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Sa., 19.03.2016

Bielefelder Bündnis erwartet 1000 Teilnehmer zur Demonstration Biegida-Gegner formieren sich

Organisieren ein Programm für Willkommenskultur und stehen für ein starkes Bündnis gegen Rechts: Lina Droste (von links), Klaus Rees, Wiebke Esdar, Oliver Wagner und Matthias Blomeier haben eine Demo mit 1000 Teilnehmern angemeldet.

Organisieren ein Programm für Willkommenskultur und stehen für ein starkes Bündnis gegen Rechts: Lina Droste (von links), Klaus Rees, Wiebke Esdar, Oliver Wagner und Matthias Blomeier haben eine Demo mit 1000 Teilnehmern angemeldet. Foto: Bernhard Pierel

Bielefeld (WB/-md-). Mit 1000 Teilnehmern rechnet das Bündnis gegen Rechts »Bielefeld bleibt bunt und weltoffen« bei seiner Kundgebung am Samstag, 2. April, 15 Uhr, am Bahnhofsvorplatz. Unter anderem wird eine Bielefelder Ehrenamtliche von ihrer Arbeit im griechischen Lager Idomeni berichten.

Mit einer Bühne direkt vor dem Fahrradparkhaus bis auf die Fahrbahn sei man in Hör- und Sichtweite der Biegida, die sich am Samstag, 2. April, zu einer Veranstaltung an der Nahariya-Straße bei der Messehalle trifft und zu deren Gegendemonstration das Bündnis gegen Rechts aufruft.

Klaus Rees, ebenso wie Wiebke Esdar und Matthias Blomeier Sprecher des Bündnisses, kündigt für die angemeldete Gegendemo ein umfangreiches Kultur- und Rahmenprogramm an. Zugesagt hat Oberbürgermeister Pit Clausen.

Bühne für Geflüchtete

Neben der Bielefelderin, die für die Organisation »Bielefeld Refugees Bridge« vor Ort gearbeitet hat, wird es laut Wiebke Esdar einen Redner geben, der den Rechtspopulismus analysiert und den Rechtsruck nach den vergangenen Landtagswahlen einordnet. Eine Bühne bietet das Bündnis aber auch den Geflüchteten selbst.

Das Bielefelder Bündnis ist ein 2011 entstandener Zusammenschluss von Gruppen aus Politik, Kirchen und Vereinen. Die Organisatoren sind sicher, am 2. April an die bislang stets eindrucksvollen Veranstaltungen gegen Rechts in der Stadt anknüpfen zu können.

Nach deren eigenen Angaben im Netz, so Wiebke Esdar, erwarte Biegida 20 bis 50 Teilnehmer. Möglicherweise würden aber auch Rechtspopulisten aus Süddeutschland oder Belgien erwartet.

»Bewegungsfreiheit statt Lager«

Zu der Kundgebung gegen Rechts erwartet werden auch Vertreter des Bündnisses »Bewegungsfreiheit statt Lager«, die am gleichen Nachmittag in einer landesweiten Demonstration einen Zug bis zur ZAB planen und dessen Schließung fordern. Diese Kundgebung beginnt um 14 Uhr am Bahnhof, der Demonstrationszug um 15.30 Uhr.

Organisatorin Lina Droste rechnet mit 250 Teilnehmern: »Jeder Fluchtgrund ist legitim.« Man wehrt sich massiv gegen separate Lager für Menschen aus »sicheren Herkunftsländern«, die dann in Schnellverfahren innerhalb weniger Tage abgefertigt würden. Droste: »Man kann ein sicheres Herkunftsland nicht per Gesetz definieren.«

Zunahme an Kirchenasyl

Unterstützung bekommt Droste vom Bielefelder Bündnis. »Das Konzept der sicheren Herkunftsländer sei ein riesengroßes Problem«, sagt Klaus Rees. Seit viele Jahren setze er sich gemeinsam mit Sozialpfarrer Matthias Blomeier wie viele Initiativen für die Roma in Bielefeld ein.

Die aus der Asylgesetzverschärfung erwachsene Praxis habe laut Blomeier zu einer deutlichen Zunahme der Anfragen nach Kirchenasyl geführt. Aktuell haben zwei Geflüchtete in Bielefelder Kirchen Asyl. Ziel der Demo am 2. April soll es sein, die Geflüchteten und ihr Schicksal zum Schwerpunkt der Veranstaltung zu machen.

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