Mi., 21.02.2018

Sanierung an der Porta auf der Zielgeraden – Kosten steigen erneut – mit Video und Fotos auch aus der Luft Mehr als ein Denkmal für den Kaiser

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica ist noch Baustelle: 13 große Fenster im neuen Sockelgeschoss laden künftig zum Ausblick ein.

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica ist noch Baustelle: 13 große Fenster im neuen Sockelgeschoss laden künftig zum Ausblick ein. Foto: Oliver Schwabe

Von Bernd Bexte

Porta Westfalica (WB). Es dürfte ab Juli vorläufig d a s Ausflugsziel in der Region sein: Die Bauarbeiten am Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta gehen auf die Zielgeraden. In gut vier Monaten soll alles fertig sein. Es wird aber deutlich teurer als geplant.

Hatte der Eigentümer, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL),  bislang mit etwa 12,5 Millionen Euro kalkuliert, werden es nach aktueller Berechnung jetzt 16,4 Millionen Euro. »Das hat vor allem mit der schwierigen Gründung und Wiederherstellung der Ringmauer am Hang zu tun«, sagt LWL-Direktor Matthias Löb im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Allein dieses statisch anspruchsvolle Vorhaben kostete fünf Millionen Euro. Das Besucherzentrum im neuen Sockel des Monuments samt der dortigen Gastronomie sowie der bereits eröffnete Pavillon am neu angelegten Parkplatz schlagen mit 11,4 Millionen Euro zu Buche.

Der Bund steuert 5,8 Millionen zu der 2016 begonnenen Sanierung bei, die Stadt Porta Westfalica gut 600.000 Euro. »Wir haben hier nicht gekleckert, sondern geklotzt«, gesteht Löb.

Eröffnung am 8. Juli

Er ist am Dienstag aber nicht nach Porta Westfalica gekommen, um über Geld zu sprechen. Löb gibt auf der Baustelle einen Ausblick auf das, was die Besucher vom 8. Juli an –  dem Tag der Eröffnung – erwartet. Denn dieser Termin ist gesetzt. »Auch wenn es noch nicht danach aussieht, wir schaffen das bis dahin«, zeigt sich Bauleiter Matthias Gundler zuversichtlich beim Rundgang durch das künftige Besucherzentrum, in dem der Innenausbau begonnen hat.

»Es geht hier nicht nur um Kaiser Wilhelm I.«, betont Löb. Und schon mal gar nicht darum, Preußen »aufzupolieren«. 2000 Jahre Geschichte sollen die Besucher am »neuen Willem« erleben können – von den Römern in Germanien (ein römisches Marschlager befand sich in direkter Nachbarschaft in Barkhausen) über das Mittelalter (das Areal der Wittekindsburg ist fußläufig erreichbar) bis hin zu Preußens Gloria und dem Elend der Zwangsarbeiter, die in der NS-Zeit im später von den Briten gesprengten Stollen unter dem Denkmal für die Rüstungsindustrie arbeiten und vielfach auch sterben mussten.

176 neue Parkplätze

Was bedeutet der Begriff der Nation heute? Dieser Frage will sich die Ausstellung im 270 Quadratmeter großen Besucherzentrum stellen. An fünf Stationen werden Aspekte der deutschen Geschichte beleuchtet. Daran anschließend im Halbrund des neuen Sockelgeschosses bietet die Gastronomie in Regie der Mindener Familie Rohlfing 280 Besuchern Platz. Hinzu kommen ein Bankettraum (85 Plätze) sowie eine Terrasse (100 Plätze) mit atemberaubenden Ausblick auf die Weser, den gegenüberliegenden Jakobsberg und in die norddeutsche Tiefebene.

120.000 Besucher pro Jahr hatte das 88 Meter hohe Denkmal bislang – nach dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal übrigens das zweitgrößte in Deutschland. Vorsichtig geschätzt erwartet der LWL ab Sommer jährlich 150.000. »Vor allem aber werden die Menschen wegen des jetzt größeren Angebots hier deutlich länger verweilen«, hofft Löb. Um das Umfeld noch besser zu erschließen, wünscht er sich in Zusammenarbeit mit Anrainerkommunen die Entwicklung eines Wanderwege-Systems.

Befürchtungen, dass die neue Attraktion auf dem Wittekindsberg zum unkontrollierbaren Massenansturm führen wird, tritt Löb entgegen. 300 Meter vom Denkmal entfernt gibt es 176 neue Parkplätze. Außerdem sei in Kooperation mit der Stadt Porta Westfalica ein Shuttle-Service mit Bussen im Gespräch.

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