Di., 30.01.2018

Paderborner Baskets-Siege sind Nervensache Kahl kennt keine Angst

Luca Kahl in luftigen Höhen: Der 20-Jährige war einer der Paderborner, die gegen Ulm überzeugten.

Luca Kahl in luftigen Höhen: Der 20-Jährige war einer der Paderborner, die gegen Ulm überzeugten. Foto: Elmar Neumann

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Nach der Klatsche in Chemnitz (53:79) und vor dem Heimspiel gegen die  Orange Academy (89:84) hatte Uli Naechster, Headcoach der Uni Baskets, einen Appell an seine Führungsspieler gerichtet. Als es dann gegen das Farmteam aus Ulm aber wieder richtig eng wurde, war es ausgerechnet Youngster Luca Kahl, der reichlich Verantwortung übernahm.

Während der eine oder andere als Leistungsträger eingestufte Korbjäger im Schlussviertel den Ball lieber weiterspielte, als selbst einen Wurf zu riskieren, drückte sich der 20-Jährige vor nichts. In den ersten drei Vierteln nur sechs Minuten im Einsatz, war der Bayern-Fan neben Maximilian Kuhle und Ethan O’Day einer von drei Paderbornern, die Uli Naechster im finalen Viertel nicht mehr auf die Bank holte. »Ich habe am Freitag vor dem Training auch mit Luca etwas länger gesprochen, ihm gesagt, dass auch er sich mit mehr Spielzeit noch mehr zutrauen darf und ich bin froh, dass er das gleich umgesetzt hat«, sagt Naechster.

Acht knappe Kisten

Keiner der acht Siege der Uni Baskets fiel mit mehr als acht Punkten Vorsprung aus:

Baskets - Nürnberg 80:72

Ulm - Baskets 70:72

Baskets - Ehingen 74:70

Baskets - Trier 93:92

Baunach - Baskets 72:79

Heidelb. - Baskets 75:79

Baskets - Hamburg 72:67

Baskets - Ulm 89:84

Null Punkte und null Rebounds hatte Kahl verbucht, als die letzten zehn Minuten begannen. Acht Punkte und sechs Rebounds standen nach der Schlusssirene in der Statistik des Spätberufenen, der erst seit dem 13. Lebensjahr Basketball spielt. Die siegbringenden Freiwürfe verwandelte Devonte Brown und doch wussten Kahls Teamkollegen sehr genau, wen sie anschließend für die Paderborn-Wechselrufe vor die Fans zu schicken hatten.

Kahl selbst genoss den Moment: »In meiner Halle, vor Mama und Papa und vielen Freunden die letzten zehn Minuten durchspielen zu dürfen, das ist für mich natürlich optimal.« Um seine Leistung wollte er aber gar nicht so viel Aufhebens machen: »Dafür bin ich doch da. Ich habe ja schon im Hinspiel einen entscheidenden Dreier getroffen. Ich habe keine Angst. So ist mein Spiel. Wenn ich die Chance habe, werfe ich. Wenn der eine Wurf dann nicht fällt, fällt eben der nächste.«

Eine Einstellung, die die Baskets bestens gebrauchen können, denn beim Blick auf die Ausbeute nach den ersten 20 Spielen und damit exakt zwei Dritteln dieser Pro A-Saison fällt auf, dass Kantersiege nicht das Ding der Paderborner sind. Achtmal durfte sich der Liga-13. bislang vom Gegner gratulieren lassen, nicht ein einziges Mal sprang ein zweistelliger Sieg dabei heraus.

Im Schnitt liegen lediglich 4,5 Zähler zwischen den Baskets und dem Verlierer. Das ist zu wenig, um als ernsthafter Kandidat für einen Play-off-Platz eingestuft zu werden, aber genug, um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten, und es spricht für eine gewisse Nervenstärke. »Die müssen wir uns bewahren, denn auch wenn nicht mehr viel Saison übrig ist, haben wir das Ziel, unsere Leistungen zu stabilisieren und die schlechten oder ganz schlechten Phasen – wie gegen Chemnitz – zu vermeiden«, sagt Naechster und setzt bei diesem Vorhaben nicht zuletzt auf den mutigen Youngster Luca Kahl.

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