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Mo., 11.08.2014

Jesiden protestieren gegen »Islamischen Staat« – Demonstranten greifen Polizisten an +++ mit Video 6500 rufen um Hilfe

6500 Jesiden protestieren in Bielefeld gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat.

6500 Jesiden protestieren in Bielefeld gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Christian Althoff

Bielefeld (WB). Begleitet von mehreren hundert Polizisten sind am Samstagnachmittag, wie berichtet, etwa 6500 Jesiden in Bielefeld auf die Straße gegangen. Sie haben gegen den »Islamischen Staat« (IS) protestiert.

Angesichts der Verfolgung ihrer Glaubensbrüder im Nordirak riefen die Demonstranten die Weltgemeinschaft um Hilfe. Die Jesiden zogen durch Bielefeld zum zentralen Kesselbrink, wo die Abschlusskundgebung mit mehreren Rednern stattfand.

Eine Nichtigkeit versetzt bis zu 200 Jesiden in Aufruhr

Vier Stunden war alles friedlich geblieben – und dann genügte kurz vor 18 Uhr eine Nichtigkeit, um 100 bis 200 Jesiden in Aufruhr zu versetzen. Ein Pärchen ging an den Demonstranten vorbei: Der Mann trägt einen langen, dunklen Bart, die Frau rief in Richtung der Jesiden: »Klärt das doch bei euch zu Hause!«

Ein Mann geht zu Boden

»Salafist!« riefen die Ersten, und die Situation eskalierte. Der Mann, der nach Erkenntnissen der Polizei kein Salafist ist, wurde von etwa acht bis zehn Männern angegriffen. Er ging zu Boden, bevor Polizisten eingreifen konnten. Besonnene Jesiden stellten sich zwischen Angreifer und Polizei. Sie versuchten, ihre Glaubensbrüder zu beruhigen.

Glasflasche trifft Polizist am Kopf

In dem Tumult traf eine Glasflasche einen Polizisten so hart am Kopf, dass sein Helm beschädigt wurde. Ein Demonstrant griff einen Polizisten mit einer Dachlatte an, eine Beamtin wurde an einem Finger verletzt. Per Megafon versicherte die Polizei der Menge, dass überhaupt keine Salafisten da seien. Die aufgebrachten Jesiden waren  skeptisch, aber sie beruhigten sich.

Ein paar Minuten später erklärte der Veranstalter die Demo für beendet.

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