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Fr., 01.07.2016

47-Jähriger aus Bielefeld muss sich auch für Aufbruch von Automaten verantworten Edeka-Räuber zu sechs Jahren Haft verurteilt

Diesen Neukauf-Markt der Unternehmerfamilie Brinkmann-Petzold an der Steinstraße in Obernbeck haben am Montagabend gegen 21 Uhr zwei Männer überfallen.

Diesen Neukauf-Markt der Unternehmerfamilie Brinkmann-Petzold an der Steinstraße in Obernbeck haben am Montagabend gegen 21 Uhr zwei Männer überfallen. Foto: Frank Dominik Lemke

Löhne/Bielefeld (WB/swa). Für sechseinhalb Jahren muss nun ein 47-jähriger Mann aus Bielefeld ins Gefängnis, da er einen Einkaufsmarkt in Löhne überfallen und vier Warenautomaten in Bielefeld aufgebrochen haben soll. Das Landgericht Bielefeld verurteilte den Angeklagten am Donnerstag wegen Diebstahls und schweren Raubes.

Die X. Strafkammer sah es nach sieben Verhandlungstagen als erwiesen an, dass der stark drogenabhängige Mann zur Finanzierung seiner Sucht am 7. Dezember 2015 den Edeka-Markt Brinkmann an der Steinstraße in Löhne ausgeraubt hat (diese Zeitung berichtete). Gemeinsam soll er mit einem weiteren Komplizen den Markt nach Geschäftsschluss durch einen Mitarbeitereingang betreten haben.

Insgesamt wurden fünf Mitarbeiter mit einer Spielzeugpistole bedroht und aufgefordert, die Tageseinnahmen herauszugeben. Dabei hielten die Einzelhändler die Waffe für eine echte.

Zwei Kassen sowie der Inhalt des Tresores wurden ausgeräumt und 10.392 Euro sowie 94 Sperrmüllwertmarken im Wert von 752 Euro erbeutet. Die mit Sturmhauben maskierten Täter hielten die Geisel 15 Minuten in ihrer Gewalt, ehe die Flucht in unbekannte Richtung gelang.

600 Euro Beute, 22.000 Euro Schaden

Zuvor soll der 22-fach vorbestrafte Täter bei vier Gelegenheiten in Bielefeld im September 2015 Getränke- und Warenautomaten aufgebrochen haben und die Diebessumme für die Beschaffung von neuen Drogen aufgewendet haben. Dabei fielen dem 47-Jährigen Automaten in einem Bielefelder Krankenhaus, in Bethel sowie in einer Angestellten-Akademie und Krankenkasse zum Opfer.

Insgesamt erzielte der Angeklagte eine Beute von 600 Euro. Alleine in einem Fall sorgte er durch die Beschädigungen von Brandschutztüren jedoch für einen enormen Schaden in Höhe von 22.000 Euro.

Bereits aufgrund dieser Taten wurde der Bielefelder mittels eines Haftbefehls gesucht. Jedoch blieb die polizeiliche Suche nach dem bereits seit dem 15. Lebensjahr drogenabhängigen Mann erfolglos, so dass er den Raub in Löhne begehen konnte. Da er jedoch an Silvester »noch ordentlich einen draufmachen« wollte, wie der Angeklagte vor Gericht aussagte, stellte er sich der Polizei erst Anfang Januar 2016.

Urteil überrascht

Während er die Aufbrüche der Warenautomaten zugab, bestritt der 47-Jährige eine Beteiligung an dem Raubüberfall. Erst mit fortlaufender Prozessdauer zeigte sich der Bielefelder, der bereits fünf fehlgeschlagene Entzugsaufenthalte hinter sich hat, einsichtig und gestand auch diese Tat.

Richterin Jutta Albert überraschte am Donnerstag mit der Verkündung des Urteils. Mit einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren sowie der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt ging die Kammer über die vom Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren hinaus. Dennoch wollte Albert das Urteil als eine Chance sehen. »In der Anstalt sind Sie gut aufgehoben. Sie erhalten eine Tagesstruktur und lernen, Ihr Leben selbstständig in den Griff zu bekommen.«

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