99 Sekunden gewann, im Halbfinale aber mit 23,03 Sekunden nur um 18 Hundertstelsekunden den Finaleinzug verpasste. »Wir pushen uns gegenseitig. Man darf sich keine Schwächen erlauben«, meint die 24-Jährige und nennt noch ein Erfolgsrezept: »Wir sind unterschiedliche Typen und alle machen ihr Ding, so wie es das Beste für einen ist. Das macht uns gemeinsam so stark.«

Lückenkemper: »Wir sind Medaillenkandidatinnen.«

Zu was diese Stärke bei den Weltmeisterschaften reicht, wird sich an diesem Samstag bei den Staffelwettbewerben zeigen. »Wir werden definitiv um die Medaillen mitlaufen«, meint Haase und Lückenkemper sagt: »Wir sind Medaillenkandidatinnen, wie schon vergangenes Jahr bei den Olympischen Spielen. Doch diesmal wollen wir uns die Butter nicht vom Brot nehmen lassen.« In Rio reichte es in der Besetzung Pinto, Mayer, Lückenkemper und Haase hinter den USA, Jamaika und Großbritannien »nur« zum vierten Platz. In London soll es mindestens einen Rang hochgehen.

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