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Di., 29.10.2013

Beschwerden gegen Heavy-Metal-Partys – keine Einwände gegen Ferienspiele für Kinder Ärger um den Falkendom

Bielefeld (WB/mn). Als Christian Bitterer vor fünf Jahren zu seiner Lebensgefährtin an die Sudbrackstraße zog, wusste er: Nebenan ist der Falkendom, hier kann es laut werden. Vor allem bei Heavy-Metal-Partys bezeichnet er den Zustand mittlerweile als unerträglich.

Der Realschullehrer stellt klar: »Ich habe kein Problem mit Kinderlärm am Tag. Der Ferienspiele im Falkendom sollen so bleiben wie sie sind. Denn ich schätze die Kinder- und Jugendarbeit der Falken«. Die Bielefelder Falken sind der Mieter des Kinder- und Jugendkulturzentrums Falkendom. »Die Veranstaltungen für Erwachsene bereiten uns Nachbarn riesige Probleme«, ärgert sich Christian Bitterer. Grölende Partygäste, die zum Rauchen vor die Tür gehen müssen, kaputte Glasflaschen und vollgepinkelte Vorgärten seien nicht selten Begleiterscheinungen und Folgen eines »gewöhnlichen Party-Abends«.

Der Falkendom ist für Hobby- und Nachwuchsmusiker eine Möglichkeit, sich innerhalb einer nichtkommerziellen Veranstaltung zu präsentieren. Die Falken wehren sich gegen derlei Vorwürfe und verweisen auf die Jugendkulturarbeit, die vom Staat per Gesetz eingefordert wird. »Das ist ein gesetzlicher Auftrag, den wir hier erfüllen«, erklärt Falken-Geschäftsführer Ulrich Gödde. Unter »offene Kinder- und Jugendarbeit« falle auch die Altersgruppe ab 18 bis zum 26. Lebensjahr. »Ich habe hier noch nie jemanden sich ins Koma trinken oder randalieren sehen«, erklärt Hausleiter Michael Schütz. Jan Ewering, der selbst nichtkommerzielle Partys und Konzerte im Falkendom veranstaltet, sieht sogar die komplette Jugendkultur gefährdet. »Wir machen ein Nischenprogramm. Eine kommerzielle Disco würde solchen Bands keine Plattform geben.«

Die Lösung soll die Sanierung des Falkendoms sein. Sowohl Christian Bitterer als auch Ulrich Gödde hoffen, dass es 2014 Baumaßnahmen gibt und damit eine bessere Schalldämmung und verstärkte Fenster einhergehen. Bis dahin bietet Bitterer, der um den Dialog bemüht ist, einen Kompromiss an: »Es geht mir nicht um den Abriss des Falkendoms. Mit gutem Willen könnte man die Heavy-Metal-Partys auf zwei pro Monat begrenzen, doch den erkenne ich bei den Falken nicht.«

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