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Do., 20.10.2016

Witwe des Firmengründers verliert Prozess um Schadenersatz Schlappe für Evelin Tönnies

Evelin Tönnies und der damalige Testamentsvollstrecker und Finanzberater des Konzerns, Josef Schnusenberg.

Evelin Tönnies und der damalige Testamentsvollstrecker und Finanzberater des Konzerns, Josef Schnusenberg. Foto: Schwabe

Von Edgar Fels

Bielefeld (WB). Die Witwe des Firmengründers Bernd Tönnies, Evelin Tönnies (62), hat am Montag vor dem Landgericht Bielefeld eine Niederlage erlitten. Sie hatte im Prozess gegen den langjährigen Steuerberater, Testamentsvollstrecker und Freund der Familie, Josef Schnusenberg, Schadenersatz über etwa sechs Millionen Euro gefordert. Schnusenberg, so ihr Vorwurf, soll sie bei einem Immobiliengeschäft vor 20 Jahren um diese Summe betrogen haben. Dabei ging es um den Verkauf ihres Anteils am Einkaufszentrum »Heuwegcenter« in Weißenfels in Sachsen-Anhalt.

»Ein Anspruch auf Schadenersatz besteht nicht« betonte Richter Jörg Schröder gestern bei der Verkündung des Urteils der 9. Zivilkammer des Landgerichtes Bielefeld . Es liege keine Pflichtverletzung als Testamentsvollstrecker vor. Evelin Tönnies habe die Pflichten unzureichend eingeschätzt, sagte Richter Schröder weiter. »Es wird nicht klar, aus welchen Pflichten die Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden.«

Die Beteiligten und deren Anwälte waren gestern nicht zugegen – allerdings Sprecher der beiden Parteien. »Wir fühlen uns voll bestätigt. Herr Schnusenberg hat sauber gearbeitet«, sagte Jost Springensguth, Pressesprecher von Konzernchef Clemens Tönnies. Der Sprecher von Evelin und Robert Tönnies, Thomas Pfaff, erklärte: »Die Gegenseite hat es geschafft, mit ihrer formalen Argumentation durchzudringen, dass die Testamentsvollstreckung – anders als tatsächlich gelebt – nicht so weitgehend zu verstehen war.« Ob Evelin Tönnies in Berufung geht, bleibt damit abzuwarten.

Die Kosten des Verfahrens, die laut einer Gerichtssprecherin bei etwa 200 000 Euro liegen dürften, muss Evelin Tönnies zu 99 Prozent tragen. Ein Prozent entfällt auf Josef Schnusenberg. Er hatte mit seiner Widerklage 100 000 Euro als Honorar für seine Arbeit als Testamentsvollstrecker verlangt. Auch diese Klage wurde vom Landgericht abgewiesen.

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