Do., 08.02.2018

Rugby: RFC Paderborn hat sein Team in die Regionalliga zurückgezogen Abstieg für den Umbruch

Voller Einsatz für den Rugbysport in Paderborn: Nationalspieler Phil Hunz arbeitet an einer breiteren Basis mit motivierten Spielern.

Voller Einsatz für den Rugbysport in Paderborn: Nationalspieler Phil Hunz arbeitet an einer breiteren Basis mit motivierten Spielern. Foto: Elmar Neumann

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). In der Saison 2016/2017 spielt der RFC Paderborn in der 2. Bundesliga Nord eine gute Rolle und sichert sich früh den Klassenerhalt. Trotzdem verzichten die Verantwortlichen auf das erneute Startrecht und steigen stattdessen lieber freiwillig ab. Der Umbruch genießt Priorität.

Aktuell geht das Rugby-Team in der Regionalliga NRW Westfalen auf Punktejagd und überwintert dort nach einer Auftaktniederlage beim Wiedenbrücker TV (22:24), einem Sieg gegen den RC Bielefeld (15:7) und einem Unentschieden gegen den RFC Dortmund (10:10) als Vierter der Fünfergruppe. Weniger als die Ergebnisse interessieren Leistungsträger Phil Hunz, der auf der Position »Erster Innendreiviertel« zuhause ist, allerdings die aktuellen Entwicklungen, die nicht an Punkten und Platzierungen festzumachen sind. Die noch immer junge Abteilung ist erst anno 2015 unter dem Dach des auf dem British-Army-Gelände ansässigen Paderborn United Football Club entstanden. Doch schon im Lauf der Vorsaison hatte der 26-Jährige festgestellt: »Auf Sicht wollen und müssen wir uns von United lösen. Wir sind einfach zu abhängig von der ohnehin bald abziehenden Army.«

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Wir wollen selbstständiger werden.

Phil Hunz

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Längst folgen den Worten Taten und erste Ergebnisse spiegeln sich vor allem in der Besetzung des Teams wider. Fanden sich in der Vergangenheit fünf Deutsche in der 15 Spieler umfassenden Besetzung auf dem Feld, haben sich die Verhältnisse nun umgekehrt. Mindestens. »Beim ersten Spiel gegen Wiedenbrück waren unter den 15 Jungs nur noch zwei Engländer. Das ist der Weg, den wir gehen wollen. Natürlich sollen und dürfen die Engländer weiter für uns spielen. Wir können ihre Erfahrung sehr gut gebrauchen, aber wir wollen selbstständiger werden«, sagt Hunz und meint damit auch die Planungssicherheit.

Intensivere Zusammenarbeit mit der Uni könnte die Lösung sein

Weil die Soldaten auch in der Army Rugby spielen, stellen die Einsätze für den RFC für sie eher eine Zugabe dar. Entsprechend schwankend und wenig verlässlich gestaltete sich die Trainings- und Spielbeteiligung. »Wir hatten bereits in der Rückserie der Zweitliga-Saison mit dem Kader zu kämpfen, waren knapp an Leuten und eine Spielabsage in der 2. Liga kann mehrere hundert Euro Strafe kosten. Auch das war ein Grund, in den sauren Apfel zu beißen und eine Liga tieferzugehen.« Stichwort Euros: Die Finanzen sind ebenfalls ein Problem, denn ohne deutsche Steuernummer können sich auch keine deutschen Sponsoren für den Sport engagieren.

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Wir suchen Spieler, die richtig Bock auf unseren Sport haben.

Phil Hunz

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Die große Lösung könnte eine noch intensivere Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn sein. Auf sportlicher Ebene ist das Verhältnis bereits ein enges: Das Training wird auch nach der Winterpause und damit ab sofort wieder freitags auf dem Uni-Rasenplatz (16 bis 18 Uhr, Interessenten sind stets willkommen) absolviert. Zudem bereichern RFC-Trainer Zak Bredin und Phil Hunz, die 2017 sogar für die deutsche Nationalmannschaft im Einsatz waren, das Hochschulsport-Angebot erneut um Rugby-Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Von dort haben schon zahlreiche Spieler, auch einige, die zuvor rein gar nichts mit diesem Sport zu tun hatten, Anschluss an den RFC gefunden und in der Regionalliga jede Menge Spaß.

Das nächste Regionalligaspiel steht am Samstag, 3. März, in Osnabrück auf dem Plan. Wann die 2. Liga wieder ins Visier genommen wird, ist in diesen Tagen nicht so entscheidend: »Wichtiger ist, dass wir eine Basis mit vorwiegend deutschen Spielern bilden, die richtig Bock auf unseren Sport haben und regelmäßig zum Training und zu den Spielen kommen.«

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