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Fr., 16.09.2016

Eltern und Schüler demonstrieren gegen die Schließung der Sekundarschule Bethel »Das Miteinander funktioniert nicht mehr«

Protest gegen die Schließung. Und es soll weitere Aktionen geben: Die Eltern wollen nicht aufgeben.

Protest gegen die Schließung. Und es soll weitere Aktionen geben: Die Eltern wollen nicht aufgeben. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB/MiS). Rund 400 Eltern, Kinder und Lehrer haben am Donnerstag während der Ortschaftsversammlung in Bethel gegen die geplante Schließung der Sekundarschule, einer Abteilung der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schulen, demonstriert. Bethel-Vorstandsvorsitzender Pastor Ulrich Pohl kündigte an, dass es weitere Gespräche mit Eltern, Stadt und Bezirksregierung geben soll.

»Wir haben die ein oder andere Idee gewälzt«, sagte Pohl vor der aufgebrachten Versammlung im Assapheum. »Ich kann Ihnen aber nicht versprechen, dass der Beschluss des Vorstandes revidiert wird.« Der Bethel-Chef musste sich eine Reihe von Vorwürfen anhören. Harald Hampel, früherer Lehrer an der Mamre-Patmos-Schule, sagte an Pohl gerichtet: »Unter ihrer Führung hat sich Bethel zu einem gewinnorientierten Unternehmen entwickelt.« – »Das Miteinander funktioniert nicht mehr«, meinte eine Schülerin.

Am vergangenen Freitag hatte die Bethel-Führung mit der Ankündigung überrascht, die erst 2013 gegründete Sekundarschule auslaufen zu lassen. Begründet wurde dies mit einem Sanierungs- und Modernisierungsbedarf. Insgesamt müssten 20 Millionen Euro in die Sanierung der Bethel-Schulen, zu denen auch ein Gymnasium und ein Berufskolleg gehören, gesteckt werden, nur zehn Millionen stünden zur Verfügung.

»Bethel macht eine Milliarde Umsatz, da soll es an zehn Millionen fehlen?«, fragte ein Vater angesichts gewaltiger Investitionen in anderen Bereichen. Unverständlich war den Eltern auch, warum gerade erst 75 Kinder neu in der Sekundarschule aufgenommen worden seien, wenn doch deren Schließung anstehe. Sie fürchten, Bethel könne die Zusage, die vorhandenen Schüler bis zum Abschluss zu führen, nicht einhalten. »Die Lehrer suchen sich andere Stellen.«

Barbara Manschmidt, Geschäftsführerin des Betheler Stiftungsbereichs Schulen, sagte, aus wirtschaftlichen müsse eine Schule geschlossen werden. »Ihre Einwände und Ideen führen aber dazu, dass wir uns weiter unterhalten werden.«

Überrascht zeigten sich auch die Gadderbaumer Bezirkspolitiker von den Bethel-Plänen. »Wenn man eine Schule neu gründet, muss man doch wissen, welche Kosten dabei entstehen«, sagte die grüne Bezirkspolitikerin Christina Osei. »Niemand hat mit uns vorher gesprochen«, sagte Barbara Schneider (SPD). »Wir in Gadderbaum dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen«, meinte Dietrich Kögler (CDU), stellvertretender Bezirksbürgermeister.

Problematisch ist die Situation auch für die Stadt. Sie muss Ersatz für die künftig fehlenden 75 Plätze pro Jahrgang schaffen. Die Pläne für eine eigene städtische Gesamtschule können frühestens 2018 realisiert werden. Das Rathaus hatte im Zuge der Haushaltssanierung seinen Zuschuss an die Bethel-Schulen um 600.000 Euro jährlich gekürzt.

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