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Mi., 24.09.2014

Nach der Gruppenvergewaltigung einer 38-Jährigen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren Erste Hinweise auf Sextäter

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Nach der Gruppenvergewaltigung einer Bielefelderin (38) am Sonntag arbeiten Kripoermittler mit Hochdruck an der Aufklärung der Tat. »Es gibt erste Zeugenhinweise. Dem wird nachgegangen«, sagte Polizeisprecher Michael Kötter. Details nannte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Wie berichtet, zerrten am 21. September gegen 4.30 Uhr drei Männer (Südländer, zwischen 20 und 25 Jahre alt) die 38-Jährige in einen Hauseingang an der Altstädter Kirchstraße und entkleideten das Opfer. Zwei Komplizen hielten die Bielefelderin fest, der dritte Mann missbrauchte sie.

Eine besonders abscheuliche Tat, die Angst und Verunsicherung in der Stadt auslöst. »Überfallartige Gruppenvergewaltigungen im öffentlichen Raum sind ein Ausnahmedelikt«, sagt Kriminalhauptkommissar Henning Stiegmann, Leiter des Kommissariates für Prävention und Opferschutz. In den vergangenen sechs Jahren wurden in Bielefeld drei Delikte und ein Versuch bekannt. »Gruppenvergewaltigung ist ein Delikt, das überwiegend von jungen Männern begangen wird«, erklärt Hauptkommissarin Monika Atorf, zuständig für Gewalt an Frauen im Opferschutz-Kommissariat.

»Die absolute Mehrheit der Vergewaltigungen aber findet im sozialen Nahfeld statt«, Einzeltäter und Opfer kennen sich meist. »Der Täter möchte Macht über das Opfer ausüben. Dabei ist Sexualität das Mittel«, nennt Monika Atorf die Motivation der Sextäter für eine Vergewaltigung. »Die Verantwortung liegt immer beim Täter und nicht beim Opfer«, stellt die Polizistin klar, dass ein Mann ein Nein einer Frau zum sexuellen Kontakt zu akzeptieren und zu respektieren hat.

Hauptkommissarin Atorf rät Frauen zu Vermeidungsstrategien: Im Dunkeln lieber einen Umweg in Kauf nehmen, als durch dunkle und einsame Orte zu gehen. Auch sei es sinnvoll, auf das Bauchgefühl zu hören und sich rechtzeitig Hilfe zu holen, wenn eine Frau sich unwohl oder verfolgt fühle.

»Das laute Schreien, um Öffentlichkeit herzustellen, kann schon helfen«, nennt die Hauptkommissarin eine Möglichkeit, Täter zu vertreiben. Rät die Polizei üblicherweise dazu, sich als Opfer eines Überfalles nicht zu wehren, um Gefahren für das eigene Leben zu vermeiden, ist Monika Atorf zufolge bei Vergewaltigungen das Gegenteil der Fall: Es gelte, mit größtmöglicher Gegenwehr den »Kopffilm« des Täters, der die Vergewaltigung vorher in seiner Fantasie durchgespielt habe, zu durchbrechen. Was, wie im aktuellen Fall von der Altstädter Kirchstraße, aber keine Garantie zum Abbruch der Tat ist. Obwohl sie sich Polizeiangaben zufolge wehrte, hatte die 38-Jährige keine Chance gegen drei Männer.

Kommentare

"SÜDLÄNDER"

Selbst der Dümmste weiß jetzt Bescheid.

Danke für die politisch korrekte Beschreibung.

1 Kommentare

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