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Mi., 09.11.2016

Bethel-Schule soll auch 2017 Kinder aufnehmen – Suche nach einer Alternative Sekundarschule: Ausschuss bittet um ein Jahr Aufschub

Die Sekundarschule Bethel.

Die Sekundarschule Bethel. Foto: Hans-Werner Büscher

Bielefeld (WB/MiS). Der Schulausschuss des Bielefelder Rates bittet die von Bodelschwinghschen Stiftungen, auch im kommenden Jahr noch einmal Kinder in ihrer Sekundarschule aufzunehmen. Alle Fraktionen und Gruppen sprachen sich dafür am Dienstag geschlossen dafür aus.

Auf diese Weise kann die Stadt Zeit gewinnen, den Aufbau einer eigenen Sekundarschule voranzutreiben oder eine andere Lösung für die Versorgung der Schüler zu finden. Die von Bodelschwinghschen Stiftungen hatten ursprünglich angekündigt, im kommenden Jahr keine Kinder mehr an ihrer Sekundarschule in Bethel aufzunehmen, die Schule bis 2022 auslaufend zu schließen. Den Stiftungen fehlen zehn Millionen Euro für notwendige Sanierungen.

»Die Sekundarschule Bethel hat bisher jedes Jahr 75 Kinder aufgenommen«, sagte Marcus Kleinkes (CDU). Hierfür kurzfristig Ersatz zu finden, sei auch für einen großen Schulträger wie die Stadt Bielefeld schwierig.

Möglich wäre, dass eine städtische Sekundarschule zum Schuljahr 2017/18 an den Start gehen könnte. Im Gespräch dafür ist nach wie vor als Standort die bisherige Brodhagen-Hauptschule im Stadtbezirk Schildesche. Die Bezirksvertretung Gadderbaum hatte sich allerdings in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, dass diese Neugründung wiederum in Gadderbaum erfolgen solle.

Zwar hat die Bezirksvertretung das Recht, eine solche Empfehlung auszusprechen. Die Chancen, dass ihr gefolgt wird, sind aber offenbar eher gering. Im Gespräch sind auch Alternativen. So favorisiert die SPD die Erweiterung der Gesamtschule Quelle um eine Jahrgangsklasse. Außerdem haben die von Bodelschwinghschen Stiftungen signalisiert, dass sie an ihrem Gymnasium ebenfalls eine zusätzliche Klasse pro Jahr aufnehmen könnten. Auf diese Weise wären immerhin schon 50 der 75 benötigten Plätze vorhanden.

Ebenfalls einstimmig sprachen sich die Schulpolitiker dafür aus, sich von der Detmolder Bezirksregierung schulfachlich beraten zu lassen. Die Experten sollen Auskunft darüber geben, welche Perspektiven es für die Schulentwicklungsplanung gibt, wenn die von Bodelschwinghschen Stiftungen ihre Schule aufgeben. Diese Beratung soll nichtöffentlich erfolgen.

Die Eltern der Sekundarschule setzen derweil weiter auf den Erhalt der Schule in der Trägerschaft Bethels. Am Samstag planen sie eine Demonstration auf dem Jahnplatz, die um 17 Uhr beginnen soll. Morgen beschäftigt sich WDR 5 in seiner Sendung »Stadtgespräch« mit der geplanten Schließung der Sekundarschule Bethel. Die Live-Sendung beginnt um 20 Uhr, wird aus dem Tagungssaal von Haus Nazareth übertragen.

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