Di., 26.08.2014

Laborschule und Oberstufen-Kolleg bestehen seit 40 Jahren Der andere Weg zum Schulabschluss

Laborschule und Oberstufenkolleg in Bielefeld sind zwei bundesweit bedeutende Einrichtungen der Reformpädagogik.

Laborschule und Oberstufenkolleg in Bielefeld sind zwei bundesweit bedeutende Einrichtungen der Reformpädagogik. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (epd/WB). Keine Schulnoten bis Klasse neun, Lerngruppen statt Klassenräume – als die Laborschule und das Oberstufen-Kolleg 1974 an den Start gingen, waren sie revolutionär. Deutschlandweit einmalig sind sie auch jetzt noch.

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hat beide Einrichtungen der Universität Bielefeld zu ihrem 40-jährigen Bestehen gewürdigt. Die Versuchsschulen des Landes verwirklichten seit ihrer Gründung »eine zukunftsweisende Schulentwicklung, die mit ihren innovativen Impulsen für die Bildungslandschaft weit über Nordrhein-Westfalen hinausstrahlt«, sagte Sylvia Löhrmann. Sie ermöglichten den Schülern Bildungslaufbahnen ohne Brüche, indem sie im engen Zusammenspiel das ganzheitliche Lernen aus Erfahrung und die individuelle Förderung in den Mittelpunkt rückten.

Termin

Das 40-jährige Bestehen wird am 5. und 6. September mit einer pädagogischen Fachtagung an der Laborschule sowie am 9. September mit einem Tag der offenen Tür der beiden nebeneinander liegenden Versuchsschulen gefeiert.

Ziel des von dem Pädagogikexperten Hartmut von Hentig angestoßenen Schulprojekts ist die Auseinandersetzung mit neuen Formen des Lehrens und Lernens. Kennzeichen der Laborschule sind das Lernen auf freien Flächen statt in engen Räumen, altersgemischter Unterricht und keine Schulnoten bis zur neunten Klassenstufe. Das Oberstufen-Kolleg führt Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 25 Jahren mit verschiedenen Lernvoraussetzungen, nicht immer geradlinigen Bildungsbiographien und unterschiedlicher kultureller und sozialer Herkunft zum Abitur.

Ein Drittel der Kollegiaten bringt nicht die erforderliche Qualifikation, den in NRW üblichen Q-Vermerk für die Oberstufe, mit. Dafür müssen sie ein Bewerbungsverfahren durchlaufen. Von jährlich 500 Anwärtern aus ganz Deutschland werden 220 genommen. Für seine pädagogische Arbeit erhielt das Oberstufen-Kolleg 2010 den Deutschen Schulpreis.

Bundesweit einmalig ist die Anbindung der beiden Versuchsschulen an die Universität Bielefeld. Am Oberstufen-Kolleg begleiten Erziehungswissenschaftler den Schulalltag, erforschen mit den Lehrern neue Unterrichtsmethoden. Zwölf bis 14 Projekte laufen dazu parallel. Ein Thema ist auch die viel diskutierte Inklusion. »Es ist jetzt schon abzusehen, dass durch die Inklusion in der Sekundarstufe I auch Schüler mit besonderem Förderbedarf in der Oberstufe sein werden. Mit darauf ausgerichteten Konzepten wollen wir die Schulen darauf vorbereiten«, erklärt Martin Heinrich, der wissenschaftliche Leiter des Oberstufen-Kollegs, eines der wichtigen Ziele für die Zukunft.

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