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Sa., 02.12.2017

U 21-Trainer Kniat und John widmen sich mit Schalkes Kapitän Fährmann der Mode Auf die Mütze gekommen: Schalker und Paderborner gründen Modelabel

Fotoshooting in der Tiefgarage im Dören-Park (von links): Michél Kniat, Christopher John und Ralf Fährmann haben ihren Spaß.

Fotoshooting in der Tiefgarage im Dören-Park (von links): Michél Kniat, Christopher John und Ralf Fährmann haben ihren Spaß. Foto: Jörn Hannemann

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Am Anfang war es eine Idee, die vor drei Jahren bei einem Ibiza-Urlaub entstand. Mittlerweile ist es ein Code, der insbesondere die Fußball-Welt verbindet. »Trezcode« heißt das noch junge Paderborner Headwear-Unternehmen, hinter dem sich die drei modebegeisterten Gesellschafter Christopher John (29), Michél Kniat (32) und Ralf Fährmann (29) verstecken.

Fährmann? Ralf Fährmann? Ja, genau der: Neben dem Trainerduo der U 21 des SC Paderborn 07 ist es der Torwart und Kapitän des 4:4-Derbysiegers Schalke 04, der im Kreieren von Mützen und Kappen eine weitere Leidenschaft gefunden hat.

»Ralle« kennt »Johnny« bereits aus gemeinsamen Schulzeiten in Chemnitz. »Mitch« und »Johnny« sind befreundet, seit sie einst Seite an Seite für Regionalligist SC Wiedenbrück aufgelaufen sind. Mittlerweile kennt »Ralle« auch »Mitch«, zwischen allen hat sich eine intensive Freundschaft entwickelt und die spiegelt sich nun auch im eigenen Label wider.

»Das Ganze ist das Resultat einer Bierlaune. Ralf und ich haben dann zunächst nicht weiter darüber nachgedacht, aber Christopher ist dran geblieben, war die treibende Kraft und so hat sich die Geschichte Stück für Stück nach vorne bewegt«, sagt Kniat. Headwear deshalb, »weil es viele Caps gibt, aber nur wenige, die auch wir tragen würden«, sagt Fährmann.

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Da stecken unsere Liebe und unser Herzblut drin.

Ralf Fährmann

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Für die ersten konkreteren Planungen und die Namensfindung ist etwas Anlaufzeit ins Land gegangen. Aber seit etwa eineinhalb Jahren gibt es den namensgleichen Online-Shop. Trez steht für die drei Buddys, Trezcode klingt natürlich nicht rein zufällig wie Dresscode.

Aus anfangs vier Varianten sind mittlerweile 24 verschiedene Kappen und Beanies geworden. Keine Modelle, die mal so nebenbei entstanden sind, sondern ausschließlich welche, über die sich die Jungs zuvor jede Menge Gedanken gemacht haben. »Die Ideen kommen in unterschiedlichsten Situationen. Ob während der Autofahrt oder abends im Bett – da fällt einem etwas ein, man besorgt ein Musterstück, setzt sich mit den anderen zusammen und bestenfalls haben wir dann wieder etwas Neues in der Kollektion«, sagt Fährmann. Der 29-Jährige »liebt und lebt« S04, hat aber auch für Trezcode jede Menge Emotionales übrig: »Das ist ein Projekt, in dem nicht nur reichlich Arbeit, sondern auch unser Herzblut und unsere Liebe stecken.«

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Aber entscheidend ist: Die Jungs tragen es gerne.

Christopher John

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Die Kopfbedeckungen sind keinesfalls nur für kickende Kunden gedacht, kommen aber vor allem bei den Profi-Kollegen bestens an. Ob Paderborns Kapitän Christian Strohdiek, Torjäger Sven Michel und selbst Trainer Steffen Baumgart, Arsenal Londons Sead Kolasinac oder die Schalker Breel Embolo und Daniel Caligiuri – sie alle haben die junge Marke samt des Slogans »live the code« längst für sich entdeckt und nehmen den Unternehmern in einem netten Nebeneffekt mit Selfies auf allen gängigen Social-Media-Kanälen einen Großteil der Marketingarbeit ab.

»Wir wussten, dass wir diesen Vorteil haben und es für uns deutlich leichter ist, in den Markt zu kommen, sonst hätten wir das auch nicht gemacht. Aber entscheidend ist: Die Jungs tragen es gerne. Und wenn Caligiuri oder Embolo mit unseren Kappen zum Spiel gehen, finden wir das natürlich richtig gut«, sagt John, was Fährmann nur untermauern kann: »Profis werden tausende Dinge angeboten, damit sie die tragen, aber letztlich tragen sie nur, was ihnen gefällt und das spricht in diesem Fall für unsere Produkte. Ich habe gerade einige Bestellungen von anderen Arsenal-Spielern und weiteren Bundesliga-Kollegen vorliegen – eine coolere Bestätigung kann es doch nicht geben.«

Produziert wird – je nach Bedarf – in China. Der große Rest wird von Paderborn aus gesteuert. Die Arbeit teilt das Trio unter sich auf. Aufwand stark steigend, denn das Geschäft läuft. »Wir sind mit einer festen Investitionssumme angefangen und mussten seitdem keinen Cent mehr nachschießen. Alles weitere konnten wir aus den Verkäufen finanzieren. Es macht uns ein Stück weit stolz, dass die Geschichte dermaßen gut funktioniert«, sagt John.

Der Personalentwickler einer Lippstädter Firma, der hauptamtlich für den SC Paderborn 07 arbeitende Kniat und Schalkes Schlussmann betonen aber unisono, dass das, was ihre Marke an Gewinn abwirft, definitiv die untergeordnete Rolle spielt. »Wir machen das nicht des Geldes wegen, sondern weil wir dermaßen großen Spaß daran haben. Für mich ist das einfach eine super Sache, um den Kopf frei zu bekommen und mal nicht an Fußball zu denken«, sagt Fährmann.

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Das ist eine super Sache, um den Kopf frei zu bekommen.

Ralf Fährmann

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Der modebewusste 1,96-Meter-Mann hat logischerweise darauf geachtet, dass es die eine oder andere Mütze gibt, deren Farbe dem Königsblau ziemlich nahe kommt, macht aber auch einen ganz klaren Cut: Obwohl »Mitch« Kniat von Kindesbeinen an BVB-Anhänger ist, findet die Kombination Schwarz-Gelb in der Farbpalette keinen Platz. Da hat dann auch die verbindende Kraft des Trezcodes ihre Grenzen.

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