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Fr., 22.07.2016

Bielefelder Dr. Lars Lippelt begleitet U-21-Team in Brasilien – Zika-Virus im Blick Der Teamarzt der Olympia-Fußballer

Von Stefan Biestmann

Bielefeld(WB). Der olympische Traum kann auch für einen Mediziner in Erfüllung gehen. Der Bielefelder Dr. Lars Lippelt darf in Brasilien die deutsche U-21-Fußballnationalmannschaft als Teamarzt begleiten.

»Die Olympischen Spiele sind natürlich etwas ganz Besonderes. Ich freue mich darauf, die Atmo­s­phäre im Land mitzubekommen«, berichtet der 41-jährige Internist, der in Hoberge mit vier Kollegen eine Hausarztpraxis betreibt. Am 30. Juli geht der Flug von Frankfurt in Richtung Rio de Janeiro. An Bord sind dann neben den 18 Nationalkickern auch mehr als 20 Betreuer. Lippelt ist neben dem Orthopäden Dr. Hanns-Christian Harzmann der zweite Mediziner im Team.

Besonders intensiv hat sich Lippelt im Vorfeld mit Tropenkrankheiten beschäftigt – auch durch Fortbildungen. Die Impfungen aller Spieler werden genau überprüft – in Absprache mit den Vereinsärzten. »Und gerade das Zika-Virus ist ja aktuell ein großes Thema. Dazu haben natürlich auch die Spieler viele Fragen.« So sei vor allem ein ausreichender Insektenschutz wichtig. »Wir müssen uns schützen, so gut es geht«, sagt Lippelt. »Fest steht: Wir Ärzte sind auf alles gut vorbereitet.«

Gut vorbereitet ist der zweifache Vater auch auf große Turniere. Schließlich begleitete er als Teamarzt schon viermal Nachwuchsteams des Deutschen Fußball-Bundes: 2007 bei der U-17-WM in Korea, 2009 bei der U-21-EM in Schweden, 2013 bei der U21-EM in Israel und 2015 bei der U21-EM in Portugal.

In seiner Arztpraxis erinnern heute noch ein Trikot von Manuel Neuer, Torwart-Handschuhe von Marc-André ter Stegen und ein Trikot mit Unterschriften der Spieler an die Turniere. Der EM-Titel im Jahr 2009 sei ein besonderes Erlebnis gewesen, berichtet er.

Schon damals war der jetzige Coach Horst Hrubesch der Cheftrainer. »Er ist eine Persönlichkeit, der uns Medizinern das Vertrauen schenkt und uns nicht ‘reinredet«, lobt Lippelt. Für die DFB-Fußballer wie Matthias Ginter oder Sven Bender ist der Bielefelder rund um die Uhr erreichbar. »Alle haben meine Telefonnummer.« Er hilft dann zum Beispiel bei Magen-Darm-Beschwerden oder Erkältungen weiter. »Aber meist erkranken die Betreuer häufiger als die Spieler«, berichtet der Bielefelder.

Auf das Flair des olympischen Dorfes in Rio de Janeiro muss Lippelt zunächst aber verzichten. Denn die U21 spielt ihre Vorrundenspiele in Savador (am 4. August gegen Mexiko und am 7. August gegen Südkorea) und in Belo Horizonte (am 10. August gegen Fidschi). Frühestens im Halbfinale geht es für das Team nach Rio.

Aber selbst im Falle eines frühzeitigen Ausscheidens muss das Kapitel Olympia für Lippelt noch längst nicht beendet sein. Er habe angeboten, auch andere deutsche Sportler in Brasilien zu betreuen. Insgesamt begleiten mehr als 20 Ärzte die 450 deutschen Olympioniken. »Da wird sicher noch weitere Hilfe benötigt«, sagt der Bielefelder.

Aber am liebsten würde er natürlich die deutschen Kicker bis zum Endspiel am 20. August nach Rio begleiten. »Eine sportliche Prognose gebe ich aber nicht ab, dafür sind andere zuständig«, sagt Lippelt. »Mein Ziel ist, dass möglichst alle Spieler wieder gesund nach Hause fahren.«

 

 

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