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Mo., 07.03.2016

Neubauprojekten geht Abriss voraus: vom Shoppingcenter bis zum Schnellrestaurant Das Stadtbild verändert sich

Die wohl größte Baulücke in der Bielefelder Innenstadt: Zwischen Bahnhof-, Zimmer- und Stresemannstraße wurde die Citypassage abgerissen. Dort entsteht das Einkaufszentrum »Loom«, in dem über 100 Läden und Lokale Platz finden sollen.

Die wohl größte Baulücke in der Bielefelder Innenstadt: Zwischen Bahnhof-, Zimmer- und Stresemannstraße wurde die Citypassage abgerissen. Dort entsteht das Einkaufszentrum »Loom«, in dem über 100 Läden und Lokale Platz finden sollen. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Michael Diekmann

Bielefeld (WB). Bauen hat Konjunktur in Bielefeld. Aktuell wird überall abgebrochen für Großprojekte, die das Stadtbild bis Ende 2017 verändern werden. Die größte Baulücke klafft momentan in der Bahnhofstraße.

City-Passage

Die City-Passage war einst Bielefelds beliebteste Einkaufspassage. Jetzt ist die Baustelle für das neue Loom von ECE die wichtigste Pilgerstätte für die Passanten. Vom Spindelbrunnen aus fällt der Blick auf Schutt und jede Menge schweres Gerät. »Wir sind mit dem Verlauf sehr zufrieden«, sagt Projektchefin Dr. Sandra Harms. Die City-Passage ist komplett verschwunden.

Einschließlich der Entkernung des ehemaligen Kaufhofs sind mehr als 70 Bauleute täglich auf der Baustelle im Einsatz. Das Galeria-Gebäude wird bis auf ihr Grundgerippe aus Beton und Baustahl zurück gebaut, das Parkhaus samt Auffahrtspindel saniert und verbreitert. Heute, erklärt Harms, werde die vertraute Ziegelfassade an der Stresemannstraße eingerüstet. Ab Mittwoch wird die vorgesetzte Verkleidung abgebrochen. Harms: »Wir haben uns für eine einheitliche neue Natursteinfassade entschieden.« Ebenfalls in dieser Woche kommt das Bauschild in die Bahnhofstraße. Und die frühere Tiefgarage der Passage wird ebenfalls verschwinden, ist momentan noch gegen Grundwasserdruck durch Bauschutt gesichert.

Volksbank

Wenige hundert Meter weiter am Kesselbrink wird ebenfalls gebaggert. Kaum sind die Mitarbeiter der alten Volksbank an ihrem Interimsstandort in der alten Stadtbibliothek eingezogen, da wird der Komplettumbau des ausgemusterten Gebäudes auch für die Passanten an der Friedrich-Ebert-Straße erkennbar. Vor dem Haupteingang stehen große Rollcontainer für den Bauschutt. Ein Bagger frisst sich mit dem Greifer Stück für Stück in die einstige Chefetage der Bank. In den kommenden Monaten wird das Gebäude nach Auskunft von Architekt Walter Hauer bis auf das Grundgerippe entkernt.

Insgesamt 15,5 Millionen Euro investiert die Bank in das Großprojekt, mit dem man nach Aussage von Vorstandschef Thomas Sterthoff ein Signal für die Entwicklung des gesamten Wilhelmstraßen-Quartiers setzen möchte. In den kommenden Wochen sollen deshalb auch erste Pläne für die ebenfalls geplante Neuentwicklung des alten Dieterle-Gebäudes sowie des Geschäftshauses an der Friedrich-Ebert-Straße vorgestellt werden. Laut Sterthoff ist die zeitgleiche Arbeit an allen Standorten geplant.

Im Herbst 2017 soll der Quasi-Neubau bezogen sein. Bis dahin sind auch im Außenbereich noch erhebliche Arbeiten nötig. Immerhin bekommt das künftige Vertriebszentrum der Gesamtbank neben einem Veranstaltungszentrum auch eine neue Tiefgarage.

Stadtholz

Schneller voran gehen die Arbeiten an der Einmündung Stadtholz in die Eckendorfer Straße. Hier ist der Abbruchbagger im Einsatz für ein neues Schnellrestaurant. Platz machen muss dafür eines der letzten Relikte der alten Bielefelder Kleinbahnzeit. Deren Lokschuppen reichten einst bis ans Stadtholz, als es die Eckendorfer Straße als Hauptverkehrsader Richtung Heepen noch gar nicht gegeben hatte.

Kottmann-Areal

Ein Stück Industriegeschichte verschwindet auch im Hinterland zwischen Bleichstraße und Werner-Bock-Straße. Abgerissen wird die alte Textilveredelung der Familie Kottmann, die hinter dem neuen Green-Energy-Gebäude der Kirstein & Sauer GmbH lag. Eine Neubebauung des Kottmann-Areals ist nach Angaben von Architekt Walter Hauer momentan allerdings nicht vorgesehen.

Für die geplante Mischnutzung aus Dienstleistung und Wohnen hatte es zwar einen fertigen Plan, aber kein Baurecht gegeben. Das Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft des des Carl-Severing-Berufskollegs ist als Gewerbegebiet ausgewiesen. Für die beabsichtigte Umnutzung bräuchte man eine neue Regionalplanung.

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