Fr., 15.06.2018

Der Nachwuchs des SC Paderborn spielt künftig in den höchsten Klassen Noch nie so gut

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Das Nachwuchsleistungszentrum des SC Paderborn bringt erste Ergebnisse: Noch nie war der Zweitligist in dem Bereich so gut aufgestellt. Künftig spielen die A- B- und C-Junioren in den höchsten Klassen. »Das ist perfekt«, sagt Leiter Christoph Müller. Damit wachsen aber auch die Erwartungen: Der SCP sieht sich selbst als Ausbildungsverein und erhofft sich neben TV-Geld, Werbeeinnahmen und Zuschauererlösen langfristig eine vierte Einnahmequelle: Ablösesummen für selbst ausgebildete Spieler.

A-Junioren

Nie schlechter als auf Platz elf, 20 von 24 möglichen Punkten gegen die direkten Konkurrenten (Fortuna Köln, Arminia Klosterhardt, Arminia Bielefeld, Borussia Mönchengladbach) im Kampf um den Klassenerhalt geholt und mit Philippos Selkos, Sergio Gucciardo, Oliviér Schindler, Sascha Heil und Justin Reineke fünf Spieler so ausgebildet, dass es für einen Profivertrag beim SCP gereicht hat – Florian Fulland darf stolz auf seine erste Saison in der U19-Bundesliga sein. Der Trainer gibt das Lob aber sofort weiter: »Es hat Spaß gemacht. Die Jungs waren willig, haben super mitgezogen und sich entsprechend stark entwickelt.«

Der Neuling nahm die Aufstiegs-Euphorie mit in die Saison und startete entsprechend gut in die höchste deutsche Spielklasse. Bemerkenswert: Bis auf Dominik Bilogrevic (Bayer Leverkusen) hatte zuvor kein einziger SCPer auch nur eine Minute in der Elite-Liga gespielt. »Wir sind von Beginn an als Team und große Einheit aufgetreten. Das hat uns besonders stark gemacht«, sagt Fulland. Sein Kader blieb zwar vom Verletzungspech weitestgehend verschont, Probleme gab es auch nicht, als Top-Torjäger Philippos Selkos (zwölf Treffer) wegen einer Schulterverletzung wochenlang ausfiel. »Wir haben auch diese Personalie weggesteckt und weiter kontinuierlich gepunktet. Das war am Ende ausschlaggebend.«, ist Fulland überzeugt.

Am 23. Juni beginnt Fulland mit der Vorbereitung auf die neue Saison. Mit Aram Kahraman steht dann ein alter Bekannter im Kader. Der 16-Jährige wechselte 2015 zum BVB und kehrt nun zurück. »Auch das zeigt, dass wir mit unserer Nachwuchsarbeit auf dem richtigen Weg sind«, freut sich Fulland.

B-Junioren

Die U 17 des SC Paderborn war vor der Westfalenliga-Saison der Top-Favorit, dieser Rolle wurde der SCP auch gerecht. Das Team legte bereits in der Hinrunde mit 30 Punkten (42:9 Tore) aus elf Spielen das Fundament zum Aufstieg in die Bundesliga, in der Rückrunde kamen weitere 23 Zähler hinzu. »Die Jungs haben die Rolle sehr gut angenommen. Das war gar nicht so einfach, denn niemand wusste vor dieser Saison genau, wo wir stehen«, sagt Trainer Daniel Lingfeld und spielt damit auch die schwache Saison der U 16 im Jahr zuvor an. Die Rückrunde verlief allerdings schwieriger (Lingfeld: »Viele Mannschaften haben sich nur noch hinten reingestellt, da mussten wir taktisch umstellen und andere Lösungen finden«) und damit etwas schwächer.

Fast ausgeglichen ist dagegen die Heim-/Auswärtsbilanz: 27 Punkte holte das SCP-Team daheim, 26 waren es auf des Gegners Platz. »Den besseren Fußball haben wir aber zuhause gespielt«, betont Lingfeld. Die Heimspiele gegen den Nachbarn SC Verl und Schalke 04 (beide 1:2) gingen trotzdem verloren, ebenso das Auswärtsspiel bei Vizemeister Borussia Dortmund (0:4). Das war’s es aber auch schon. Die Saison verlief als Meister und Aufsteiger überragend, die Torausbeute von Luis Ortmann (16 Tore) und Yasin Sensu (14) war es auch.

Mit der Vorbereitung auf die neue Saison beginnt Lingfeld bereits am Montag. Es gibt allerdings auch viel zu tun: Mit 13 Spielern von anderen Vereinen steht er vor einem Neuaufbau.

C-Junioren

Der Regionalliga-Start der U 15 war mit nur einem Punkt aus den ersten acht Spielen denkbar schlecht. Besonders bitter: Selbst in den Heimpartien gegen die späteren Absteiger SG Unterrath (1:1) und FC Iserlohn (1:5) gab es nicht viel zu holen. »Wir haben vor der Saison ausschließlich Spieler von unterklassigen Vereinen dazubekommen. Dieses Team musste sich erst finden, an das vergleichsweise extrem hohe Tempo gewöhnen und lernen, dass es auf diesem Niveau vor allem darum geht, fußballerische Lösungen zu finden«, sagt Trainer Bernd Wiesner. Der war aber immer davon überzeugt, dass sein Team den Anschluss finden wird: »Bei uns steht immer die individuelle Entwicklung der Spieler im Vordergrund. Wenn die stimmt, passen die Ergebnisse am Ende auch.«

Das belegt die Statistik: Der SCP schloss die Hinrunde als Schlusslicht (vier Punkte) ab, die Rückrunde dagegen nach nur noch vier Niederlagen mit 14 Zählern als Tabellenelfter. Herausheben möchte Wiesner, der mit dieser Saison seine Laufbahn als Trainer zunächst beendet, eigentlich keinen seiner Spieler, zwei Neuzugänge nennt er dann aber doch: Simon Struk von der SpVg. Brakel und Max Schettke vom SC Wiedenbrück. Wiesner: »Sie sind gute Beispiele für eine kontinuierliche Weiterentwicklung.« Das Team löst sich jetzt altersbedingt fast komplett auf, für viele geht es in der U  16 weiter. Die stieg in die Westfalenliga auf und ist damit die nächste große Herausforderung für die Profis von morgen.

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